IT-BUSINESS Aktion:

#ITfightsCorona

Netzausbau in Deutschland

5G kommt aufs Land

| Autor: Ann-Marie Struck

Funklöcher ade? Das 5G-Netz erobert ländliche Gebiete.
Funklöcher ade? Das 5G-Netz erobert ländliche Gebiete. (Bild: Funny Studio - stock.adobe.com)

Der Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes in Deutschland geht in die nächste Runde. Bisher haben sich die Netzbetreiber auf Großstädte konzentriert und geschlossene 5G-Campus-Netze für Unternehmen gebaut. Vodafone startet nun den Ausbau in die Fläche, die Telekom will folgen.

Fast ein Jahr nach der Versteigerung der Funkfrequenzen für die fünfte Mobilfunkgeneration in Deutschland hat Vodafone nun auch den 5G-Ausbau in der Fläche gestartet. Dabei wurden 5G-Anlagen im ländlichen Raum in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Brandenburg gemeinsam mit dem Technologiepartner Ericsson in Betrieb genommen. Die Deutsche Telekom kündigte ebenfalls einen großräumigen 5G-Ausbau an. Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung werde im Laufe des Jahres von 5G profitieren können, so der TK-Konzern.

Bislang hatten beide TK-Unternehmen ihren Fokus auf Städte gelegt. Vodafone setzt für die 5G-Versorgung auf dem Land auf 700 Megahertz-Antennen. Der Vorteil: Sie funken in den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz, wodurch auch bei niedrigeren Frequenzen größere Reichweiten erzielt und damit größere Flächen versorgt werden können. Außerdem sind sie in Gebäuden besser zu empfangen. „Vodafone bringt 5G dorthin, wo das Netz zuvor nur ganz schwach oder gar nicht verfügbar war", sagt der Deutschlandchef des Unternehmens, Hannes Ametsreiter.

Kombination aus LTE und 5G

Vodafone verwendet für den Mobilfunkausbau ein spezielles technisches Verfahren (Dynamic Spectrum Sharing), mit dem sowohl 5G als auch 4G (LTE) angeboten werden kann. Das heißt, wenn sich der Kunde mit einem LTE-Handy (4G) im Umkreis der Mobilfunkstation befindet, surft er im LTE-Netz. Hat der Anwender bereits ein 5G-fähiges Smartphone, stellt die Mobilfunkstation automatisch 5G bereit. „Wir bauen 5G smarter: Erstmals bringen wir mit einer Antenne zwei Netze zu unseren Kunden,“ verkündet Gerhard Mack, CTO Vodafone Deutschland.

Die nun aktivierten Mobilfunkstandorte liegen im NRW-Hochsauerlandkreis in Berge (Meschede), Brilon, Olsberg, Bad Wünneberg und Bad Fredeburg. In Baden-Württemberg funkt das Netz jetzt in Ulm, Blaustein und Heroldstatt. In Bayern ist 5G in Buch (Kreis Neu-Ulm) und in Brandenburg in Müncheberg verfügbar.

Eine 700 Megahertz-Mobilfunkstation versorgt laut Vodafone eine Fläche von etwa 20 Quadratkilometern mit 5G. Das sei fünf Mal mehr als die Fläche, die eine 3,5 Gigahertz Mobilfunkstation mit 5G versorgen könne. In diesem Geschäftsjahr plant der Technologiekonzern mehr als 8.000 Antennen an 2.800 Standorten für 5G freizuschalten. Damit würden mehr als 60.000 Quadratkilometer – eine Fläche größer als die Niederlande – mit dem schnellen Netz versorgt werden. Laut Gerhard Mack, CTO Vodafone Deutschland können 5G-taugliche Geräte Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit pro Sekunde erzielen. Das ist schneller als die meisten Festnetzanschlüsse in Deutschland.

Deutsche Telekom zieht hinterher

Im Gegensatz zu Vodafone funkt die Deutsche Telekom noch nicht im ländlichen Gebiet, bereitet die Netzstation auf dem Land jedoch schon für die neue Technik vor. Ein technisches Update für bereits vorhandene Antennen soll den 5G-Ausbau dann schnell voranbringen. Derzeit wird die Technik in zwei Standorten in der Nähe von Wittlich in Rheinland-Pfalz in ersten Testfeldern erprobt. Der weitere Ausbau startet in den kommenden Wochen. „Wir haben Großes vor mit 5G und bringen den neusten Mobilfunkstandard noch dieses Jahr in weite Teile Deutschlands“, sagt Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner. „Die Vorbereitungen im Netz laufen auf vollen Touren, damit möglichst viele Menschen die neue Technologie schnell bekommen. In der Stadt und auf dem Land.“

Dabei soll wie bei Vodafone ebenfalls Dynamic Spectrum Sharing (DSS) zum Einsatz kommen. Das Ausbauprogramm für 5G in Städten läuft parallel weiter, weshalb der Technologiekonzern schon in acht Städten 5G-Highspeed-Antennen einsetzt.

Wenig Akzeptanz von Mobilfunkmasten

Angst schwächt Netzwerkausbau

Wenig Akzeptanz von Mobilfunkmasten

22.04.20 - Der Mobilfunkstandard 5G gilt als Paradigmenwechsel in der Netztechnologie. Jedoch bremst einer Studie des Bitkom zufolge die Angst der Bevölkerung vor möglichen gesundheitlichen Schäden den Netzausbau. Demnach ist jeder Zweite gewillt, dagegen zu protestieren. lesen

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46541927 / Mobility)