Krisen machen Lieferketten anfällig und derzeit stocken sie global – eine Herausforderung für viele Unternehmen. Thomas Landolt, Leiter Kyndryl Consult Deutschland, erklärt, was CIOs für ihre Unternehmen tun können.
Thomas Landolt von Kyndryl Deutschland erläutert, was CIOs tun können, um Lieferketten abzusichern und robust zu machen.
(Bild: Kyndryl)
Krisen machen Lieferketten anfällig. Der Krieg in der Ukraine und die Corona-Pandemie haben ihnen schwer zugesetzt. Dabei zeigt sich, wie abhängig die Wirtschaft von funktionierenden Lieferketten ist. Für viele Unternehmen bedeuten schon kleinste Verzögerungen eine Unterbrechung des Geschäftsbetriebes. Noch schlimmer sieht es für diejenigen aus, deren Lieferketten von Totalausfällen getroffen wurden. Gerade für kleine Unternehmen sind diese Probleme existenzgefährdend.
Der Druck auf die im Unternehmen für die Lieferkette Verantwortlichen – in der Regel Einkauf und das Produktmanagement – ist daher hoch. Aber auch der CIO spielt für das reibungslose Funktionieren der Lieferkette heute eine wichtige Rolle. Denn wie fast alles im modernen Unternehmen, sind Lieferketten heute datengetrieben und daher auf eine moderne IT-Infrastruktur angewiesen – und das fällt in den Verantwortungsbereich der IT-Führung.
Die richtigen Daten rechtzeitig bereitstellen
Die reibungslose Bereitstellung der Daten, das Sicherstellen ihrer Qualität und auch die Flexibilität, auf Veränderungen und globale Schwankungen reagieren zu können – all das ist heute von zentraler Bedeutung für das Funktionieren der Lieferkette. Der CIO muss immer in der Lage sein, neue Datenströme, Abläufe, Anwendungen und Systeme in die Infrastruktur zu integrieren. Wichtig ist es daher, dass er eine Strategie beim Aufbau und der Instandhaltung der IT-Infrastrukturen verfolgt, die es ihm möglich macht, auf solche Änderungen schnell zu reagieren. Und das, ohne laufende Prozesse zu beeinflussen oder sogar unterbrechen zu müssen.
Viele Unternehmen haben den parallelen Datenfluss ihrer Warenflüsse schon gut im Griff. Leider sind aber immer noch viele Insellösungen im Einsatz und häufig fehlt ein konsistentes Prozessmanagement. Zudem mangelt es oft an einer Sicht auf die gesamte Lieferkette über das Unternehmen hinaus. Das ist aber notwendig, um dem eigenen Supply-Chain-Team die richtigen Informationen zur Entscheidungsfindung zu liefern.
Security- und Resilience-Strategien – Vorbereitung für den Ernstfall
Für diese Aufgabe muss die IT-Infrastruktur robust sein und hohen Sicherheitsstandards genügen, gerade dort, wo die Daten aus dem Unternehmen kommen oder das Unternehmen wieder verlassen. Die Zahl der Cyberangriffe hat in den letzten Jahren stark zugenommen; sie zielen oft direkt auf die Infrastrukturen ab. Unternehmen müssen hier immer auf den Ernstfall vorbereitet sein. Große und komplexe Infrastrukturen weisen häufig Lücken auf, durch die Angreifer einfallen können. Diese müssen ermittelt und geschlossen werden.
Hinzu kommt, dass herkömmliche Sicherheitskonzepte heute nicht mehr ausreichend sind. Bisher haben Schutzmaßnahmen meist nur den Netzwerkrand, die Endpunkte und das Rechenzentrum vor Ort geschützt. Bedingt durch die Corona-Pandemie wechselten viele Mitarbeiter ins Home-Office. Mitarbeiter, die von zu Hause arbeiten, brauchen das gleiche Maß an Zugang zum Netzwerk, Datengeschwindigkeit und Rechenleistung wie ihre Kollegen im Büro. Das erfordert eine Erweiterung der Infrastruktur und ergibt neue Bereiche, die vor Angriffen von außen abgesichert werden müssen.
Vor einem erfolgreichen Angriff oder einem Ausfall des Systems gibt es allerdings keinen garantierten Schutz. Daher ist es wichtig, sich bestmöglich auf das Worst-Case-Szenario vorzubereiten. Dafür braucht es eine durchdachte Resilience-Strategie und ein vorausschauendes Krisenmanagement. Im Falle des Falles muss jeder Handgriff sitzen, jeder muss wissen, was zu tun ist, um das ganze System zu rebooten. Eine gute Krisenstrategie verkürzt die Reaktionszeit bei Ausfällen.
Maximale Unabhängigkeit sichern
Ein weiteres Problem müssen CIOs heute vermeiden, und zwar müssen sie darauf achten, sich nicht von einzelnen Produkten bzw. Technologieherstellern abhängig zu machen. Das betrifft sämtliche Komponenten der IT-Infrastruktur – von der Hardware über die Software, von den Speicherlösungen bis hin zu den Komponenten einer Multi-Cloud-Umgebung. Es gilt daher, proprietäre Lösungen, inkompatible Schnittstellen und lange Wartungsverträge zu vermeiden.
Stand: 08.12.2025
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Weitsichtige IT-Strategen arbeiten stattdessen vorzugsweise mit Containern, Open-Source-Lösungen und offenen Standards. Dadurch schaffen sie Umgebungen, die sich möglichst nahtlos von einer Cloud-Infrastruktur in eine andere transferieren oder sogar ins eigene Rechenzentrum zurückholen lassen. Allerdings ist dazu einiges an Know-how vonnöten. Mittelständische Unternehmen sollten daher gegebenenfalls versierte Berater hinzuziehen.
Komplexität reduzieren – Übersicht gewinnen
Eine Herausforderung, die damit einhergeht, ist die der steigenden Komplexität. Um IT-Infrastrukturen sicher und effizient zu halten, bedarf es ständiger Modernisierung. Neue Technologien wie KI und Automatisierung bieten zwar viele Vorteile, müssen aber auch mit Legacy-Technologien kombiniert werden. Neue Anwendungen gesellen sich zu alten, es entstehen komplexe Strukturen, die schnell unübersichtlich werden können. Die Beseitigung von Fehlern und Sicherheitslücken sowie die Wartung und Instandhaltung der Infrastruktur sind unter diesen Bedingungen sehr aufwändig.
Daher ist es nötig, die Komplexität zu reduzieren. Der erste Schritt dorthin, besteht darin, eine zentrale Übersicht über die verschiedenen Systeme und Daten in unterschiedlichen Formaten zu erlangen. Zentralisierte Daten helfen auch bei der Prävention von Ausfällen der Lieferkette. Je besser und detaillierter sie sind, desto besser lassen sich Aussagen über den Zustand der Kette treffen – und wo die Schwachstellen liegen. Im besten Fall kann man anhand übersichtlicher und ordentlicher Daten sogar Probleme und Ausfälle vorhersagen. Dafür gibt es zwar Standards; diese reichen aber meist nicht aus, um einen einheitlichen Datenpool zu schaffen.
Ein gesamtheitliches Bild schaffen
Für das Management der Komplexität stehen heute effiziente Instrumente bereit. Diese Lösungen können die häufig in Silos verstreuten Leistungs- und Zugangsdaten verbinden, aggregieren und zentralisieren. Sie ermöglichen damit eine bessere und detailliertere Betrachtung der Infrastrukturen über eine zentrale Plattform. Dadurch lassen sich beispielsweise Engpässe oder drohende Probleme identifizieren und Präventivmaßnahmen ergreifen.
Zudem bieten moderne Werkzeuge die Möglichkeit, die Betriebsdaten der Infrastruktur mittels Künstlicher Intelligenz auszuwerten und dadurch Optimierungen zu erzielen. Und es lassen sich wiederkehrende Prozesse automatisieren und damit die Effizienz erhöhen. Eine gute Basis hierfür liefert zum Beispiel die neue offene Integrationsplattform Kyndryl Bridge für Echtzeit-Data-Insights.
Mit Hilfe ans Ziel
Schlussendlich reicht es nicht aus, alle Maßnahmen für eine stabile und flexible Lieferketten-Infrastruktur einmalig umzusetzen. Eine Infrastruktur braucht ständige Pflege und Modernisierung. Hält man sie nicht auf dem neuesten Stand der Technik, reichen die Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr aus oder sie kann nicht mehr das leisten, was von ihr erwartet wird. Das setzt die Lieferketten und die Unternehmen Gefahren von außen aus oder beeinflusst den ROI.
Allerdings sind viele CIOs noch nicht auf diese Aufgabe vorbereitet. Sie brauchen Hilfe beim Umzug auf ein neues System oder beim Aufbau neuer Infrastrukturen während der laufenden Betriebsprozesse. Zudem muss die technische Basis so ausgestaltet sein, dass diese Systeme sicher und zuverlässig betrieben werden können. Gerade dieser letzte Aspekt darf nicht vernachlässigt werden. Ansonsten verlieren die Benutzer schnell das Vertrauen in die neuen Möglichkeiten, womit die getätigten Investitionen obsolet werden.
Daher ist es ratsam, nach Hilfe zu Fragen. Das ist keine Schande, sondern intelligent. Es gibt Dienstleister, die die entsprechenden Erfahrungen aufweisen. Sie sind Experten für Digitalisierung und den Betrieb von flexiblen Systemen mit komplexen Anforderungen und Technologien – und können den Umzug in neue Systeme mit allen Sicherheitsaspekten und Resilienz-Strategien bewerkstelligen. Mit dieser Unterstützung sind CIOs bestens gerüstet für die Herausforderung, ihre IT-Infrastrukturen stabil, resilient, flexibel, sicher und leistungsfähig zu gestalten – und damit die Lieferketten technologisch bestmöglich zu stärken.
Thomas Landolt.
(Bild: Kyndryl)
Über den Autor
Thomas Landolt ist Leiter Kyndryl Consult Deutschland. Er hat nach einem Master in Informatik und in seiner mittlerweile 30-jährigen Karriere die Digitalisierung der Industrie in verschiedensten Funktionen begleitet. Landolt hat über viele Jahre große Kunden von IBM weltweit betreut und IBM in der Schweiz geführt. Bei Kyndryl führt er nun das Beratungs- und Projektgeschäft für Deutschland.