Arbeitsmarktsituation Juli Beschäftigtenzahl in Deutschland bleibt auf hohem Niveau

Redakteur: Peter Königsreuther

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer verliert im Juli 2021 nur minimale 0,1 Punkte. Das bedeutet Stabilität auf hohem Niveau, sagen die Experten. Arbeitsagenturen blicken noch optimistisch in die Zukunft.

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Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) registriert im Juli zwar einen hauchdünnen Rückgang der Beschäftigtenzahl, doch im Prinzip bleibt im Vergleich zum Vormonat alles stabil und auf einem hohen Niveau.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) registriert im Juli zwar einen hauchdünnen Rückgang der Beschäftigtenzahl, doch im Prinzip bleibt im Vergleich zum Vormonat alles stabil und auf einem hohen Niveau.
(Bild: IAB)

Die Arbeitsagenturen erwarten weiterhin eine deutliche Erholung am Arbeitsmarkt, heißt es vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB). Aber das Ende der Fahnenstange scheint beim Optimismus erreicht, wie Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“, vermutet. Risiken für die nächste Zeit drohen durch eine mögliche vierte Welle der Covid-19-Pandemie und damit verbundene neuerliche Eindämmungsmaßnahmen, merkt Weber dazu an.

Die Komponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit legte im Juli um 0,8 Punkte auf 108,8 Punkte zu – ein neuer Rekordwert, heißt es. Die Beschäftigungskomponente sinkt aber um 1,0 Punkte auf 105,5 Punkte – das markiert den ersten, wenn auch nur leichten, Rückgang in diesem Jahr. Die gegenläufige Entwicklung könne man zum einen darauf zurückführen, dass wieder mehr Personen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen können, zum anderen entwickle sich das Arbeitskräftepotenzial schwächer, als in den Jahren, vor der Pandemie.

Fachkräfteengpass macht sich teilweise wieder bemerkbar

Die befragten Arbeitsagenturen schätzen auch ein, inwieweit die Besetzung offener Stellen durch begrenzt verfügbare Arbeitskräfte erschwert wird. Dieser Indikator für die Knappheit von Arbeitskräften hatte in der Krise um rund ein Drittel nachgegeben. Er ist vor allem in den letzten zwei Monaten aber wieder deutlich gestiegen. Allerdings hat er erst rund die Hälfte des Rückgangs aufgeholt, schränkt das IAB ein. Die Fachkräfteengpässe machten sich in Teilen der Wirtschaft wieder bemerkbar, aber noch lägen Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit deutlich höher als vor der Krise.

(Bild: IAB)

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein seit November 2008 bestehender Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers, wird erklärt. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Elektrotechnik.

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