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Wie es funktionieren kann
Das Beispiel des Münchner Software-Anbieters und Gebrauchtwaren-Händlers USC zeigt, wie sich unter dieser Prämisse auch Volumenlizenz-Verträge ohne Fallstricke handeln lassen. Man setze die vertraglichen Vorgaben der Hersteller eins zu eins um, erklärt USC-Geschäftsführer Walter Lang: »Wir fordern in jedem Fall das Einverständnis von Microsoft an, das wir auch bekommen, wenn wir uns an die Regeln halten.« Trotz einiger Einschränkungen könnte damit ein Großteil der bei den Kunden vorhandenen Software weiterverkauft werden, darunter auch Volumenlizenz-Pakete. So erlaubt Microsoft die Übertragung von Volumenlizenzen in Open-Verträgen im Ganzen.
Den Weiterverkauf von Select- und Enterprise-Agreement-Verträgen und das Aufsplitten von Volumen-Paketen in Einzel-Lizenzen wollen die Redmonder angesichts der unklaren Rechtslage aber nicht unterstützen. »Wir richten uns nach diesem Wunsch«, so Lang, der hier die Ansicht des Herstellers teilt: »Wäre die Aufspaltung möglich, könnte ein großer Missbrauch der Vertriebsstrukturen stattfinden. So werden die höchst individuellen Enterprise-Agreement-Verträge oftmals mit Mengenrabatten versehen. Werden daraus Einzel-Lizenzen anschließend unter dem marktüblichen Preis weiterverkauft, was tatsächlich geschehen ist, müssen sich Hersteller dagegen wehren.«
Bei Select-Verträgen allerdings, bei denen Kunden unter anderem ein Paket aus verschiedenen Produktgruppen wie Server- und Anwendungs-Software kaufen, wünscht sich mancher Partner vom Hersteller mehr Entgegenkommen im Prozessablauf.
Microsofts Vorstoß: MAR
Diesem Wunsch ist Microsoft jetzt mit dem Microsoft Authorised Refurbisher Program (MAR entgegengekommen: Denn das MAR bietet Vertriebspartnern ein Lizenz-Modell, das den Verkauf gebrauchter Windows-Betriebssysteme für wiederaufbereitete PCs erlaubt. Enthalten sind auch Tools, um den Re-Installationsprozess zu vereinfachen.
Um am Programm teilzunehmen, müssen Händler unter anderem nachweisen, dass sie im vergangenen Jahr durchschnittlich 5.000 PCs oder Notebooks pro Monat wiederaufbereitet haben und dass die Datenlöschung den vorgeschriebenen Standards folgte. Im Rahmen des Programms stehen zwei Modelle für die Installation auf Gebraucht-PCs zur Verfügung: die Windows XP Home Edition und Windows-Professional-Lizenzen inklusive COAs (Certificate of Authenticity). Aktuell stehen beide Lizenzen für die Gebraucht-PCs nur in Englisch, Spanisch und Französisch zur Verfügung. 2008 sollen weitere Sprachen hinzukommen. Den verbauten Gebraucht-Lizenzen legt Microsoft auch einen Upgrade-Leitfaden für neue Betriebssystem-Versionen bei. Jährlich zum 1. August prüft der Hersteller, ob teilnehmende Partner die Voraussetzungen noch erfüllen.
Im Unterschied dazu lässt das bereits laufende »Community MAR-Programm« nur dann die Installation von Microsoft-Software auf wiederaufgearbeiteten Computern zu, wenn diese an gemeinnützig tätige Anwender oder Studenten gehen.
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(ID:2009188)