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Covid-19 bereitet MSPs Sorgen

| Autor: Sarah Böttcher

Obwohl Service Provider aktuell eine erhöhte Nachfrage nach Cloud Services beziehungsweise Remote Work verzeichnen konnten, leiden auch sie unter den finanziellen Herausforderungen der Corona-Pandemie.
Obwohl Service Provider aktuell eine erhöhte Nachfrage nach Cloud Services beziehungsweise Remote Work verzeichnen konnten, leiden auch sie unter den finanziellen Herausforderungen der Corona-Pandemie. (Bild: © taa22 - stock.adobe.com)

Auch Managed Service Provider (MSPs) sind vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht gefeit. Das ist das Ergebnis des diesjährigen Datto-Berichts „Global State of the MSP“, der die Lage der MSPs vor sowie während der Coronakrise beleuchtet. Demnach rechnen 40 Prozent der Studienteilnehmer mit einem Wachstumsrückgang um zehn Prozent.

Vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie rechneten Managed Service Provider (MSPs) weltweit mit einem Wachstum von 17 Prozent. Nach Beginn der Pandemie erwarten 40 Prozent der MSPs, dass diese Wachstumsprognose um mindestens zehn Prozent nach unten korrigiert werden muss. Dennoch bietet der Markt durchaus noch Wachstumschancen.

Da die IT für Millionen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) eine immer größere Rolle spielt, sind MSPs in diesem wachsenden Markt zu einem unverzichtbaren Dienstleister geworden. Entsprechend gibt es MSPs, die von diesem Wachstum profitieren, da immer mehr KMU ihnen ihre IT anvertrauen. In den letzten drei Jahren haben 22 Prozent der MSPs angegeben, dass ihre Gesamteinnahmen pro Jahr um bis zu 5 Prozent gestiegen sind. 24 Prozent der MSPs berichteten sogar von einem Wachstum von bis zu 10 Prozent. Diese Entwicklung sowie der Umstand, dass fast 40 Prozent der befragten Service Provider Jahreseinnahmen in Höhe von 2,5 Millionen US-Dollar verzeichnen, zeigt, dass der Markt gesund ist und Umsatzmöglichkeiten bestehen.

Rettungsschirm Cloud

Auch wenn die wirtschaftliche Unsicherheit von vielen Service Providern als ausschlaggebender Faktor für mögliche finanzielle Herausforderungen genannt wird, könnten die Verluste durch eine Zunahme der Cloud-Migrationen aufgefangen werden. Die Umfrage ergab, dass 57 Prozent der MSPs in den nächsten drei Jahren einen Rückgang der Nutzung von lokalen Servern (On-Premises) für kritische Anwendungen erwarten. Die weltweiten Verordnungen, zu Hause zu bleiben, haben die Nachfrage vieler Unternehmen nach Cloud und IT drastisch gesteigert. Vor diesem Hintergrund spielen MSPs eine entscheidende Rolle, denn sie unterstützen die Unternehmen dabei, den Anforderungen der beschleunigten digitalen Wirtschaft gerecht zu werden. So stellt die Coronakrise Managed Service Provider vor neue Herausforderungen, bietet jedoch auch Chancen.

Cybersicherheit bleibt wunder Punkt

Neben dem ungewissen wirtschaftlichen Umfeld, nennen 34 Prozent der MSPs die Cybersicherheit als größtes Sorgenkind. 2019 lag der Wert mit 30 Prozent etwas niedriger. Datto zufolge könnte dieses verstärkte Sicherheitsbewusstsein jedoch auch mit der steigenden Nachfrage der KMU nach Sicherheitsdienstleistungen einhergehen. Folglich sind es vor allem Managed Security Services, die neben Cloud Services Umsatzpotenzial bieten. Ganz oben auf der Liste der Tools zum Schutz ihrer Kunden stehen Virenschutz (61 %), Zwei-Faktor-Authentifizierung (60 %) und Firewall (58 %).

Nahezu 75 Prozent der MSPs bieten derzeit Managed Security Services an, jedoch eher in Partnerschaft mit einem Managed Security Service Provider (MSSP) oder einem anderen Anbieter (43 %), was wahrscheinlich auf die Komplexität der Thematik zurückzuführen ist. Die Managed-Security-Angebote variieren dabei stark, die meisten konzentrieren sich aber auf die gleichen Tools und Technologien: Virenschutz, Backup und Disaster Recovery, E-Mail-Sicherheit, Patch-Management, Endpunkterkennung und -reaktion sowie Filterung von Inhalten. Rund 31 Prozent der MSPs bieten eigene Managed Security Services (MSS) an.

Wachstumstreiber

Viele MSPs beschäftigen sich mit neuen und aufstrebenden Technologien, um einen möglichst erfolgreichen Weg in der neuen digitalen Wirtschaft und in der neuen Normalität nach Covid-19 einzuschlagen. Angesichts der großen Bedeutung von Technologien für das Remote-Management haben der Umfrage zufolge MSPs große Erwartungen an die 5G-Technologie, da ein schnelleres Drahtlosnetzwerk für Kunden natürlich von Vorteil sein wird. MSPs können Unternehmen bei Entwicklung, Test und Einsatz dieser Technologie zur Seite stehen, was die Innovationskraft deutlich steigern wird, so Datto. Weitere Umsatz versprechende Technologien sind Künstliche Intelligenz (KI) und das Internet of Things (IoT).

Die zwei aktuell konstantesten Wachstumstreiber der MSPs, die ihnen in diesem Markt helfen, sind laut Studie die Generierung eines höheren Anteils von Managed Services am Gesamtumsatz und das Festlegen spezifischer Einnahme- und Wachstumsziele. Kombiniert ermöglichen diese beiden Faktoren den MSPs annähernd eine Verdopplung ihrer Wachstumsrate. Tatsächlich ist es so, dass bei den MSPs auf jeweils zehn Prozent Gesamteinnahmen aus Managed Services ein jährliches Unternehmenswachstum von 0,25 Prozent bis 0,75 Prozent kommt. Darüber hinaus kann man der Umfrage entnehmen, dass größere MSPs sowie junge MSPs in Nordamerika am schnellsten wachsen.

Bestandsaufnahme

84 Prozent der Studienteilnehmer sind davon überzeugt, dass trotz allen Widrigkeiten aktuell ein guter Zeitpunkt ist, ein MSP zu sein. Fast 40 Prozent der befragten MSPs geben an, bereits seit 16 Jahren im Geschäft zu sein, wobei viele ihr klassisches Geschäftsmodell transformiert und auf Managed Services umgestellt haben. 18 Prozent sind seit weniger als fünf Jahren im Geschäft, was darauf hindeutet, dass es auf dem Markt viel Platz gibt und die Managed-Services-Branche für Neulinge attraktiv ist.

Vor allem Mittelstandskunden, die bis zu 150 Mitarbeiter beschäftigen, sind die Hauptzielgruppe von MSPs (60 %). 89 Prozent bezeichnen Klein- und Kleinstunternehmen als potenzielle Kunden. Lediglich fünf Prozent bedienen Kunden mit mehr als 500 Beschäftigten.

Über die Studie

Der Datto-Bericht „Global State of the MSP“ zur Lage der MSPs weltweit enthält statistische Daten aus einer weltweiten Umfrage, an der rund 1.800 Anbieter von Managed Services weltweit teilgenommen haben. Die ursprüngliche Untersuchung wurde durchgeführt, bevor die Covid-19-Pandemie die Weltwirtschaft erschüttert hat. Um die aktuelle Verfassung von MSPs besser wiedergeben zu können, hat Datto eine zweite, kürzere Befragung durchgeführt, um herauszufinden, ob und wie sich die Prioritäten von MSPs verschoben haben. Informationen aus dieser zweiten Untersuchungsrunde sind in den Bericht eingeflossen.

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