Anbieter zum Thema
Nix Hana
Ein Wermutstropfen ist für ihn die nicht existente Hana-Unterstützung für den Boliden. „Datenbank-Transaktionen und -Analysen sind sozusagen die Kernkompetenz des Mainframes. Nehmen wir noch die enorme Arbeitsspeicherkapazitäten dazu, dann ist er theoretisch die ideale Hana-Maschine.“ Das entsprechende Interesse von SAP tendiert jedoch gegen Null. Was um so bedauerlicher ist, da für Lackner das Thema endlich in der Praxis angekommen ist: „SAP war da sicher schneller als der Markt. Aber jetzt greift das Thema.

SAP ist eines der drei Beratungsfelder, auf dem die Profis unterwegs sind. Standen früher Auswahl und Betrieb geeigneter Infrastrukturen im Vordergrund, ist es heute die Frage der Nutzungskonzepte. „Es geht verstärkt um die Transaktionsbeschleunigung in Richtung Echtzeit, um die Prozesse besser und schneller unterstützen zu können. Und da kommen sie rasch zur Prozessberatung“, erklärt Manfred Lackner. Konsequenz daraus ist der Aufbau einer neuen Business Unit, mit Schwerpunkt Supply Chain und Fertigungs-Industrie, die sich genau darum kümmern soll und am 1. April ihre Arbeit aufgenommen hat. Dafür wurde mit dem Ernst & Young-Partner Udo Bungert kürzlich der „Häuptling“ dieser Unit verpflichtet. Geplant ist der personelle Ausbau auf bis zu 30 Mitarbeiter innerhalb der nächsten Jahre.
Infrastruktur & Software
Die beiden anderen Beratungsthemen neben SAP sind Infrastruktur und Software. Bei der Infrastruktur konzentriert sich das Haus auf die Themen Cloud, Security, Netzwerk und Storage, sowie Microsoft und natürlich die z-Serie. Für viele Kunden betreibt die Profi AG das Rechenzentrum als Managed Service auf kundeneigener Hardware im jeweiligen Unternehmen, quasi als externer IT-Dienstleister.
Im Softwarebereich haben sich die Darmstädter spezialisiert auf Social & Collaboration, Mobility & Prozesse, sowie Big Data & Analytics. Sie entwickeln zwar keine eigene Software und machen auch kein Coding für Kunden, unterstützen diese jedoch in allen Phasen der Entwicklung mit Prozessanalysen, dem Erstellen von Lastenheften, der Auswahl von Verfahren und Tools sowie in Fragen der Integration, wie etwa APIs oder Interoperabilität. „Dieser Bereich ist in den letzten Jahren stark gewachsen“, so Lackner.
IT als Warentermingeschäft
Leuchtende Augen bekommt er beim Themenkomplex Deutsche Börse Cloud Exchange und Darz. Hier zeichnet sich ein spannendes Vermarktungsformat für IT-Leistungen ab. Die Börse hat einen Marktplatz entwickelt, auf dem Cloud-Ressourcen für Prozessorleistung und Storagekapazitäten gehandelt werden sollen. „Das ist vergleichbar mit einem Warentermingeschäft, etwa für Stromkapazitäten oder Schweinehälften“, zieht Lackner plastische Vergleiche. „Dazu müssen natürlich auch gewisse Prämissen festgelegt werden, etwa die Governance-Regeln. Auch müssen die Leistungen austauschbar sein, und deshalb einem gemeinsamen Standard genügen.“
Auf Basis dieser Regeln hat die Profi AG für Darz eine Cloud-Plattform entwickelt. Die Abkürzung steht für das Darmstädter Rechenzentrum des russischen Unternehmers Sergey Miruschnik. In einem ehemaligen Geldbunker der hessischen Landeszentralbank will er statt Tonnen von Geldscheinen zukünftig Petabytes an Daten speichern und verarbeiten. Manfred Lackner wird fast philosophisch: „Es passt natürlich, dass in einem Tresor, in dem früher Geld und Aktien gelagert wurden, jetzt IT-Leistungen ihr sicheres Zuhause finden, die wiederum an der Börse gehandelt werden. Dazu kommt, dass mit Cloud Exchange nicht nur eine valide Alternative zu klassischen IaaS-Anbietern entsteht. Die Kunden werden auch unabhängiger. Es gibt kein Vendor-Lockin mehr, ähnlich wie beim Schritt von proprietären zu offenen Systemen.“
(ID:43287718)