Kooperation für Cloud-Rechenzentren Yorizon: Hochtief trifft Thomas Krenn

Von Dr. Stefan Riedl 3 min Lesedauer

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Ein Rechenzentrum ist ein Gebäude voller IT. Mit Gebäuden kennt sich Hochtief aus, mit IT die Firma Thomas Krenn. Vor diesem Hintergrund ist ein IaaS- und PaaS-Anbieter entstanden. Die Angebote sind für den Channel-Vertrieb gedacht und whitelabelbar.

Thomas Krenn und Hochtief haben eine gemeinsame Tochter namens Yorizon.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Thomas Krenn und Hochtief haben eine gemeinsame Tochter namens Yorizon.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Wenn man davon ausgeht, dass ein Startup ein gerade gegründetes Unternehmen mit einer innovativen Geschäftsidee ist, könnte man Yorizon für eines halten. Geht man nach der Definition im Gabler-Wirtschaftslexikon, ist dabei auch das geringe Startkapital ein Wesensmerkmal, und spätestens hier fällt das Unternehmen aus dem Definitionsschema. Yorizon wurde vor ein paar Wochen aus dem Hochtief-Baukonzern heraus zusammen mit dem IT-Akteur Thomas Krenn gegründet. Am Konzept wurde seit rund vier Jahren gefeilt.

Yexio als Datacenter-Brand

Mehrere Rechenzentren in Deutschland sollen die IaaS- und PaaS-Angebote von Yorizon ausspielen.(Bild:  HOCHTIEF)
Mehrere Rechenzentren in Deutschland sollen die IaaS- und PaaS-Angebote von Yorizon ausspielen.
(Bild: HOCHTIEF)

„Mit Thomas Krenn ist ein Akteur im Hintergrund, der seit 10 Jahren Expertise in Sachen Wasserkühlung hat. Und Hochtief PPP (Public Private Partnership) ist ein Top-Player beim Bauen und Betreiben von Gebäuden – sie bauen auch die Rechenzentren für uns in modularer Konstruktion“, so der Co-Geschäftsführer des Unternehmens Gernot Hofstetter. Diese Rechenzentren laufen unter dem Namen „Yexio“.

Bekenntnis zum Channel

Die gemeinsame Geschäftsführung von Yorizon übernehmen Gernot Hofstetter, zuvor CCO bei Nfon, und Andreas Schweinar, früherer COO der RSBG Infrastructure Technologies. Zum Start sucht das Unternehmen Partner der ersten Stunde, die mit Yorizon das Geschäft hochziehen. Die Eckpunkte sind folgende: Es wird kein Direktgeschäft geben, vielmehr setzt der Anbieter zu 100 Prozent auf den Channel. Vertrieben werden Lösungen aus dem Bereich Infrastructure- und Plattform as a Service (IaaS und PaaS). Yorizon selbst bietet kein Consulting und keine Managed Services an, da sei also jede Menge Raum für Partner-Wertschöpfung gegeben, lässt Hofstetter durchblicken.

IaaS und PaaS im Fokus

Gernot Hofstetter, Geschäftsführer, Yorizon(Bild:  Pixelcoma)
Gernot Hofstetter, Geschäftsführer, Yorizon
(Bild: Pixelcoma)

Unter IaaS werden in diesem Zusammenhang vor allen Dingen VMs verstanden, die Partner für ihre Kunden bereitstellen, und mit PaaS sind in erster Linie Kubernetes-Systeme gemeint. „Die Yorizon Cloud ist multimandantenfähig und whitelabelbar und spricht damit Reseller an, die eine ‚eigene Cloud‘ aus unseren Yexio-Rechenzentren heraus vermarkten wollen“, erläutert der Co-Geschäftsführer.

Vom Collocation-RZ zum Partner

„Neben diesen Cloud-Service-Providern sprechen wir aber auch kleinere Unternehmen und die öffentliche Hand an, denen wir über Partner anbieten, deren Cloud-Infrastruktur in unsere Rechenzen­tren zu verlagern. Hier gehe es letztlich darum, eigene Systeme in Collocation-­Rechenzentren abzubauen und in Partnerhände zu geben. „Von No-Cloud bis Cloud-Native ist ein großes Spektrum und wir sprechen mit unserem Angebot alle an“, sagt Hofstetter. So wolle man mit dem Thema „Digitale Souveränität“ bei Kommunen und Konzernen punkten – einerseits im Hinblick auf den Standort Deutschland und dem Cloud Act und zum anderen in technischer Hinsicht beim Vendor-Lock-In.

Die Rolle des Souvereign Cloud Stack (SCS)

Für das zuletzt genannte Thema spielen nach Einschätzung des Co-Geschäftsführers Open-Source-Technologien im Allgemeinen und der Souvereign Cloud Stack (SCS) eine besondere Rolle. SCS-­Konformität erleichtere den Umzug des kompletten Systems auf andere Anbieter. Hofstetter findet: „Nach meiner Überzeugung sollten jegliche Abhängigkeiten stets auf freiwilliger Basis eingegangen werden und auch wieder auflösbar sein.“ Das Produktportfolio sei in erster Linie für den Mittelstand und den Public Sector designt.

Partner der ersten Stunde gesucht

Das Partnerprogramm wird gerade entwickelt und folgende drei Segmente ansprechen: Distribution, Reseller und Provisionen. „Wer von Anfang an dabei ist, hat in dieser Entstehungs- und Aufbauphase die Möglichkeit, das Partnerprogramm aktiv mitzugestalten, bevor es dann im Februar kommenden Jahres ausgerollt wird“, verspricht der Manager. Im Februar soll die Plattform live gehen, im Sommer startet dann das erste Rechenzentrum in Heiligenhaus, nahe Essen. Weitere sollen folgen. Aktuell sei Hochtief auf der Suche nach passenden Grundstücken in ganz Deutschland. „Hierbei können wir auf die Hochtief-Expertise bauen“, so der Yorizon-Manager.

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