Erweiterung des Security-Portfolios Commtouch kauft Berliner Security-Spezialisten Eleven

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Dr. Stefan Riedl / Dr. Stefan Riedl

Einige Besonderheiten in den Regeln zum deutschen Datenschutz lassen viele Firmen lieber gleich auf „Made in Germany“ statt auf landesspezifische Anpassungen setzen, wenn es um Security-Lösungen geht. Bei Eleven betont man daher zur Übernahme durch Commtouch, dass man Berlin treu bleibe.

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Auch nach der Übernahme will Eleven ein Berliner Unternehmen bleiben.
Auch nach der Übernahme will Eleven ein Berliner Unternehmen bleiben.
(Archiv: Vogel Business Media)

Der Mail-Security-Spezialist Eleven aus Berlin wird aufgekauft. Und zwar vom Internet- und Cloud-Sicherheitsunternehmen Commtouch aus den USA. Einzelheiten wie der Kaufpreis wurden nicht genannt. Der Berliner Übernahmekandidat Eleven ist vor allem auf „Managed E-Mail-Security“ in Firmen und E-Mail-Sicherheit für ISPs und Carrier spezialisiert. Als Teil der Unternehmensgruppe von Commtouch wird Eleven weiterhin als eigenständige Firma agieren, betont der Anbieter. Auch der Unternehmenssitz bleibt folgerichtig in Berlin. Eleven gibt an, dass man auch in Zukunft E-Mail-Sicherheit „Made in Germany“ bieten und sich auch weiterhin vor allem auf den deutschsprachigen Markt konzentrieren werde. Schließlich müsse auch gewährleistet sein, dass Managed Services von Eleven in den Bereichen Anti-Spam, Anti-Virus und E-Mail-Archivierung auch in Zukunft nach der „strengen deutschen Datenschutzgesetzgebung“ gegeben sei.

Produktportfolio

Allerdings sei geplant, die Lösungen von Eleven schrittweise in die Angebote von Commtouch zu integrieren. Die Berliner erhoffen sich durch diesen Schritt den Zutritt zu zusätzlichen Märkten, in denen Commtouch bereits agiert.

Bei Commtouch geht es allerdings nicht nur um eine Portfolio-Erweiterung. Mit dem Erwerb der langjährigen Managed-Service-Kompetenz von Eleven will man dort die Security-as-a-Service-Plattformen für OEM-Partner und Service-Provider schneller auf den Markt bekommen.

Chefsachen

Eleven-Gründer Robert Rothe bleibt Geschäftsführer von Eleven, wird aber gleichzeitig als Chief Technology Officer (CTO) Management-Aufgaben bei Commtouch übernehmen. Das Eleven-Geschäft drehe sich auch weiterhin hauptsächlich um die hauseigene E-Mail-Sicherheitstechnologie „Expurgate“.

Der Channel

IT-BUSINESS fragte Walter Schumann, Vice President Sale bei Eleven, nach Auswirkungen für Channel-Partner. Im Tagesgeschäft werde sich erst einmal gar nichts ändern, so der Vertriebsmanager. „Alle Ansprechpartner für unsere Channel-Partner bleiben die gleichen und Struktur und Konditionenmodelle des Eleven-Partnerprograms gelten weiterhin“, so Schumann. Auch der Partnerstatus einzelner Reseller bleibe bestehen.

Mittelfristig baut man bei Eleven auf ein erweitertes Produktportfolio und auf zusätzlichen Ressourcen, mit denen man die Channel-Partner unterstützen könne. Hintergrund hierfür sei, dass Commtouch Elevens Committment zum Channel teile.

Im Laufe der Zeit wird es aber wohl naturgemäß zu einer Angleichung der beiden Partnerprogramme kommen, was aber eher mit positiven Auswirkungen für die heutigen Eleven-Partner einher gehen werde, ist Schumann überzeugt. □

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