Strategische Neupositionierung Bei T-Systems gilt jetzt Cloud first

Autor: Michael Hase

Der IT-Dienstleister T-Systems ruft eine Cloud-first-Strategie aus. Im Zuge der Umsetzung intensiviert die Großkundensparte der Telekom ihre Beziehungen zu den Hyperscalern, trainiert verstärkt Mitarbeiter und baut ihre eigene OpenStack-Cloud aus.

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Cloud hat für die Telekom-Tochter T-Systems ab sofort Priorität.
Cloud hat für die Telekom-Tochter T-Systems ab sofort Priorität.
(Bild: coffmancmu - stock.adobe.com)

Die Ankündigung dürfte große Signalwirkung für den ITK-Channel haben: T-Systems stellt sich neu auf und ruft eine Cloud-first-Strategie aus. Dazu hat die Großkundensparte der Deutschen Telekom ihre Partnerschaften mit den Hyperscalern AWS und Microsoft intensiviert. Außerdem schult das Unternehmen verstärkt Mitarbeiter und erweitert die Kapazität seiner Open Telekom Cloud, die auf der OpenStack-Architektur basiert.

Aktuell beschäftigt T-Systems bereits mehr als 3.000 Cloud-Berater, -Architekten und -Entwickler. Der Dienstleister will darüber hinaus weitere 5.000 Mitarbeiter zu Spezialisten mit Cloud-Knowhow qualifizieren. Allein die Zahl der zertifizierten AWS-Experten soll von 1.000 auf 3.000 erhöht werden.

Im Rahmen der neuen Strategie investiert das Unternehmen einen dreistelligen Millionenbetrag in die Erweiterung des Cloud-Services-Portfolios, wie es in der Mitteilung heißt. „Alles wird Cloud“, betont Adel Al-Saleh, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom und CEO bei T-Systems. „Die Kunst ist nicht mehr, Rechner zu betreiben, sondern Arbeitsprozesse intelligent in hochautomatisierten Infrastrukturen abzubilden, die wir Cloud Computing nennen.“

Multicloud-Management

In den vergangenen Monaten hat T-Systems die strategische Partnerschaft mit Microsoft ausgebaut. Die Zusammenarbeit mit AWS, die der Dienstleister im Herbst 2018 aufnahm, wurde im vergangenen Dezember auf eine strategische Ebene gehoben. Kunden sollen unter anderem von einer schnelleren Migration auf die Plattform des Hyperscalers profitieren. Darüber hinaus besitzt die Telekom-Sparte auch Kompetenz für Google Cloud, sodass sie nach eigenen Angaben in der Lage ist, Multicloud-Landschaften für Kunden zu managen.

T-Systems stellt das erweiterte Angebot für die Cloud erstmals auf dem virtuellen Kundenevent „Accelerate Digital Now“ vor, das am 16. und 17. Februar stattfindet. Ein Themenschwerpunkt wird auf der sicheren Migration von Workloads liegen.

So hat T-Systems mit dem Cloud Migration Framework eine Methodik entwickelt, mit der sich Anwendungen in einem standardisierten Verfahren von On Premises in die Cloud bringen lassen. Dabei analysieren Experten des Dienstleisters zunächst die Ausgangssituation bei den Kunden und überführen die Workloads dann automatisch auf die Zielplattform. Mit der Future IT Transformation (FITT) Suite stehen zudem Tools bereit, die die Migration von Legacy-Systemen unterstützen. Damit sollen sich beispielsweise unflexible Cobol-Programme in Microservices zerlegen, Informationen aus alten Datenbanksystemen nutzbar machen oder Mainframes schrittweise in die Cloud bringen lassen.

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