AMD Threadripper Pro Serie 5000 Zen 3 für High-End-Workstations

Von Klaus Länger

Mit der Serie 5000 von Threadripper Pro hat AMD nun auch die Workstation-Prozessoren mit bis zu 64 Kernen auf die Zen-3-Basis vorgestellt. Lenovo rüstet die neue Generation der Thinkstation P620 mit den schnelleren CPUs aus.

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Die AMD-Threadripper-Pro-Prozessoren der Serie 5000 basieren nun auf der Zen-3-Architektur mit höherer Rechenleistung pro Takt und höherer Maximalfrequenz. Zudem sind jeweils acht Kerne und 32 MB L3-Cache in einem Core-Komplex vereint, was die Latenz verringert.
Die AMD-Threadripper-Pro-Prozessoren der Serie 5000 basieren nun auf der Zen-3-Architektur mit höherer Rechenleistung pro Takt und höherer Maximalfrequenz. Zudem sind jeweils acht Kerne und 32 MB L3-Cache in einem Core-Komplex vereint, was die Latenz verringert.
(Bild: AMD)

Die Workstation-Prozessoren der Threadripper-Pro-Serie waren bisher die letzten AMD-Prozessoren, bei denen der Hersteller den Umstieg von der Zen-2- auf die Zen-3-Mikroarchitektur noch nicht vollzogen hatte. Das hat sich nun mit der Serie 5000 von Threadripper Pro geändert. Die neuen Modelle bieten weiterhin bis zu 64 Kerne mit 128 Threads und sie passen in die bestehenden Mainboards mit Sockel sWRX8. Allerdings erreichen die neuen Workstation-Prozessoren durch Verbesserungen bei der Architektur eine laut AMD durchschnittlich 19 Prozent höhere Leistung pro Takt. Dafür verantwortlich ist vor allem der Aufbau der einzelnen CPU-Chiplets mit jeweils acht Cores. Bei Zen 2 waren sie noch in zwei CPU-Komplexe (CCX) mit jeweils vier Kernen und 16 MB Level-3-Cache aufgeteilt. Bei Zen 3 ist der Hersteller zu einem Unified-Complex-Konzept übergegangen, das alle acht Cores und 32 MB L3-Cache in einem CCX vereint. Das verringert insgesamt die Latenz bei Zugriffen auf den Cache, da innerhalb eines Chiplets Zugriffe von allen Cores auf den gesamten L3-Cache nun sehr schnell erfolgen können.

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Weitere Verbesserungen der Serie 5000 gegenüber der Serie 3000 liegen in der höheren Boost-Taktfrequenz, die nun bei allen Modellen 4,5 statt 4,2 oder 4,3 GHz erreicht, einer teilweise im 100 MHz erhöhten Basis-Taktrate und erweiterten Sicherheitsfunktionen. Gleich geblieben sind die insgesamt bis zu 256 MB L3-Cache, die 128 PCI-Express-Lanes mit PCIe 4.0 und die acht Speicherkanäle für DDR4-3200-SDRAM.

Als neue Sicherheitsfunktion ist mit Zen 3 zusätzlich AMD Shadow Stack an Bord gekommen. Eine geschützte Kopie des Stacks soll dabei gegen Control-Flow-Angriffe schützen, bei denen Schadprogramme mittels Return Oriented Programming (ROP) durch den Missbrauch bestehender Codefragmente im Speicher Schutzmaßnahmen wie Data Execution Prevention (DEP) umgehen kann.

Neuer 24-Kerner

Insgesamt fünf Threadripper-Pro-CPUs schickt AMD ins Rennen. Die Modelle 5995WX mit 64 Cores, 5975WX mit 32 Kernen, der 16-Kerner 5955WX und der 12-Kerner 5945WX sind dabei direkt Nachfolger der entsprechender Prozessoren der Serie 3000. Neu ist der 5965XW mit 24 Kernen und 48 Threads. Für alle fünf Modelle gibt AMD einen TDP von 280 Watt an. Die CPUs mit bis zu 32 Cores haben direkte Gegenstücke bei den Intel-Xeon-Prozessoren auf Ice-Lake-SP-Basis, eine Single-Socket Lösung mit 64 Kernen hat Intel nicht bis bieten. Laut AMD sollen die neuen Threadripper-Pro-Modelle bei gängigen Workstation-Workloads signifikant schneller als die entsprechenden Xeon- Gegenstücke sein. AMDs Marktanteil bei High-End-Workstations mit großem Gehäusevolumen soll daher auch mittlerweile 60 Prozent betragen, so der Hersteller.

Lenovo Thinkstation P620

Schon beim Threadripper Pro 3000 war Lenovo der erste Hersteller, der mit der Thinkstation P620 eine Workstation mit den AMD-Prozessoren angeboten hat. Nun geben die Serie-5000-CPUs ebenfalls ihre Premiere in der von Lenovo überarbeiteten Thinkstation P620. Der Hersteller verspricht eine Leistungssteigerung von bis zu 25 Prozent im Vergleich zur vorhergehenden Generation der Workstation.

Als Mainboard dient weiterhin eine Lenovo-eigene Platine mit AMDs BXB-B-Chipsatz, den der Hersteller exklusiv verwendet. Im Gegensatz zu den später erschienen Boards mit WRX80-Chipsatz unterstützt die P620 nur ein TB statt zwei TB DDR4-3200 mit ECC als Arbeitsspeicher. Ansonsten bietet die Workstation Platz für bis zu vier Single- oder zwei Dual-Slot-Grafikkarten mit zwei Nvida RTX A6000 als Maximalkonfiguration. Auf dem Mainboard sitzen zwei M.2-Steckplätze für NVMe-SSDs, die zusammen bis zu vier TB Speicherplatz bieten können. Dazu kommen noch vier 3,5-Zoll-HDD Einschübe im Gehäuse für weitere 16 TB Kapazität in Form von HDDs. Für die LAN-Anbindung steht ein 10GbE-Port bereit, zudem ist eine WLAN-Karte eingebaut. Ein 1.000-Watt-Netzteil versorgt die Hardware mit Strom.

Die Thinkstation P620 bietet eine umfassende ISV-Zertifizierung und Thinkstation Diagnostics 2.0 sowie Thinkshield für Management, Service und den Schutz gegen digitale Angriffe.

Die Lenovo Thinkstation P620 mit Threadripper-Pro-5000-Prozessoren von AMD soll ab Ende März verfügbar sein.

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