Interview mit ACP-Geschäftsführer Günther Schiller

ACP positioniert sich als „Systemhaus der Unternehmer“

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ITB: Mit VMware arbeitet ACP auch als Service-Provider im vCloud-Powered-Programm zusammen. Wie groß ist aktuell der Anteil der Managed Services am Geschäft und wie viel kommt davon bereits aus der Cloud?

Schiller: Den Anteil der Managed Services beziffere ich, wenn man alle Leistungen dazurechnet, die wir unter einem Dienstleistungsvertrag erbringen, auf 15 Prozent. Etwa ein Drittel davon stellen wir in unserem Rechenzentrum als Managed Private Cloud oder als Shared Cloud bereit. In Oberbayern liegt dieser Anteil bei zwei Dritteln. Die dortige Geschäftsstelle hat früh auf das Thema gesetzt, und dort befindet sich auch die Cloud-Fabrik, die ihre Services allen anderen Niederlassungen anbietet. Legt man allerdings die strenge Definition von Cloud zugrunde...

ITB: ...hochstandardisierte, mandanten­fähige Services, die der Kunde je nach Bedarf bezieht und die verbrauchs­abhängig abgerechnet werden...

Schiller: ...nach dieser Definition würde ich den tatsächlichen Anteil von Cloud am Geschäft immer noch als überschaubar bezeichnen, auch wenn er zweifellos interessant und wichtig ist. Viele Dienste, die heute gern als „Cloud“ bezeichnet werden, sind zu drei Viertel Managed Services, und die bieten wir schon seit 20 Jahren an.

ITB: Ob Cloud oder Managed Services – tatsächlich lagern Unternehmen zunehmend IT-Aufgaben aus. Teils aus strategischen Erwägungen, teils weil ihnen die finanziellen Mittel für eine größere Investition fehlen und sie die benötigten IT-Leistungen stattdessen als monatlichen Service beziehen. Wie beobachten Sie die Entwicklung?

Schiller: Die Erfahrung haben wir genau so in der Krise 2009 gemacht: Das Projektgeschäft ging nach unten, die Nachfrage nach Managed Services stieg an. Kunden schätzen die Flexibilität des Modells, weil sie damit schwierige wirtschaftliche Phasen abfedern können. Eines der Schlagworte der Cloud lautet „Pay as You Use“: Der Kunde nutzt die Dienste nur dann, wenn er sie braucht, und zahlt auch nur dann dafür. Für Unternehmen ist das ein wesentliches Argument, auf das Service-Modell zu setzen.

ITB: Dafür muss der Dienstleister in seine Infrastruktur investieren.

Schiller: Ja, darin liegt für viele Systemhäuser die große Herausforderung. Die Investitionen ins eigene Rechenzentrum sind ja nur der eine Aspekt, der andere ist der bilanzielle: Der Dienstleister muss heute IT-Equipment einkaufen, erzielt seine Einnahmen aber über eine Zeitachse von drei, vier Jahren. Das heißt, er darf die Erlöse auch nur über diese Zeitachse verbuchen. Er hat heute eine tiefrote Bilanz und überübermorgen eine tiefschwarze.

Lesen Sie weiter, wie der ACP-Chef die künftige Rolle der Systemhäuser sieht.

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