Der weltweite Verkauf von PCs und Notebooks hat Fahrt aufgenommen, die Flaute scheint überwunden. Die Frage ist dabei, ob es sich nur um eine Welle durch den Ersatz von Windows-10-Rechnern handelt, oder ob die KI-PCs für eine echte Wende sorgen.
Derzeit kann sich der IT-Channel über ordentlichen Rückenwind im Client-Geschäft freuen.
Um satte 7,4 Prozent ist der weltweite Markt für PCs, Notebooks und Workstations im zweiten Quartal 2025 gewachsen, so die Analysten von Canalys in einer im Juli 2025 veröffentlichten Studie. Dabei ist der Absatz von Desktop-Rechnern mit 9 Prozent sogar stärker gestiegen als der von Notebooks und mobilen Workstations. Für die hat Canalys ein Plus von 7 Prozent ermittelt. Auch wenn das Wachstum zu einem guten Teil auf das Konto des japanischen Marktes gehen soll, können sich Hersteller und Channel derzeit über Rückenwind freuen.
Umstieg auf Windows 11
Denn der Umstieg auf Windows 11 ist in einigen Unternehmen und vor allem in vielen Institutionen immer noch nicht vollzogen, was das Geschäft weiter beflügeln wird. Die Hoffnung auf eine langfristig hohe Nachfrage sind aber die KI-PCs, die in der Praxis meist Notebooks sind. Über einen Prozessor mit integrierter NPU wie QualcommsSnapdragon X, Intels Lunar Lake oder AMDs Ryzen AI verfügen nämlich mit Ausnahme einiger Mini-PCs nur Mobilrechner. Laut Gartner sollen bis zum Ende des 2025 insgesamt 31 Prozent aller verkauften Rechner KI-PCs sein. Doch habe sich ihre Marktdurchdringung durch Zölle und die unsichere wirtschaftliche Lage verlangsamt. Doch sollen den Gartner-Analysten zufolge bereits 2026 KI-PCs einen Anteil von 55 Prozent erreichen. Sie führen das auch auf die Verfügbarkeit von KI-Desktop-PCs zurück.
Jörg Tewes, Solution Manager Workplace bei Computacenter Kunden haben teilweise ihre Endgeräte erneuert, insgesamt jedoch nicht in signifikantem Umfang.
Einen weiteren Schub für KI-PCs bringen außerdem die inzwischen verfügbaren ODM-Notebooks mit AMD-Ryzen-AI- und Intel-Lunar-Lake-CPU, die auch kleineren Anbietern den Verkauf entsprechender Rechner ermöglicht. Der Anteil von Geräten mit Snapdragon-X-ARM-Prozessor soll laut den Analysten ebenfalls steigen und Ende 2025 etwa 25 Prozent erreichen. Doch bevorzugen Business-Kunden laut Gartner immer noch X86-Rechner, da diese kompatibel zu bestehenden Applikationen sind. Zudem hat Microsoft die Copilot+-Funktionen inzwischen auch für Geräte mit Intel- und AMD-Prozessoren mit schneller NPU ausgerollt.
Bisher fehlt es allerdings noch an lokal laufender KI-Software, die von den NPUs Gebrauch macht. Kleine KI-Modelle, die schnellere Antwortzeiten liefern, sparsamer sind und ohne Cloud-Anbindung auskommen, sollen den Umschwung bringen.
Replacement-Geschäft
Dass das Support-Ende von Windows 10 zu einer gestiegenen Nachfrage geführt hat, bestätigen auch IT-Dienstleister wie Computacenter. „Kunden haben teilweise ihre Endgeräte erneuert und Unterstützung bei der Umstellung auf Windows 11 angefragt,“ erklärt Jörg Tewes, Solution Manager Workplace bei Computacenter. Allerdings war der Umfang nicht signifikant, da „die meisten Kundengeräte und eingesetzte Software bereits Windows-11-kompatibel waren“.
Auch bei Adlon Intelligent Solutions wurden neue Geräte und Digital-Workplace-Services deutlich stärker nachgefragt. Dabei verzeichnete der Dienstleister „besonders bei Unternehmen, die bisher kein Device-as-a-Service-Modell nutzen oder sich noch nicht intensiv mit Windows 11 beschäftigt haben, einen dringenden Handlungsbedarf“, berichtet Markus Büttner, Head of Endpoint Management bei Adlon. Und bei den Business-Kunden von Nobix hat „über den reinen Geräteaustausch hinaus die Nachfrage nach Gesamtpaketen für moderne und sichere Arbeitsplatzlösungen eindeutig zugenommen“, erklärt Michael Riepl, Sales Director Digital Solutions bei der Nobix Group. Dabei seien „Endgeräte inklusive Betriebssystem, Software, Security, Lifecycle-Management und Support gefragt“.
Michael Riepl, Sales Director Digital Solutions bei der Nobix Group Die Nachfrage nach Gesamtpaketen für moderne und sichere Arbeitsplatzlösungen hat eindeutig zugenommen.
Bildquelle: Nobix Group
Mittelstand im Austauschprozess
Der Nobix-Manager schätzt außerdem, dass der Umstieg auf Windows 11 vor allem in regulierten Branchen bereits vollzogen sei. Doch „steckt der Mittelstand noch mitten im Austauschprozess oder fängt gerade erst damit an“. Und während auch die meisten Computacenter-Kunden den Windows-Umstieg bereits vollzogen haben, „werden einige jedoch die von Microsoft gesetzte Frist überschreiten und daher gezwungen sein, den erweiterten Security Update (ESU) Support von Microsoft zu erwerben.“ Davon besonders betroffen sind laut Tewes „öffentliche Auftraggeber. Aufgrund ihrer teilweise veralteten Anwendungslandschaft stehen sie vor größeren Herausforderungen beim Wechsel auf Windows 11.“ Kaum Probleme mit dem Umstieg auf das neue Microsoft-Betriebssystem haben Büttner zufolge die Unternehmen, die Device-as-a-Service-Modelle (DaaS) einsetzen. Doch macht er darauf aufmerksam, „auch die kommenden Support-Enden der Windows-11-Versionen Enterprise 22H2 und Pro 23H2 im Blick zu behalten“. DaaS-Modelle haben sich den Dienstleistern zufolge also durchaus bewährt. Schließlich „profitieren Kunden von einer schnellen, komfortablen und sicheren Bereitstellung und Verwaltung ihrer Endgeräte“ bekräftigt Büttner.
Markus Büttner, Head of Endpoint Management bei Adlon Intelligent Solutions As-a-Service-Modelle bieten einen idealen Rahmen, um Innovation und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden.
Bildquelle: Adlon
Nachhaltigkeit im Fokus
Und während Künstliche Intelligenz und ihre Verlagerung von der Cloud auf moderne Endgeräte derzeit eine eher untergeordnete Rolle spielt, rückt die Nachhaltigkeit stärker in den Fokus der Unternehmen. Tewes ist überzeugt, dass Computacenter damit bereits jetzt „bei den Kunden Mehrwerte erzielen“. So bietet der Dienstleister „verschiedene Circular Services an, um die Nutzungsdauer von IT-Geräten zu verlängern und deren ökologische Auswirkungen zu verringern“. Einen Trend zu Refurbished-Geräten sieht er allerdings nicht.
Stand: 08.12.2025
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Dass Nachhaltigkeit und wiederaufbereitete Hardware eine immer größere Rolle spielen, glaubt auch der Adlon-Manager. „Unternehmen möchten Ressourcen schonen und gleichzeitig moderne Arbeitsplätze bereitstellen“, ist Büttner überzeugt und plädiert für As-a-Service-Modelle.
Sowohl für Markus Büttner als auch für Michael Riepl gehen KI-Funktionalitäten und Nachhaltigkeit miteinander einher. Zum einen müssen „Arbeitsplätze heute KI-Anwendungen effizient unterstützen – sei es durch leistungsfähige Hardware oder durch die Integration von KI-gestützten Services, etwa im Bereich Support oder Security“, erklärt Riepl. Zum anderen bestätigt Büttner: „Unternehmen möchten Ressourcen schonen und gleichzeitig moderne Arbeitsplätze bereitstellen“. Das spreche für Workplace-as-a-Service-Modelle. Und vor allem im Mittelstand sind Unternehmen an „wiederaufbereiteten Geräten mit nachhaltiger Beschaffung und attraktiven Konditionen“ interessiert, resümiert Riepl.