Definition Was ist Groupware?

Von Holger Hagedorn 2 min Lesedauer

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Groupware bezeichnet Softwarelösungen, die die Zusammenarbeit in Gruppen unterstützen. Die Systeme ermöglichen Kommunikation, gemeinsame Nutzung von Ressourcen und die Koordination von Arbeitsabläufen über räumliche und zeitliche Distanzen hinweg.

Als „Groupware“ wird Software bezeichnet, die die Zusammenarbeit in Gruppen oder Teams unterstützt, häufig über räumliche oder zeitliche Distanzen hinweg. (Bild:  Canva / KI-generiert)
Als „Groupware“ wird Software bezeichnet, die die Zusammenarbeit in Gruppen oder Teams unterstützt, häufig über räumliche oder zeitliche Distanzen hinweg.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Ursprünglich gingen Groupware-Lösungen aus einfachen E-Mail-Diensten der 1980er Jahre hervor. Sie wurden sukzessive durch immer ausgefeiltere Funktionen sowie die Integration zusätzlicher Elemente erweitert. Parallel dazu passten sich die Systeme zunehmend an die Erfordernisse teamorientierter Arbeitsprozesse an, indem sie Plattformen bereitstellten, die Arbeitsplätze unabhängig von Ort und Zeit miteinander vernetzen. Gleichzeitig verfolgt Groupware den Ansatz einer flexibel anpassbaren Architektur, die sich je nach Einsatzgebiet und Aufgabenstellung idealerweise durch den Anwender konfigurieren lässt.

Funktionsumfang

Moderne Groupware-Systeme bündeln verschiedene Module in einer einheitlichen Benutzeroberfläche. Sie dienen der Strukturierung interpersoneller Prozesse. Zu den wesentlichen Funktionsbereichen zählen:

  • E-Mail-Transport und Postfachverwaltung
  • Kalendersynchronisation und Terminplanung
  • Kontakt- und Adressbuchverwaltung
  • Aufgabenverfolgung und Projektmanagement
  • Dokumentenfreigabe und Dateiverwaltung
  • Echtzeitkommunikation via Chat oder Videokonferenz
  • Synchronisation und Datenhaltung

Architektur und Standards

Groupware lässt sich dem Bereich "Computer Supported Cooperative Work" (CSCW) zuordnen und basiert häufig auf einer Client-Server-Architektur. Das bedeutet: Während ein Server zentral Datenbanken und Mechanismen zur Authentifizierung verwaltet, greifen Clients über Netzwerkschnittstellen auf die Ressourcen zu. Webbasierte Lösungen setzen analog dazu den Browser als Zugriffsmedium ein.

Offene Standards wie SMTP- und IMAP-Protokolle für den E-Mail-Verkehr sowie LDAP für Verzeichnisdienste sorgen für Kompatibilität zwischen Groupware-Lösungen verschiedener Hersteller. Zudem integrieren Anbieter heute vermehrt Cloud-Elemente und KI-gestützte Funktionen zur Optimierung von Arbeitsabläufen. Eine Peer-to-Peer-Architektur kommt seltener zum Einsatz, da sie Schwächen bei der Synchronisation zwischen vielen gleichberechtigten Teilnehmern aufweist und keine zentrale Kontrolle über Daten und Rechte bietet.

Bereitstellungsmodelle

Von der Architektur zu unterscheiden sind die Bereitstellungsmodelle von Groupware. Hier sind Hosted-Service-Systeme, die auf Mietmodellen beruhten, weitgehend vom Markt verschwunden.

Verbreitet sind dagegen lokal installierte On-Premises-Modelle, die volle Kontrolle über Daten, individuelle Anpassungen und hohe Sicherheit bei sensiblen Informationen bieten. Führend in diesem Bereich sind Lösungen wie Microsoft Exchange Server oder HCL Notes.

Hinzu kommen SaaS- bzw. Cloud-Modelle. Sie werden als Dienst über das Internet bereitgestellt, zeichnen sich durch sofortige Verfügbarkeit aus, sind mobil nutzbar und liefern automatische Updates. In der Regel erfolgt die Abrechnung über nutzerbasierte Abonnements, die Datenkontrolle ist jedoch eingeschränkt. Beispiele sind Microsoft Teams und Google Workspace.

Darüber hinaus existieren hybride Modelle, die lokale Installationen mit internetbasierten Diensten kombinieren (Microsoft Exchange Hybrid Deployment). Außerdem spielen Open-Source-Modelle eine gewisse Rolle: Sie sind äußerst anpassbar, nicht mit Lizenzkosten verbunden und werden häufig selbst betrieben. Lösungen wie Nextcloud oder die Zimbra Collaboration Suite folgen diesem Modell.

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