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Cloud-ERP und der wertschöpfende Channel

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Konkurrenz auf dem Markt für Cloud-ERPs belebt das Geschäft.
Konkurrenz auf dem Markt für Cloud-ERPs belebt das Geschäft. (Bild: Michail Petrov - stock.adobe.com)

On-Premises-Software ist Channel-Business, für Cloud-Software gibt es Vermittlungsboni. Nicht bei Myfactory. Das Unternehmen macht kein Direktgeschäft und das Cloud-ERP kann auf Sourcecode-Ebene angepasst sowie im Funktionsumfang erweitert werden.

David Lauchenauer, Geschäftsführer der Myfactory Gruppe
David Lauchenauer, Geschäftsführer der Myfactory Gruppe (Bild: Myfacrory)

Als Bereitstellungsmodell nimmt die Cloud tendenziell Wertschöpfung aus dem Channel. So werden Software-Updates und Wartung direkt vom Hersteller vorgenommen, während der Partner mit einmaligen Mini-Margen auf die Abo-Einnahmen und etwas Beratungsentgelt zurecht kommen muss. Bei Myfactory soll das etwas anders laufen und nachhaltiges Geschäft ermöglichen, so David Lauchenauer, Geschäftsführer und Gesellschafter der Myfactory Gruppe. Das Cloud-ERP von Myfactory gibt es sowohl aus der Public, als auch aus der Private Cloud, wobei das Public-Cloud-Modell mehr oder weniger Standard ist. Vertriebspartner bekommen hier ihre Marge auf die Abos und sie machen ihren Umsatz zudem mit Beratungs- und Schulungsleistungen. Den Sourcecode können sie nicht ändern, Customizing, also kundenindividuelle Anpassungen in einem gewissen Rahmen ist hingegen durchaus möglich und wird auch gemacht, sagt Myfactory-Chef Lauchenauer.

Funktionsumfang erweitern

Beim Private-Cloud-Modell gibt es für den Partner zusätzlich die Möglichkeit, updatesichere Anpassungen auf Source-Code-Ebene vorzunehmen. „Beispielsweise hat einer unserer Partner eine Entsorgungslösung im Sinne eines Moduls in Rucksack-Manier angeflanscht“, führt der Manager aus. „Wir wollen fair zu Partnern und fair zu Kunden sein. Wir fördern und fordern und zwar in Hinblick auf 40 ganz spezifische Qualitätspunkte, die das Cloud-­Geschäft verbessern.“

Je nachdem, wo der Partner Nachholbedarf hat, will Myfactory mit Schulungen und Ressourcen ausbilden und aushelfen. „Hier geht es beispielsweise um die Abläufe in Hinblick auf Vertrieb, Projektmanagement, Marketing, die Website, welche Marktsegmente bearbeitet werden, wie ­geschult die Mitarbeiter sind, et cetera. Im Tagesgeschäft spielen natürlich Sales-Hilfen eine große Rolle, bei denen wir Leads an unsere Partner weitergeben“, so Lauchenauer.

Qualität statt Quantität

Myfactory hat rund 100 Partner in Deutschland. „Und brauchen die auch, denn wir machen kein Direktgeschäft und bekennen uns auch dazu, dass es das auch in Zukunft nicht geben wird“, so der Firmenchef. Es gibt noch weiße Flecken auf der vertrieblichen Landkarte, aber das Unternehmen setzt hierbei primär auf Qualität, sagt der Myfactory-Chef, denn „schließlich wollen wir auch gewährleisten, dass wir uns um die Partner auch im Sinne individueller Förderungen kümmern können, um ­gemeinsam erfolgreich zu sein.“

Konkurrenz belebt das Geschäft

Als Cloud-ERP-Hersteller ist Lauchenauer froh, dass Lexware als Marktakteur mit Lexbizz ebenfalls in den Markt mit ERPs aus der Cloud eingestiegen ist: „Zum einen belebt Konkurrenz das Geschäft, zum ­anderen begrüße ich es, wenn mehr über die Vorteile von Cloud ERPs gesprochen wird.“ Neben der Mobilität, der Tatsache, dass die Einführung schneller umgesetzt ist und sich das Pricing nach der Nutzung richtet (Cost per Use), ist ein wichtiger Faktor die Flexibilität, führt der Manager aus. Wenn beispielsweise ein Unternehmen wegen einer Marketing-Kampagne mehr Mitarbeiter und damit Nutzerplätze benötigt, kann es das Abo einfach von 10 auf 15 User hochfahren und danach wieder runter nehmen.

Juristische Aspekte

Myfactory speichert Daten inklusive Backup in Deutschland, was rechtliche Fallstricke umgeht. Apropos: „Die Zeit vor der DSGVO-Einführung war durch Unsicherheit der Partner und Kunden geprägt. Darum haben wir früh angefangen, ein Feature zu entwickeln, das rechtzeitig den Partnern zur Verfügung stand und vom TÜV als EU-DSGVO-konform geprüft wurde“, so der Geschäftsführer. Dabei geht es hauptsächlich um ein Anonymisierungs-Feature für das Recht auf Vergessenwerden.

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