Hightech im Unterseekabel oder was optische Prozessoren heute leisten

400 Gigabit pro Sekunde über eine einzelne Glasfaser

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Bis zu 8,8 Terabyte pro Sekunde

Mit einer mehr als zehnjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeit in der Nutzung von Silizium-Elektronik für optische Übertragungen ist Ciena mittlerweile bei den kohärenten optischen Wavelogic-Prozessoren Pionier in diesem Segment. Erst im Jahr 2005 gelang es Ciena die Verbreiterung optischer Impulse, in einer optischen Faser zu verhindern. Diese sogenannte elektronische Dispersionskompensation hat das physikalische Problem bei hohen Frequenzen behoben. Der erste kohärente Prozessor wurde 2008 vorgestellt. Ciena spricht hier von einer „spektralen Effizienz für bis zu 8,8 Terabyte pro Sekunde pro einzelnem Faserpaar.“ Ciena betreibt nach eigenen Angaben über 5.565.000 implementierte kohärente Glasfaser-Kilometer.

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Die Wavelogic-Prozessoren von Ciena sollen optische Beeinträchtigungen mindern und existierende Glasfaserinfrastrukturen kosteneffizient nutzen. „Die Tatsache, dass kohärente Technologie für die Terabit-Ebene notwendig ist, ist am Markt weitreichend akzeptiert. Nun müssen wir uns auf die automatisierte Energieverbrauchssteuerung und eine bessere Ausnutzung der Bandbreite konzentrieren“, so Rick Dodd.

Um Effizienz und Reichweite weiter zu verbessern, werden künftige Versionen der Wavelogic-Prozessoren eine Soft-Decision-Forward-Error-Correction (FEC) enthalten. Die FEC-Technologie verringert Stromverbrauch und Latenzzeit.

Das Geschäft mit der Glasfaser

Level 3 Communications, Netzbetreiber und ein wichtiger Kunde von Ciena ist ebenfalls Spezialist auf dem Gebiet optischer Netzinfrastrukturen und betreibt ein großes IP-Glasfasernetzwerk mit einer Gesamtlänge von über 130.000 Kilometer, welches von Telekommunikationsunternehmen angemietet wird. Level 3 überträgt dabei mehr als sechs Milliarden Sprach-Minuten (VoIP) pro Monat und ist an 85 Prozent aller Unterseekabel angeschlossen. Das Unternehmen betreibt derzeit in Deutschland fünf Großrechenzentren und Metro-Netze, das heißt innerstädtische Glasfasernetze, an den Standorten Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt und München. Das US-Unternehmen Level 3 nutzt unter anderem Technologien des Unternehmens Broadwing. Dieses entwickelte vor zehn Jahren die volloptischen Netzwerklösungen Corwave XL (terrestrisch) und XF (Unterwasser) und hieß damals noch Corvis. Nach zahlreichen Zukäufen änderte Corvis im Jahr 2004 seinen Namen in Broadwing und wurde 2006 von Level 3 Communications aufgekauft.

Seekabelverlegung von einer gigantischen Kabelrolle aus. (Archiv: Vogel Business Media)

Auch die übrigen Netzbetreiber aus der Glasfaser-Branche wie JDSU, Corning und Global Crossing entwickeln unaufhörlich neue Technologien: So meldet der US-amerikanische Netzbetreiber JDSU im März 2010 die erste öffentliche Vorführung von Dual-Rate-Optik (100GE und OTU-4) in einem CFP (Formfaktor für optische Transceiver zur Ermöglichung von 40Gbps- und 100Gbps-Applikationen, inklusive High Speed Ethernet der nächsten Generation 40GbE und 100GbE). In einem Langzeittest wurden Daten vielfach abwechselnd über Ethernet- und Glasfaser-Netzwerke übermittelt – fehlerfrei. Ziel von JDSU war es, zu beweisen, dass vorhandene Glasfasernetze für eine vergleichsweise kostengünstige 100G-Übertragung genutzt werden können, wenn die Dual-Rate-Optik eingesetzt wird. JDSU, Kunde von Cienna und zugleich Anbieter von Mess-und Testgeräten für optische Hochgeschwindigkeitsnetze, hob besonders den niedrigen Stromverbrauch bei seinem Testlauf hervor.

Lesen sie auf der nächsten Seite wer Daten mit 100 Gigabit pro Sekunde über 250 Kilometer ohne Verstärkung schickt und mit welcher Geschwindigkeit Daten durch ein 20.000 Kilometer langes Untersee-Glasfaserkabel rasen.

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