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Definition Was ist NFV?

Autor / Redakteur: jelsag / Sylvia Lösel

Network Functions Virtualization (NFV) entkoppelt Netzwerkfunktionen wie Firewalls oder Verschlüsselungen von dezidierter Hardware und virtualisiert sie auf standardisierten Servern.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Das Konzept der Network Functions Virtualization wurde von einigen Netzwerk-Serviceprovidern im Jahr 2012 auf dem ersten SDN- und OpenFlow-Weltkongress präsentiert. Die neue Technologie ermöglicht es, Netzwerkfunktionen zu virtualisieren und ihre Steuerung über standardisierte Rechenknoten vorzunehmen. Sie steht in enger Verbindung zu SDN (Software-defined Networking). Ihr Ziel besteht darin, neue automatisierte Netzwerk-Services mit flexibler Skalierbarkeit zu unterstützen.

Network Functions Virtualization - effiziente Alternative zu dezidierter Hardware

Bis zur Entwicklung von NFV war für die Bereitstellung von Netzwerkfunktionen dezidierte und proprietäre Hardware - beispielsweise Router oder Switches - nötig. Durch die NFV-Technologie werden solche Funktionen in virtuelle Maschinen ausgelagert. Sie ermöglicht, diverse Funktionen auf einem gemeinsamen physischen Server auszuführen.

Der Betrieb der virtuellen Maschinen erfolgt in einem Rechenzentrum, also in der Regel durch einen externen Betreiber. Wenn aufgrund veränderter Kundenbedürfnisse die Implementierung neuer Netzwerkfunktionen nötig wird, kann hierfür ohne zusätzliche Hardwarekosten eine weitere virtuelle Maschine hochgefahren werden. Im Gegensatz zu komplett virtualisierten Netzen werden bei der Anwendung von NFV nur die Netzfunktionen ausgelagert. Hierdurch verbessert sich die Skalierbarkeit des gesamten Netzes. Außerdem vermindert sich die Abhängigkeit der Hersteller von dezidierter Hardware.

Vorteile von Network Functions Virtualization

Zu den Vorteilen dieser Technologie gehören:

  • Geringerer Platzbedarf sowie geringer Energieverbrauch durch die Netzwerk-Hardware
  • Standortunabhängigkeit des Netzwerk-Managements
  • Geringere Hardwarekosten
  • Unkompliziertere Netzwerk-Upgrades
  • Geringerer Kosten- und Personalaufwand für die Netzwerkwartung.

NFV - ein offener Standard?

Mit NFV werden Netzwerkarchitekturen mit Hilfe standardisierter Hard- und Software realisiert. Die Hardware-Steuerung kann mittels des Kommunikationsprotokolls OpenFlow erfolgen. Allerdings wirft NFV für Netzbetreiber und die Hersteller von Netzwerklösungen auch zahlreiche Fragen auf, da sie für die Anwendung dieser Technologie integrierte Prozesse schaffen müssen. Die weitere Entwicklung des Konzepts wird maßgeblich von der Branchengruppe ETSI ISG (Industry Specification Group) vorangetrieben, in der sich über 130 der führenden Netzbetreiber zusammengeschlossen und ein Rahmenwerk für NFV entwickelt haben. Daneben gibt es im Open-Source-Umfeld, aber auch in den konventionellen Normungsgremien eine größere Anzahl weiterer Gruppen, die sich - oft im Rahmen konkreter Projekte - mit der praktischen Implementierung von NFV befassen. Davon auszugehen ist, dass diese Technologie dabei ist, eine umfassende Transformation der gesamten Branche einzuleiten.

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