Kaspersky legt neues Partnerprogramm auf

Cybersecurity für industrielle Umgebungen

| Autor / Redakteur: Petra Adamik / Dr. Andreas Bergler

Die Vernetzung von Industrie- und Produktionsanlagen ist nicht mehr aufzuhalten. Entsprechend muss die IT-Security darauf abgestimmt werden.
Die Vernetzung von Industrie- und Produktionsanlagen ist nicht mehr aufzuhalten. Entsprechend muss die IT-Security darauf abgestimmt werden. (Bild: khampiranon - stock.adobe.com)

Durch Vernetzung kann sich die Produktion individuellen Anforderungen schneller anpassen. Die Schattenseite dieser Entwicklung: die einst hermetisch abgeriegelte Umgebung wird anfälliger für Cyberangriffe. Gemeinsam mit seinen Partnern will der Sicherheitsanbieter Kaspersky hier Lösungen anbieten.

Die Digitale Transformation hat auch die ­Infrastruktur in den Industrieunternehmen verändert. Durch die Vernetzung von Industrie- und Produktionsanlagen mit der klassischen IT entstehen durchgängige Prozesse. Allerdings steigt zeitgleich auch das Gefahrenpotenzial, denn durch die Verbindung der ehemals getrennten Welten öffnen sich Produktionsumgebungen für die Sicherheitsprobleme, die bislang nur in der IT-Welt vorkamen. Die Abschottung von IT-Netzen und Betriebstechnik ist nur noch eingeschränkt möglich. Ein Grund dafür sind systemübergreifende Lösungen. Die Ressourcenplanung, heute meist in der Cloud angesiedelt, benötigt Zugriff auf die Maschinen. Applikationen für Predictive Maintenance überwachen die Steuersysteme des Maschinenfuhrparks und laufen in der Regel ebenfalls in einer Cloud. Durch die Verbindung über das Internet steigt im einst hermetisch abgeriegelten Produktionsumfeld das Potenzial für Cyberangriffe.

Kritische Umgebungen schützen

Das ist eine kritische Situation, denn das Vorgehen aus der IT lässt sich nicht eins zu eins auf Industrieumgebungen übertragen. Fertigungsprozesse müssen geschützt bleiben, lange Ausfallzeiten sind tabu, denn mit der Verfügbarkeit steht und fällt die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens. Daher müssen Schutzmaßnahmen speziell auf die industrielle Umgebung zugeschnitten werden. Der Sicherheitsanbieter Kaspersky hat dafür „Industrial Cybersecurity“-Lösungen entwickelt, die speziell auf die Sicherheitsanforderungen industrieller Umgebungen eingehen.

Um die Zielgruppe individuell zu bedienen, hat Kaspersky zudem ein neues Partnerprogramm aufgelegt, das eine Spezialisierung des Channels ermöglicht. Zu dem Programm gehört ein Lösungsset für ­Industriekunden sowie ein umfassendes Schulungsprogramm. Damit will der ­Sicherheitsanbieter die Partner auf die ­besonderen Herausforderungen der In­dustriewelt vorbereiten.

Umfassender Schutz für die Industrie

Das Partnerprogramm beinhaltet verschiedene Servicemodule wie Security-Assessments, Incident Response und Threat Intelligence. Ergänzt wird das Portfolio durch die „Industrial Cybersecurity for Networks” und die „Industrial Cybersecurity for Nodes”. Die eine Lösung ermöglicht ein passives Monitoring des Netzwerktraffics, die andere ist ein Endpoint-Schutz für die Kontroll- und Steuersysteme mit Applikations- und Gerätekontrolle. In der Lösung sind auch Integritätschecks enthalten, die eine Manipulation der Produktion verhindern sollen. Eine Malware-Erkennung lässt sich auf Wunsch zuschalten. Sie setzt allerdings nur eine Warnmeldung ab, da nicht in die Produktionsprozesse eingegriffen werden darf. Weitere Aktionen wie das Löschen oder Blockieren der Schadprogramme muss der Betreiber selbst anstoßen. Hier ist dann wieder der Partner gefragt, der die Details über die Vorgehensweise mit seinem Kunden klären muss. Dabei geht es um die Frage, wie man einer bedrohlichen Situation begegnet und wer bei einem Sicherheitsvorfall für welche Maßnahmen zuständig ist.

Eine detaillierte Dokumentation ist daher das A und O einer Sicherheitslösung im industriellen Umfeld. Sie beinhaltet nicht nur die Sicherheitsprodukte selbst, sondern auch alle anderen relevanten Komponenten. Dazu gehören Industrie-Firewalls ebenso, wie Network Access Control, Authentifizierungslösungen und SIEM-Systeme sowie IAM- und PAM-Systeme.

Neue Geschäftsfelder für zertifizierte Partner

Peter Neumeier, Head of Channel Germany bei Kaspersky
Peter Neumeier, Head of Channel Germany bei Kaspersky (Bild: Oliver Reetz)

Erster zertifizierter Industrial-Cybersecurity-Partner von Kaspersky ist die Netplans Systemhausgruppe. Der Kaspersky-Platinum-Partner ist aufgrund der Spezialisierung jetzt auch Experte im Bereich Cybersicherheit für Geräte des Internets der Dinge (IoT), Betriebstechnologie (OT) sowie industrielle Kontrollsysteme. „Dank unserer Zertifizierung ,Industrial Cybersecurity‘ können unsere Partner bei Industriekunden vor Ort innovativen Cyberschutz implementieren“, beschreibt Peter Neumeier, Head of Channel Germany bei Kaspersky, die Vorzüge des neuen Partnerprogramms. Mit der Zertifizierung eröffnen sich den Partnern laut Neumeier neue, zukunftsträchtige Geschäftsfelder im industriellen Bereich.

Auf diesem Weg will der Hersteller seine Partner tatkräftig unterstützen. So erhalten zertifizierte Channel-Partner für Industrial Cybersecurity den direkten Zugang zu einem Partner Account Manager. Er unterstützt die Partner im Verkauf, bei Marketing und bei Bedarf auch im Pre-Sales. Darüber hinaus bietet die Zertifizierung den direkten Zugriff auf NFR-Lizenzen und Betaversionen von Produkten für Industrial Cybersecurity. Mit einem jährlichen Rabatt von zehn Prozent auf den Umsatz mit Industrial Cybercecurity for Nodes sowie Industrial Cybersecurity for Networks will Kaspersky weitere Partner für das Programm begeistern.

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