Mechanismen zur Malware-Erkennung

Virenscanner suchen per Signatur und Heuristik

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Heuristik als Methode gegen 0-Day-Viren und die Signaturflut

Ganz schutzlos sind Virenscanner indes nicht gegen brandneue Viren. Neben der Suche nach bekannten Signaturen steht ihnen auch noch die Möglichkeit offen, verdächtiges Verhalten zu erkennen: Normale Programme brauchen keine Routinen, mit denen sie sich verstecken, mit denen sie sich über das ganze Netzwerk verbreiten usw. Diesen Ansatz der Erkennung nennt man Heuristik.

Allerdings ist die Heuristik stets fehlerbehaftet. Es ist im Einzelfall oft extrem schwer, zwischen legitimen Funktionen und Virencode zu trennen. Und außerdem strengen sich bösartige Programmierer an, ihren Code möglichst schwer analysierbar zu machen. Während die Signaturerkennung generell fehlerfrei arbeitet, ist die Heuristik also ein unsicheres Geschäft, bei der viele Viren durchrutschen und andererseits legitime Programme als Malware erkannt werden.

Es gibt auch kaum vernünftige Möglichkeiten, die Heuristik-Funktionen bekannter Virenscanner zu bewerten. Fachleute greifen dabei entweder auf Virenbaukästen zurück, um selbst modifizierte Malware zu erstellen und zu sehen, wie die von Scannern erkannt wird. Oder sie lassen Systeme mehrere Monate ohne Updates und konfrontieren dann diese „veralteten“ Virenscanner mit einem brandneuen Virenzoo, sodass die Scanner nur noch mit heuristischen Funktionen Malware erkennen können. Doch beide Methoden sind nur eine Simulation der realen Situation; fundierte Aussagen sind so nur schwer möglich.

Fazit

Verfahren zur Virenerkennung müssen nicht nur effektiv sein, sondern auch schnell; kaum ein Anwender klagt nicht über die Leistungseinbußen, die ein Virenscanner mit sich bringt. Genau aus diesem Grund wird das schnelle, aber beschränkte Signaturverfahren mit der langsamen, aber gründlicheren Heuristik kombiniert. Leider ist so auch so keine 100%ige Sicherheit möglich, aber mit dem Scanner eines seriösen Herstellers, der regelmäßig Updates liefert, arbeitet man zumindest erheblich sicherer.

Inhalt

  • Seite 1: Mechanismen zur Malware-Erkennung
  • Seite 2: Heuristik als Mittel gegen unbekannte Viren

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