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Was ist Grauimport?

| Autor / Redakteur: Laimingas / Heidemarie Schuster

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Als Grauimport wird Ware bezeichnet, deren Vertriebswege nicht vom jeweiligen Hersteller oder dessen offiziellem Vertreter in einem Land oder einer Region autorisiert wurden. Je nach Herkunftsland kann dieser Vorgang legal oder illegal sein.

Die Verkaufspreise für ein und dasselbe Produkt eines Herstellers können von Land zu Land mehr oder weniger stark voneinander abweichen, denn sie werden in der Regel den dortigen Durchschnittseinkommen und allgemeinen Marktgegebenheiten angepasst. Das führt dazu, dass manche Waren im Ausland deutlich günstiger angeboten werden als in Deutschland oder in der EU insgesamt. Importiert ein Händler solche Ware, kann er den Preisvorteil entweder an seine Kunden weitergeben und wahrscheinlich größere Stückzahlen absetzen oder aber eine höhere Gewinnmarge erzielen.

Entscheidend ist das Herkunftsland des Grauimports

Bei Grauimporten muss grundsätzlich unterschieden werden, aus welchem Land die Ware stammt. Originalprodukte, die in den Staaten der EU oder des EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) legal auf dem Markt sind, dürfen selbstverständlich importiert werden, sind also als Grauimport nicht illegal. Darauf beruht ja das Prinzip der Handelsfreiheit innerhalb der EU.

Anders sieht es aus, wenn die Ware beispielsweise aus China oder Vietnam – also nicht aus dem europäischen Wirtschaftsraum – stammt. In diesem Fall handelt es sich bei Grauimporten um Parallelimporte, die in Deutschland markenrechtlich verboten sind. Originale Markenprodukte dürfen nur dann vertrieben werden, wenn die Ware erstmalig mit der ausdrücklichen Zustimmung des Markeninhabers in der EU oder im EWR in den Verkehr gebracht wurde.

Zuwiderhandlungen werden nicht nur mit Schadensersatzforderungen geahndet, sondern können je nach Schwere zu Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren führen.

Ist ein Grauimportverbot durch den Hersteller möglich?

Grundsätzlich kann ein Hersteller kein Verbot aussprechen, wenn die Ware in EU und EWR legal in den Handel gekommen ist. Er hat zwar die Möglichkeit, entsprechende Verträge mit seinen Händlern und Distributoren abzuschließen, doch können diese wiederum gegen das Kartellrecht verstoßen und somit ungültig sein. Eindeutig ist die Rechtslage nur bei Grauimporten aus Regionen außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums.

Wie sieht es mit Gewährleistungsansprüchen beim Grauimport aus?

Die gesetzlich gesicherten Gewährleistungsansprüche des Kunden bleiben unberührt davon, ob es sich bei einer Ware um einen Grauimport handelt oder nicht. Ist ein Produkt defekt, hat der Käufer zwei Jahre lang das Recht, vom Verkäufer beziehungsweise Händler eine Nachbesserung zu verlangen.

Bei der Herstellergarantie sieht es anders aus, denn diese ist eine rein freiwillige Leistung. Räumt der Hersteller eine Garantie ein, ohne beispielsweise Grauimporte auszuschließen, muss er seine Verpflichtungen in jedem Fall erfüllen. Er kann dies aber durch bestimmte Klauseln über regionale Einschränkungen verhindern.

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