Security Audits Automatisierung ist Lywand

Von Ira Zahorsky 4 min Lesedauer

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In Zeiten von Fachkräftemangel und vermehrten Cyberangriffen werden automatisierte Security Audits immer wichtiger. Die umfassende Lösung von Lywand bietet auch kleineren Systemhäusern die Chance, sich zum MSSP weiterzuentwickeln und Longtail Business zu generieren.

Wer nicht will, dass seine „low hanging fruits“ im Vorbeigehen von Cyberkriminellen gestohlen werden, sollte die Cybersicherheit erhöhen.(Bild:  KI-generiert / Midjourney)
Wer nicht will, dass seine „low hanging fruits“ im Vorbeigehen von Cyberkriminellen gestohlen werden, sollte die Cybersicherheit erhöhen.
(Bild: KI-generiert / Midjourney)

Lywand geht es „leiwand“. Der Anbieter der gleichnamigen Security-Audit-Lösung hat den Firmennamen vom Wiener Dialekt-Wort für „großartig, hervorragend“ abgeleitet. Die stetig zunehmenden Cyberangriffe, der Fachkräftemangel und auch NIS2 bescheren dem Unternehmen aus St. Pölten in Niederösterreich auch stetig wachsende Partnerzahlen.

Für 2024 hat sich Tom Haak, CEO bei Lywand, viel vorgenommen: Insgesamt sollen 1.000 Partner ongeboarded werden – eine Verdoppelung der aktuellen Partnerzahl von rund 500. Neue Partner kommen nicht nur über die Distributionspartner Fokus MSP und Infinigate, sondern auch durch Weiterempfehlung. Anfang April wurde ein Distributionsvertrag mit Red Eagle IT-Distribution aus München gezeichnet und ab Mai wird es eine Kooperation mit Synaxon geben, verrät Haak.

Zudem wurde eben eine Investitionsrunde beendet. Deren Gelder sollen auch in den internationalen Ausbau des Geschäfts fließen. Haak will gemeinsam mit dem neuen Distributor Nestec nach Osteuropa. Aber auch UK, die nordischen Länder und Südeuropa sollen bereits dieses Jahr angegangen werden. Dazu wird der Lösungsanbieter auch neues Personal einstellen, das das bislang 17-köpfige Team unterstützen soll. Auch mit AWS besteht eine Kooperation und zwar im Rahmen der Initiative „KMU in die Cloud“. Lywand unterstützt hier als Vulnerability Management Partner.

Bezahlbare Lösung

Das Interessante an der Lywand-Lösung ist, dass sie laut Haak rund 85 bis 90 Prozent aller Cybersecurity-Fälle abdeckt und dennoch für kleinere Unternehmen bezahlbar ist. „Wir sehen, dass bei den Endkunden eine Sensibilisierung für Cybersicherheit da ist. Dennoch ist für viele Unternehmen der Preis ausschlaggebend“, weiß Haak.

Er bekommt Rückmeldungen, dass gerade in vertikalen Märkten der Umsatz aufgrund der geopolitischen Lage zurückgegangen ist. Das wirke sich letztlich auch auf die Partner aus. Haak ist der Überzeugung, dass sich jedes kleine und mittelständische Unternehmen die Basis-Cybersecurity-Hygiene leisten können muss. „Die Frage ist ja nicht mehr, ob ich angegriffen werde, sondern wann. Das muss in die Köpfe der Verantwortlichen rein!“

Alle sollten ihre Früchte höher hängen, damit Cyberkriminelle sie nicht im Vorbeigehen pflücken können.

Tom Haak, CEO Lywand

Auch NIS2 ist für Haak der richtige Schritt in die richtige Richtung. „Aber es ist noch nicht der allerletzte Schluss. Unser Ziel ist die Demokratisierung.“ Seiner Meinung nach sollten alle KMU, egal wie groß, viele Teile der NIS2-Anforderungen abdecken müssen. „Alle sollten ihre Früchte höher hängen, damit Cyberkriminelle sie nicht im Vorbeigehen pflücken können“, ist Haak überzeugt. Ein Hacker limitiere sich bei automatisierten Angriffen schließlich nicht auf KRITIS-Unternehmen.

Welche NIS2-Vorgaben deckt Lywand ab?

Regelmäßige Überprüfung der IT-Infrastruktur auf Schwachstellen
Bewertung, Monitoring, Behandlung und Überprüfung der Schwachstellen
Dauerhafte Überprüfung der Cybersicherheit
Prüfung auf Umsetzung und Wirksamkeit von Maßnahmen
Softwareupdates
Gerätekonfigurationen
Prüfung, ob Kommunikationskanäle verschlüsselt sind

Teilweise werden zusätzlich abgedeckt:
Behebung des Vorfalls
Schnittstellen mit Partnern
Prüfung auf aktivierte Multi- Faktor-Authentifizierungen

Whitelabel, Auto Healing, Feature Request

Um die Partner und damit auch deren Kunden zu unterstützen und deren Arbeitsalltag zu erleichtern, arbeitet Lywand kontinuierlich an der Verbesserung der Lösung, die inzwischen auch als Whitelabel zu haben ist. Bereits im vergangenen Jahr wurde Datto Autotask integriert. Inzwischen wurde eine so genannte REST-API entwickelt, die in sämtliche Systeme integrierbar ist und so Partnern und Ticket-Systemen die Möglichkeit bietet, die Lywand-Lösung anzubinden.

Ende 2023 wurde dann die Funktion „Auto Healing“ integriert. Hier werden bereits bis zu 80 Prozent der beim Scan erkannten Schwachstellen ausgemerzt. Auch Softwareupdates werden automatisch eingespielt, das User-Einverständnis vorausgesetzt. Sauberes Patch-Management ist für Haak essentiell. Zwar haben die Partner oft eigene Patch-Managementsysteme, diese seien aber aufwendig zu betreuen.

Ein Problem, das Lywand nun gelöst hat, ist die Schwachstellenbewertung. Bislang wurde hier nur die Kritikalität mit einbezogen, was zur Folge hatte, dass die Bewertung trotz Lösen vieler Schwachstellen schlecht blieb. Mithilfe einer KI-unterstützten Datenbank wird nun auch die Eintrittswahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten 30 Tage berechnet. So können sich die Partner auf das Beheben der realistischsten Gefahren konzentrieren und so die Bewertung verbessern.

Auch die Feature-Request-Plattform wird gut angenommen, freut sich Haak. Hier können die Partner Funktionen eingeben, die sie gerne in der Lösung integriert hätten. Alle Partner können auf diese Vorschläge voten, so sieht Lywand, was den Partnern wichtig ist. „Das ist für uns ein extrem wertvolles Werkzeug zur Priorisierung unserer Roadmap und Entwicklungsarbeit.“ Es helfe schließlich nichts, unzählige Funktionen zu haben, die der Partner letztlich gar nicht benötigt. Die durchschnittliche Umsetzungszeit der angenommenen Requests beträgt zwei Wochen, lobt der Lywand-Geschäftsführer sein Team. Die nächsten Anforderungen, die auf der Agenda stehen, sind Cloud Security und Netzwerkscanner Light.

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Der Schritt in die MSSP-Welt und die Automatisierung sind die Zukunft.

Ein Thema, das die Partner sehr beschäftigt, ist die Entwicklung vom klassischen IT-Dienstleister zum Managed Security Service Provider (MSSP). „Man ist nicht MSSP, wenn man ein Produkt in der Cloud hat. Da geht es um die Automatisierung der Prozesse dahinter“, erklärt Haak. Ziel sei es, mit der gleichen Personalstärke mehr Kunden zu betreuen.

Die Marge wird zunächst über kleinteiliges Service-Pakete-Business generiert und wandelt sich im Laufe der Zeit zu einem Longtail-Business. „Aus meiner Sicht sind der Schritt in die MSSP-Welt und die Automatisierung die Zukunft“, ist Haak überzeugt.

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