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Was ist Absatzfinanzierung?

| Autor / Redakteur: Updater, Content.de / Heidemarie Schuster

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Oft ist in der Geschäftswelt von Absatzfinanzierung die Rede. Was versteht man unter diesem Begriff? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über diese Form der Verkaufsförderung.

Die Absatzfinanzierung umfasst diverse Möglichkeiten der Finanzierung des Erwerbs von Produkten oder Dienstleistungen, welche dem Kunden zwecks Erhöhung des Umsatzes angeboten werden. Im Prinzip entspricht die Absatzfinanzierung einer Kreditfinanzierung, die Form der finanziellen Überbrückungshilfe umfasst individuelle Vertriebskonditionen, Kredite/Darlehen oder Kreditderivate.

Absatzfinanzierung – Arten und Funktionen

Hinsichtlich der Finanzierungsart ist die sogenannte Verkaufsfinanzierung (Unternehmer gewährt Kunden eine Finanzierungsmöglichkeit), von der Händler-/Herstellerfinanzierung, bei welcher Produkt-Inverkehrbringern von einem Finanzierungsinstitut eine finanzielle Unterstützung zur Bewältigung ihrer Liquiditätsprobleme angeboten wird, abzugrenzen. Auch kann dahingehend differenziert werden, wer die Finanzierung übernimmt. Erfolgt diese ohne Finanzierungsinstitut, spricht man von einer nichtbankmäßigen Absatzfinanzierung. Wird hingegen ein Finanzierungsträger eingeschaltet, so trifft bei einer derartigen bankmäßigen Finanzierung den Hersteller/Händler keine Liquiditätsbindung, auch übernimmt der Finanzierungspartner das Ausfallsrisiko der Forderung. Ferner wird zwischen direkter und indirekter Absatzfinanzierung unterschieden. Während bei direkter Absatzfinanzierung der finanzielle Aspekt des Gütererwerbs durch eine Abmachung zwischen Käufer und Händler geregelt wird, richten sich bei indirekter Absatzfinanzierung die Finanzierungsangebote des Partnerinstituts an den Hersteller oder Händler.

Für Händler/Hersteller von Produkten bietet die kundenseitige Absatzfinanzierung die Möglichkeit, die Nachfrage zu beeinflussen. Auch können sich Inverkehrbringer von Gütern durch attraktive Finanzierungsangebote vom Mitbewerb, der eine derartige Zwischenfinanzierung nicht anbietet, abgrenzen. Schlussendlich stellt die Erschließung zusätzlicher Marktanteile zur Sicherung des Unternehmenswachstums eine weitere Funktion der Absatzfinanzierung dar.

Instrumente zur Absatzfinanzierung

Absatzfinanzierungsinstrumente sind in Verkaufsfinanzierungsinstrumente sowie Händler/Hersteller-Finanzierungsinstrumente einteilbar.

Verkaufsfinanzierungsinstrumente:

  • Ratenkredite repräsentieren Kredite zur Finanzierung von Produktkäufen, welche durch periodische Zahlungen zu tilgen sind.
  • Beim Leasinggeschäft vermietet der Leasinggeber zu vereinbarten Bedingungen ein Konsumgut an den Leasingnehmer, wobei der Leasinggeber Eigentümer des Leasing-Gegenstandes bleibt.
  • Beim Mietkauf werden die Anschaffungskosten des Mietobjekts einschließlich Zinsen durch Zahlungen des Mieters komplett abgedeckt. Nach Ablauf der Mietdauer geht der vermietete Gegenstand in das Eigentum des Mieters über.
  • Bei der Finanzierungsform Lieferantenkredit stundet der Lieferant dem Käufer die Begleichung aushaftender Beträge für einen bestimmten Zeitraum.

Hersteller-/Händlerfinanzierungsinstrumente:

  • Lagerfinanzierung – Hersteller/Händler sollten stets über ausreichende Lagerbestände verfügen und solcherart lieferbereit sein, wollen sie ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Allerdings bindet jeder Lagerbestand Liquidität und verursacht Kosten, welche zu finanzieren sind.
  • Sale & Lease back – Derartige Kontrakte regeln die Veräußerung eines Leasingobjektes (zum Beispiel Maschine) durch den Hersteller/Händler an eine Leasinggesellschaft, wobei das verkaufte Gut unverzüglich zurückgeleast wird.
  • Same-name Leasing – Diese Leasing-Variante besteht darin, dass ein Hersteller/Händler von ihm vermietete Leasingobjekte einschließlich sämtlicher Forderungen und Nebenrechte an eine Leasinggesellschaft verkauft.
  • Factoring – Bei dieser Finanzierungsmethode tritt ein Hersteller/Händler Forderungen gegenüber Dritten (zum Beispiel aus Warenlieferungen) an eine Factoring-Gesellschaft ab. Gründe dafür können aus Sicht des Forderungsverkäufers neben der Finanzierungsfunktion auch die Übernahme des Forderungsausfallrisikos durch die Factoring-Gesellschaft sein.
  • Forfaitierung – Bei der Forfaitierung erfolgt ein Ankauf von Forderungen gegenüber ausländischen Abnehmern ohne jede Regressmöglichkeit auf den Exporteur.

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