Was erwartet die IT-Welt im Jahr 2025? Die Thomas-Krenn.AG hat Trends identifiziert, die über die nächsten zwölf Monate an Relevanz gewinnen sollen. Dazu zählen vor allem regulatorische Aspekte und Lösungen außerhalb des Rack-Schrankes.
Die Thomas-Krenn.AG prognostiziert, dass unter anderem aufwändige regulatorische Aufgaben die IT-Branche im Jahr 2025 prägen werden.
(Bild: KI-generiert)
Mit dem zweiten Rezessionsjahr in Folge achten viele Unternehmen mehr denn je auf ihre IT-Kosten. Neu- bzw. Ersatzbeschaffungen stehen daher mehr denn je unter dem kritischen Blick der Controller. Gleichzeitig besteht ein gewisser Druck, aktiv zu werden: Insbesondere Unternehmen, die auf Microsoft setzen, steht ein Super-Upgrade-Jahr bevor: Der regelmäßige Funktions-Support für Windows 10 endet im Oktober 2025, und eine relevante Menge der vorhandenen Hardware erfüllt die Systemanforderungen des Nachfolgers Windows 11 nicht; zudem ist das Server-Betriebssystem des Herstellers im November 2024 an den Start gegangen. Die Thomas-Krenn.AG hat daraus fünf IT-Trends für das Jahr 2025 abgeleitet.
Trend 1 – Mehr Open-Source-Virtualisierung
Die anstehenden Upgrades im Microsoft-Universum spielen hier eine kleinere Rolle als negative Erfahrungen mit anderen kommerziellen Herstellern im Jahr 2024. Nachdem etwa Sophos und insbesondere VMware vielen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei den Lizenzkosten Hürden in den Weg gelegt haben, wird die Nachfrage nach Open-Source-Lösungen zunehmen; zu nennen sind mit Blick auf die genannten Beispiele insbesondere OPNsense und Proxmox VE. Gerade im Zusammenspiel mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Druck und der zunehmenden Attraktivität der Alternativen wird die freie Welt hier weiter an Fahrt aufnehmen.
Trend 2 – Super-Upgrade-Jahr als Ressourcen-Killer
Die Wechsel beim Client- und Server-Betriebssystem von Microsoft werden die Unternehmen 2025 umfassend beschäftigen und dort signifikante Team- und finanzielle Ressourcen binden. Hardware, die nicht für Windows 11 bereit ist, wird spätestens im zweiten Halbjahr vermehrt aus den Umgebungen genommen werden. Hier entsteht ein gewisses Risiko, dass – wiederum mit Blick auf die wirtschaftliche Gesamtlage – die Unterfütterung strategischer Initiativen, etwa rund um die Governance und Bereitstellung von Daten für KI, zu wenig Zuwendung erfahren.
Trend 3 – Corporate Social Responsibility Directive (CSRD)
Bereits zum Jahr 2024 fiel eine nicht unerhebliche Menge an Unternehmen in die CSRD-Berichtspflicht. Vielfach war das Thema dort jedoch noch nicht in ausreichendem Maße angekommen. Das bedeutet auch, dass entsprechende Kennzahlen bisweilen noch gar nicht erhoben wurden bzw. erhoben werden konnten. Mit Fälligkeit der Reporte sowie einer wachsenden Zahl an berichtspflichtigen Unternehmen wird hier eine gewisse Dynamik entstehen, die auch durch entsprechende IT-Lösungen zur Datenerfassung und -auswertung sowie zugehörige Zertifizierungen unterstützt werden wird.
Trend 4 – „Beyond the Rack“
Die Server in den Racks der Unternehmen werden „partnerschaftlicher“ arbeiten – Edge Computing sowie hybrides Cloud Computing werden in vielen Unternehmen mehr Bedeutung gewinnen. Das gilt nicht zuletzt wegen der Themen Datensicherheit und Datenintegrität sowie langfristige Services-Verfügbarkeit (siehe Trend 5), welche bei reinen Public-Cloud-Szenarien herausfordernder sind. Auch die nach wie vor schleppende Verbreitung von Glasfaserleitungen befeuert diesen Trend, der innovative Services auch bei geringerer Bandbreite ermöglicht und insgesamt zu niedrigeren Latenzzeiten führt.
Trend 5 – NIS2 & Cybersicherheit
Die nicht abgeschlossene und durch das Ampel-Aus zusätzlich verzögerte Umsetzung von NIS2 in deutsches Recht bedeutet weiterhin das Fehlen eines sicheren Rahmens. Gleichzeitig ist es sowohl aus aktueller als auch aus künftiger regulativer Sicht sinnvoll für Unternehmen, NIS2-relevante Maßnahmen zu beachten: Risikomanagement und Sicherheit der Informationssysteme, Krisen- und Schwachstellenmanagement, Sicherheit entlang der Lieferketten, Cyber-Security-Schulungen sowie insbesondere für KRITIS-Betreiber Systeme zur Angriffserkennung erfordern ohnehin Aufmerksamkeit, können jedoch noch nicht gesichert NIS2-konform adressiert werden. Dieser Spagat zwischen „loslegen“ und „Unklarheit“ wird Reibungsverluste nach sich ziehen, sodass sich Unternehmen auf die kurzfristige Zuweisung von Experten sowie Budgets vorbereiten müssen.
„2025 bringt viele Pflichtaufgaben, die Ressourcen binden werden. Wir stehen zudem im harten internationalen Wettbewerb, und das nicht unbedingt an der Führungsposition. Mit Blick auf die IT-basierte Innovationskraft wäre es erforderlich, den sprichwörtlichen Zahn zuzulegen. Leider trifft dieser Zustand auf eine Rezessionsphase“, erläutert Christoph Maier, CEO der Thomas-Krenn.AG. „Es wird daher besonders wichtig sein, gleichermaßen mutig und klug voranzugehen. Denn auch das ist klar: Wie in allen Krisen und den daraus folgenden Verwerfungen werden Verkrustungen aufgebrochen. Es werden für die Unternehmen also auch Chancen entstehen.“
Stand: 08.12.2025
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