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Lünendonk-Studie

An der KI-Strategie hapert es oftmals

| Autor: Heidemarie Schuster

Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr so abstrakt, wie immer wieder vermutet wird.
Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr so abstrakt, wie immer wieder vermutet wird. (Bild: © lassedesignen - stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz (KI) gilt als eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien für Unternehmen und soll in den kommenden Jahren großen Einfluss auf Geschäftsmodelle und Unternehmensprozesse haben. Laut einer Lünendonk-Studie trauen die befragten Unternehmen KI zudem das Potenzial zu, ihre gesamte Branche disruptiv zu verändern.

Obwohl Künstlicher Intelligenz ein so wichtiger Stellenwert zugesprochen wird, ist es erstaunlich, dass bei der Lünendonk-StudieKünstliche Intelligenz – Anwendungsfelder, Herausforderungen und Ziele von KI-Projekten in Großunternehmen und Konzernen“ heraus kam, dass nur jedes vierte der analysierten Großunternehmen über eine dezidierte KI-Strategie (27 %) oder überhaupt über eine Definition für KI verfügt (24 %). Zudem befindet sich weniger als jedes zweite der wenigen KI-Projekte im Produktivbetrieb der befragten Unternehmen. Gründe hierfür sind unter anderem fehlende oder schlechte Daten (71 %), fehlendes Data-Science-Knowhow (59 %), die Unternehmenskultur (44 %), Probleme bei der Organisation, wie mangelnde fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit (44 %), das Budget (45 %), rechtliche Hürden (41 %) und eine nicht ausreichende IT-Infrastruktur (38 %).

„Data is the new oil“ – dieser Satz war in den vergangenen fünf Jahren häufiger zu hören. Wenn diese Analogie gilt, dann muss konstatiert werden, dass die „Ölqualität“ in deutschen Unternehmen oft mangelhaft ist, Daten-Pipelines nicht zusammenpassen oder die einzelnen Unternehmensbereiche nicht bereit sind, ihre Daten zu teilen. Die große Herausforderung gerade für Non-Start-up-Unternehmen sind IT-Altsysteme. „Mit einer sauberen Datenpflege und wohldefinierter Architektur lassen sich auch Alt-Lösungen integrieren. Aber in der operativen Umsetzung ist dies eine große Herausforderung für Unternehmen. Zudem sind Datenarchitekturen ein unliebsames Feld für sie, da der direkte Business Case nur schwer zu errechnen ist“, sagt Lars Godzik, Geschäftsführer von Ginkgo Management Consulting.

Wenn die Hausaufgaben im Feld der Datenqualität und Datenarchitekturen allerdings nicht gemacht werden, dann liefern KI-Projekte falsche Ergebnisse und scheitern, so die Analysten von Lünendonk. Über 70 Prozent der Unternehmen sehen daher beim Punkt Daten eine große oder sehr große Herausforderung. Zudem gab über die Hälfte der Studienteilnehmer an, dass Knowhow zur Umsetzung von Data-Science-Projekten fehlt.

Anwendung und Potenzial von KI

Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr so abstrakt, wie gelegentlich vermutet wird. In zahlreichen Unternehmensbereichen, wie Kundenservices (67 %), Marketing (46 %) und Vertrieb (45 %) sowie Produktion (55 %) und Entwicklung (45 %), gibt es bereits vielfältige Anwendungsfälle. Alle Studien-Gesprächspartner gehen davon aus, dass das Potenzial von KI in nahezu allen Unternehmensbereichen zukünftig sehr groß ist. Besonders stechen dabei Kundenservice sowie Marketing und Vertrieb als Aktionsfelder hervor. Beispielsweise durch eine individuelle und intelligente Interaktion an sieben Tagen die Woche und 24 Stunden am Tag versprechen sich die Unternehmen hier mehr Umsatz und zufriedenere Kunden. Generell stellten die Interviewpartner fest, dass KI in vielen Fällen dezidiert der Entscheidungsvorbereitung dienen soll, aber am Ende der Mensch die Entscheidung trifft.

Zur Studie

Für die Lünendonk-Studie 2019 „Künstliche Intelligenz – Anwendungsfelder, Herausforderungen und Ziele von KI-Projekten in Großunternehmen und Konzernen“, befragte Jonas Lünendonk, Geschäftsführer des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Lünendonk & Hossenfelder, persönlich 33 CIOs, CDOs und KI-Verantwortliche aus Großunternehmen und Konzernen. Die Studie ist in fachlicher Zusammenarbeit mit Ginkgo Management Consulting und Ginkgo Analytics, Hamburg, entstanden.

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