Hightech im Unterseekabel oder was optische Prozessoren heute leisten 400 Gigabit pro Sekunde über eine einzelne Glasfaser

Redakteur: Daniel Feldmaier

Alle großen Städte dieser Welt sind durch Glasfasernetze miteinander verbunden. Optische Prozessoren von Ciena ermöglichen 100-Gigabit-Übertragungen in terrestrischen Netzwerken und kommen in Untersee-Kabeln über extrem lange Distanzen zum Einsatz. Aber auch Konkurrenten wie Level 3 und Global Crossing arbeiten mit Hochdruck an ihren optischen Netzen und versuchen dabei, physikalische Grenzen zu überwinden.

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Unser gesamter Globus ist mittlerweile von einem dichten Netz aus Glasfasersträngen überzogen, die sich an Knotenpunkten treffen.
Unser gesamter Globus ist mittlerweile von einem dichten Netz aus Glasfasersträngen überzogen, die sich an Knotenpunkten treffen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Alle paar Jahre erreicht die Netzwerkbranche eine neue Geschwindigkeits-Stufe. Gut für Fachhändler, denn alte Netzwerk-Technik, inklusive Switches und Kabel, müssen bei Technologiesprüngen ersetzt werden. Mittlerweile sind 40-Gigabit-Netzwerke schon wieder überholt, und die 100-Gigabit-Glasfaseranbindung bildet die aktuelle Technologiespitze. Doch diese stellt Betreiber und Hardware-Hersteller vor ungeahnte Schwierigkeiten. Denn die Übertragung von Lichtwellen lässt sich nicht beliebig beschleunigen. Es kommt zu Interferenzen, extremer Hitze und Datenverlusten. Auch der außerordentlich hohe Energieverbrauch von 100-Gigabit-Netzen ist ein Problem.

Insgesamt sechs große Betreiber, sogenannte „Tier 1 Internet Provider“, haben den weltweiten Glasfasernetzwerk-Kuchen unter sich aufgeteilt und hunderttausende Kilometer Glasfaserkabel auf allen Kontinenten und durch die Meere verlegt. Telekommunikationsunternehmen in aller Welt nutzen diese – wenn nicht gerade ein Unterseebeben ein Kabel beschädigt oder ein Bagger an Land versehentlich zusticht.

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Glasfaser Wellenmultiplexer von Ciena. (Archiv: Vogel Business Media)

In den meisten Glasfaser-Netzen ist mittlerweile das Wellenlängen-Multiplexverfahren Standard. Das Licht wird dabei in viele verschiedene Frequenzen (Farben) zerlegt. Auf jeder Frequenz können parallel zu anderen Frequenzen Daten transportiert werden, wodurch gewaltige Datenmengen gleichzeitig in jeder einzelnen Faser eines Glasfaserkabels übertragen werden. So liegt die maximale Übertragungsgeschwindigkeit des 15.000 Kilometer langen TAT-14 –Unterseekabels bei 1.280 Gigabit pro Sekunde. Es enthält acht Glasfaser und wird durch 16-fach-Wellenmultiplex betrieben. Zwischen Europa und Südafrika wird bis Mitte 2012 ein weiteres Internet-Seekabel verlegt, es soll 5,12 Terabit pro Sekunde übertragen und 17.000 Kilometer lang sein.

Der nächste Technologiesprung

„In den letzten 20 Jahren haben wir gesehen, wie optische Technologien das grundlegende Netzwerkdesign verändert haben. Heute stehen wir kurz vor der nächsten bahnbrechenden technologischen Innovation – der kohärenten Ära optischer Netzwerke“, so Rick Dodd, Senior Vice President Global Marketing von Ciena.

Die Entwicklung kohärenter Optiken hat zu einer erheblichen Steigerung der optischen Leistung geführt. Hinter der kohärenten Optik verbirgt sich eine Technologie, durch die sich eine Lichtwelle auch über lange Strecken nicht verändert. Dadurch sind derzeit störungsfreie, verstärkerlose Übertragung mit einer Datenraten von 12,5 Gigabyte pro Sekunde (100G) über eine Distanz von vielen hundert Kilometer möglich.

Was die Konkurrenz im Glasfaser-Geschäft macht und mehr zur Hightech in Unterseekabeln lesen Sie auf der nächsten Seite.

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