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Digitalisierung im Bildungssektor

Zwischenbilanz zum Homeschooling

| Autor: Ann-Marie Struck

Der Unterricht fand in den letzten Wochen zum Teil via Videokonferenz statt.
Der Unterricht fand in den letzten Wochen zum Teil via Videokonferenz statt. (Bild: Antonio Diaz - stock.adobe.com)

Zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus wurden deutschlandweit Schulen geschlossen. IT-BUSINESS hat mit Mark Schüttler, Channel Manager DACH bei Smart Technologies, über die Herausforderungen und Chancen von Homeschooling gesprochen.

Vor gut einem Jahr wurde der DigitalPakt Schule vom Bund beschlossen. Damit hat eine deutschlandweite Digitalisierung der Schule begonnen. Erst Anfang des Jahres haben die Schulen ihre Medienentwicklungspläne eingereicht. Ein paar Monate später kam dann der Lockdown. Alle Schulen wurden in Deutschland geschlossen und plötzlich musste virtuell unterrichtet werden. Dabei waren digitale Technologien ein zentrales Mittel, um Unterricht überhaupt stattfinden zu lassen.

Mark Schüttler, Channel Manager DACH bei Smart Technologies.
Mark Schüttler, Channel Manager DACH bei Smart Technologies. (Bild: Smart Technologies)

In der Breite habe der virtuelle Unterricht per Knopfdruck leider nicht immer geklappt, erzählt Mark Schüttler, Channel Manager DACH bei Smart Technologies. Zum einen, weil die Lehrkräfte nicht dafür ausgebildet waren, Fernunterricht mit digitalen Werkzeugen zu halten. Zum anderen, weil landesweit Konzepte, Infrastruktur und Technik fehlten. Letztendlich haben alle Beteiligten versucht das Beste aus der Lage zu machen und immerhin stehen die Schulentwicklung sowie die technische Ausstattung nun im Zentrum gesellschaftlicher Debatten.

„Da ist viel Dynamik freigeworden und ich glaube, dass dies den Markt noch einmal mehr beschleunigen wird. Die Fördermillionen aus dem DigitalPakt Schule sowie die aufgelegten Sonderprogramme von Bund und Ländern bringen hier viel Bewegung. Das ging schon während der Schulschließungen los: Zahlreiche Schulträger, vor allem in den nördlichen und östlichen Bundesländern, haben die Zeit der Schulschließung genutzt, um die leerstehenden Schulgebäude mit WLAN auszuleuchten, mit Displays auszustatten und pädagogische Software anzuschaffen – sprich, Infrastruktur aufzubauen, damit Unterricht stattfinden kann, wenn die Schulen wieder öffnen“, erzählt Schüttler.

Nun haben auch die Schulen wieder geöffnet und in vielen Ländern wird hybrid unterrichtet, das heißt, es gibt eine Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht. Schüttler ist sich sicher, dass man sich nun darauf besinnt die Schulen so auszustatten, dass sie die Kinder und Jugendlichen auf eine digitalisierte Welt vorbereiten können. Im Vordergrund steht seiner Meinung nach der pädagogische Nutzen einer Technologie, sowohl für den virtuellen als auch den präsenten Unterricht.

Homeschooling in der Praxis

Smart Technologies, ein Hersteller von interaktiven Displays, ist seit über 30 Jahren im Bildungsmarkt tätig und hat aus dem aufgebauten Netzwerk unterschiedliche Erfahrungsberichte erhalten. Laut Schüttler wurde insgesamt jedoch eines deutlich: An Schulen, die vorher schon mit digitalen Unterrichtsformen vertraut waren, hat Homeschooling besser geklappt. „In Hamburg hat uns zum Beispiel eine didaktische Leiterin an einer Schule erzählt, dass sie den Unterricht binnen einer Woche komplett auf digitalen Fernunterricht umstellen konnte“, berichtet Schüttler.

„Die Schule war schon mitten in der Digitalen Transformation und die Kinder waren durch den ständigen Umgang mit der Technik schon an selbstständiges, aber auch interaktives, kollaboratives und teils ortsungebundenes Lernen gewöhnt. Auch die Lehrkräfte waren schon fortgebildet und es fiel ihnen leichter, ihre Unterrichtskonzepte in den virtuellen Raum zu verlegen.“

Herausforderungen beim Hausunterricht

Schüttler zufolge gab es in Bezug auf Homeschooling zwei große Herausforderungen: einmal die Methoden. „Lehrkräfte sind nicht für interaktiven sowie ortsungebundenen Unterricht ausgebildet und sie haben keine Übung im Umgang mit den Technologien, weil ihr Arbeitsplatz nicht damit ausgestattet ist. Deshalb behalfen sie sich mit dem Verschicken von Arbeitsblättern im PDF-Format oder Ähnlichem.“ Die zweite Herausforderung war die technische Seite. „Und hier fehlt es an vielen Ecken und Enden: Breitbandanschluss, WLAN Infrastruktur an der Schule, Ausstattung mit interaktiven Technologien, Software und Endgeräten. Das muss jetzt zügig behoben werden und dafür gilt es, dass die Träger und Kommunen die bereitgestellten Mittel abrufen.“

Der Hersteller bietet in Zusammenarbeit mit seinen Partnern methodisch-didaktische Schulungen und Trainings an, die über das rein Technische hinausgehen. Zudem stehen über einen YouTube-Kanal Videos von Lehrkräften, die eigene Unterrichtsbeispiele und Anwendungstipps vorstellen, zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es über den Smart-Exchange-Server kostenfreie, interaktive Arbeitsblätter und Materialien für den Unterricht.

Zukunft der digitalen Bildung

Die Corona-Pandemie hat offengelegt, wie groß der Bedarf an digitalen Bildungslösungen ist. Folglich gibt es in einigen Bundesländern schon jetzt mehr Förderprogramme als den DigitalPakt Schule. Schüttler ist davon überzeugt, dass die Investitionen ins Bildungssystem weitergehen werden. „Denn schon jetzt ist klar, dass die fünf Milliarden nicht ausreichen werden, um alle Schulen im Land auf den zeitgemäßen Stand zu bringen, beziehungsweise, auf diesem Stand zu halten. Anschließend müssen auch Wartung, Support, digitaler Content, Lehrkräftefortbildung und vieles mehr finanziert werden.“

Außerdem werden sich die Technologien ebenfalls weiterentwickeln, vor allem in Richtung Interaktivität und Kompatibilität mit anderen Lösungen sowie Energieeffizienz. Am wichtigsten ist dem Manager der Grundsatz des DigitalPakts: „Die Technik muss der Pädagogik folgen.“

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