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Definition Was ist Kommissionsware?

| Autor / Redakteur: Laimingas / Heidemarie Schuster

Von Kommissionsware spricht man, wenn ein Händler von einem Lieferanten kostenlos Güter erhält, diese verkauft und anschließend eine bestimmte Provison ausgezahlt bekommt. Überschüssige Ware kann er später einfach und ohne eigene Kosten zurückgeben.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Geschäfte mit Kommissionsware gehören zu den sechs in Deutschland explizit geregelten Handelsgeschäften. Die Vorschriften dafür sind in den Paragraphen 383-406 des Handelsgesetzbuches (HGB) niedergelegt. Laut Definition handelt es sich dabei um die geschäftliche Betätigung eines Händlers oder Kaufmanns (Kommissionär) in seinem eigenen Namen, aber auf fremde Rechnung, nämlich des Lieferanten (Kommittent). Die Art und Weise, wie das Geschäft im Detail gehandhabt wird und wie hoch die prozentuale Beteiligung des Kommissionärs ist, wird normalerweise in einem individuellen Vertrag, der Kommissionsvereinbarung, schriftlich festgehalten.

Ein Praxisbeispiel

Ein Saatguthersteller schließt eine Vereinbarung mit einer Supermarktkette ab, dass er in der Frühlingssaison in den Filialen Ständer mit seinen Sämereien aufstellen darf. Die Lieferung, Aufstellung und Bestückung mit Kommissionsware übernimmt der Hersteller, der Supermarktbetreiber muss keinerlei Aufwand betreiben. Am Ende des vereinbarten Zeitraums bezahlt der Händler alle von ihm verkauften Artikel und erhält im Gegenzug seinen zuvor ausgemachten prozentualen Anteil, den Kommissionsrabatt. Unverkaufte Ware wird vom Hersteller zurückgenommen. Die Kommissionsware wird dem Händler also zum Verkauf überlassen, ohne dass dieser finanziell in Vorleistung gehen muss. Er bezahlt den Lieferanten am Ende nur für Artikel, die er tatsächlich verkauft hat.

Vorteile für Kommissionär und Kommitent

Der wichtigste Vorteil bei Kommissionsware ist für den Verkäufer, dass er kein finanzielles Risiko eingeht. So kann er zum Beispiel auch den Erfolg von Artikeln testen, die er bisher nicht in seinem Stammsortiment hatte oder die eigentlich nicht dazu passen. Er kann also sein Angebot auf einfache Weise und ohne großen administrativen Aufwand erweitern und muss lediglich den benötigten Platz zur Verfügung stellen. Die komplette Logistik übernimmt der Kommittent, der bei Bedarf auch für entsprechende Nachlieferungen sorgt.

Kommittenten eröffnet sich die Chance, mit ihrer Kommissionsware Geschäftsbeziehungen zu Händlern aufzubauen, die im Normalfall ablehnend reagieren würden, weil sie das finanzielle Risiko scheuen. Dadurch kann ein Lieferant neue und vielfältigere Absatzmärkte erschließen.

Die Bedeutung von Kommissionsgeschäften heute

Geschäfte mit Kommissionsware haben nicht mehr den Stellenwert, wie es früher einmal der Fall war. Dies liegt an der stark gestiegen Anzahl von Handelsvertretern und Vertragshändlern, aber auch von Restpostenmärkten (1-Euro-Shops) oder vergleichbaren Online-Plattformen.

Eine wichtige Rolle spielt das Prinzip jedoch noch im Kunst- und Antiquitäten- sowie vor allem im Wertpapierhandel. Banken kaufen und verkaufen Wert- und Anteilspapiere für Kunden immer in eigenem Namen, aber auf fremde Rechnung.

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