Valantic-Umfrage Corona bewegt Unternehmen zum Umdenken

Autor: Heidemarie Schuster

Zu Beginn der Corona-Pandemie ging es Unternehmen vor allem darum, die Geschäftstätigkeit zu sichern und die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Langfristig hat Corona dringend notwendige Change-Prozesse beschleunigt, wie eine Umfrage von Valantic zeigt.

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Die Coronakrise hat dazu geführt, dass Unternehmen neue Wege gehen müssen.
Die Coronakrise hat dazu geführt, dass Unternehmen neue Wege gehen müssen.
(Bild: tadamichi - stock.adobe.com)

Covid-19 hat Unternehmen dazu gezwungen, ihre IT-Projekte und Digitalisierungsinitiativen neu zu priorisieren. Das Virus hat die IT-Roadmap der über 200 von Valantic und Techconsult befragten Unternehmen gehörig durcheinandergewirbelt. In der Reaktion auf neue Herausforderungen stechen in deutschsprachigen Unternehmen die Optimisten aber deutlich die Pessimisten aus. 46 Prozent der Umfrageteilnehmer haben geschäftsrelevante IT-Projekte gestartet, die vorher nicht geplant waren. 37,6 Prozent haben sich dafür entschieden, weniger drängende Projekte erst einmal zu verschieben und nicht mit hoher Priorität anzugehen. Aber nur 23,8 Prozent neigen dazu, bestimmte IT-Vorhaben auf unbestimmte Zeit ganz auf Eis zu legen.

Hilfreiche Maßnahmen

Aufschlussreich ist, welche Maßnahmen im IT-Umfeld als hilfreich erachtet werden, um nach der Krise auch mithilfe externer IT-Dienstleister das Business wieder voll hochfahren zu können und für zukünftige, ähnliche Krisen besser gewappnet zu sein. 41,3 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen ihre Präsenz im kontaktlosen Online-Geschäft verstärken. Ein Grund dafür dürften die hohen Steigerungsraten sein, die der Online-Verkauf in den letzten Monaten für sich verbuchen konnte. B2C- und B2B-Kunden nutzen digitale Vertriebskanäle intensiver als noch vor einem Jahr. 40,8 Prozent der Befragten haben sich vorgenommen, ihre betrieblichen Abläufe zu optimieren oder mit Technologien wie Robotic Process Automation zu automatisieren. Das kommt auch der betrieblichen Performance zugute, die 38,5 Prozent in Zukunft steigern wollen.

Covid-19 hat deutschsprachige Unternehmen nicht nur unter Druck gesetzt, sondern hat auch ein Umdenken und Weiterdenken ausgelöst. Einen großen Sprung nach oben hat das Supply Chain Management gemacht. Firmen wünschen sich eine transparente Lieferkette End-to-End, die alle wichtigen KPIs enthält, sodass auf drohende Engpässe oder Ausfälle schon im Vorfeld reagiert werden kann und Schäden vermieden werden. Logistikprozesse und Supply Chain Management verzeichnen durch Corona ein Relevanzplus von 10 Prozent (vor Corona 35 %, nach Corona 45 %).

Noch relativ junge Technologien wie der digitale Zwilling (Digital Twin), der realwirtschaftliche Prozesse und Lösungen digital und kostengünstiger simuliert, und die Blockchain erhalten mehr Aufmerksamkeit als vor Corona und haben an Relevanz gewonnen. Deutschsprachige Unternehmen denken intensiver darüber nach, wie sie von diesen Technologien profitieren und ihre Geschäftsziele schneller erreichen können.

Erfolgsfaktor: Digitalisierungsstrategie

Die Mehrheit der deutschen Unternehmen hat jedoch noch keine klare Digitalisierungs-Roadmap für die kommenden Jahre. Lediglich 26,1 Prozent setzen eine vorhandene Roadmap bereits um, 29,4 Prozent arbeiten an ihrer Erstellung. 12,4 Prozent stecken noch in der Planung und 7,8 Prozent haben noch gar keinen Gedanken an Digitalisierung verschwendet. Das könnte sich in Zukunft rächen, denn einige hastige Adhoc-Maßnahmen schaffen noch kein smartes, digitalisiertes Unternehmen, das in der Lage ist, zukünftige Herausforderungen und Krisen souverän zu meistern, so Valantic. Unternehmen, die ihre Digitale Transformation konsequent umsetzen, würden dagegen von produktiveren Arbeitsprozessen und effizienteren Wertschöpfungsketten profitieren. Zudem erwirtschaften sie Valanic zufolge bessere betriebswirtschaftliche Kennzeichen.

Über die Studie

Die Studie „Die Coronakrise setzt IT-Prioritäten neu“ wurde von Techconsult im Auftrag von Valantic konzipiert und durchgeführt. 218 Unternehmen wurden im deutschsprachigen Raum zum Einfluss der Coronakrise auf ihre Digitalisierungsvorhaben befragt. Die Befragung erfolgte über einen Online-Fragebogen. Die Stichprobe umfasst Unternehmen ab 500 Mitarbeiter aller Branchen, mit Ausnahme der Öffentlichen Verwaltungen. Ansprechpartner waren in erster Linie IT-Leiter, IT-Fachbereichsleiter sowie Entscheidungsträger bei der Umsetzung digitaler Projekte im Umfeld von SAP, der Logistik, E-Commerce und Customer Experience oder Business Analytics.

Hier geht's zum Download der Studie.

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