Veritas hat mit Veritas 360 Defense eine neue Lösungsarchitektur präsentiert, die in engem Zusammenhang mit dem ebenfalls neuen REDLab steht. Martin Böker, Director Channel Germany, Austria & Switzerland, erklärt im Gespräch, wie er dafür das Ökosystem aufbauen will.
Martin Böker, Director Channel Germany, Austria & Switzerland bei Veritas
(Bild: HUGHES FIORETTI)
In der DACH-Region trägt der Channel von Veritas unter der technischen Leitung von Patrick Englisch im Schnitt zu 96 Prozent (!) zum Unternehmensumsatz bei. Global steht er unter Führung von Walter Angerer. Da liege der Anteil geringfügig niedriger, aber die große Bedeutung der Partner für Veritas ist damit klar umrissen.
Nun gibt es mit Veritas 360 Defense ein neues Angebot, das ein Testumfeld für Security-Lösungen bereithält. Laut Martin Böker, Director Channel Germany, Austria & Switzerland bei Veritas, handelt es sich um eine Lösung, die im Bereich Backup in Verbindung mit Partnern wie etwa Symantec oder IBM betrieben wird. „Veritas 360 Defence ist als solches kein neues Produkt, sondern eine neue Architektur, die unsere Stärken und die unserer Partner zusammenbringt“, erklärt der Channel-Chef.
Das REDLab sei ein entscheidender Teil davon: „Es handelt sich um ein isoliertes Labor, das von erfahrenen Sicherheitsexperten betrieben wird, in das Live-Malware und Ransomware-Varianten eingeschleust werden und in dem die Ausfallsicherheit von Veritas-Lösungen validiert wird.“ Infolgedessen profitierten Kunden von monatlichen Updates der Verteidigungsmechanismen, validierter Unveränderlichkeit der Daten sowie „kampfgehärteter“ Software. Eine erweiterte Bibliothek mit Best-Practice-Vorlagen und validierten Entwürfen helfe den Kunden zudem, Lösungen innerhalb des Frameworks schnell zu implementieren.
Schneller Ausbau des Ökosystems geplant
„Microsoft ist der erste unserer Partner, der die REDLab-Validierung erhalten hat“, berichtet Böker. Weitere Hersteller sollen bald folgen. „Deren Namen werden wir regelmäßig veröffentlichen, damit die Kunden jederzeit einen transparenten Überblick haben, wer zu unseren Partnern zählt und mit wem wir bei unseren Lösungen kooperieren“, so Böker. Zu denken wäre an bereits integrierte Partner aus dem Security-Ecosystem wie CrowdStrike, CyberArk, Sempris, Symantec oder auch Qualys. „Der Zeitplan ist wie immer abhängig vom Aufwand, der dafür betrieben werden muss. Ziel ist es, all jene Partner, die bei den meisten Top-Endkunden auch aktiv sind, so schnell einzubinden, wie es die Ressourcen zulassen.“
Bei Veritas 360 Defence handle es sich jedoch um kein Produkt, für das es Reseller-Programme mit Bonus oder Sonstiges geben werde. „Vielmehr ist es wie gesagt eine Referenzarchitektur, die auf den nativen Sicherheitsfunktionen von Veritas aufbaut und Lösungen führender Sicherheitspartner nahtlos integriert. Ich bin sicher, dass viele Kunden diese zusätzliche, herstellerübergreifende Sicherheit gern annehmen.“ Genau dieser Umstand bilde einen enormen Anreiz, als Partner in das Veritas 360 Defense-Framework einzusteigen. Der Active Directory-Schutzspezialisten Semperis habe genau dies gerade getan.
Im bestehenden Veritas Force Partner Programm von Veritas finden sich jedoch sehr wohl diverse Einstufungen der Teilnehmer. „So gibt es neben den klassischen Stufen Registered, Silver, Gold und Platinum nun auch den Veritas Managed Service Provider Status“, berichtet Böker. „Für die Veritas 360 Defence-Architektur gibt es aber wie gesagt kein Partnerprogramm. Veritas wird die Ergebnisse aus dem REDLab dafür nutzen, um integrierte neue Funktionalitäten in unsere Lösungen einzuarbeiten. Beispiel dafür sind neue Verbesserungen bei der Malware-Suche in Form von erweiterter Workload-Unterstützung für Universal Shares, Cloud-VMs und Kubernetes-Daten auf Dateiebene sowie die Möglichkeit, während der Wiederherstellung Malware-Scans inline durchzuführen.“
Neue Funktionen für Anwender
Hinzu kämen Verbesserungen bei der Anomalie-Erkennung, eine neue Regel-Engine und Erweiterungen für maschinelles Lernen, die die Benutzeraktionen überwachen, sowie Sichtbarkeit der Entropie auf Bildebene in Alta View. Eine weitere Neuerung sei die Multi-Person Authorization für kritische Vorgänge: Zerstörerische Datenlöschungen würden verhindert, weil eine weitere Person den Vorgang genehmigen müsse, bevor er ausgeführt werden kann.
„Außerdem wird ein erweitertes Ticketing-System mit Details zu den Anfragen und Kommentaren der Genehmigenden zu Prüfungs- und Nachverfolgungszwecken eingeführt“, berichtet Böker. Nicht zuletzt sorge eine erweiterte Datenklassifizierung für prioritäre Abhilfe und die laufende Überwachung des Benutzerzugriffs zur Bekämpfung von Bedrohungen durch Datenexfiltration. „Verbesserten Schutz des Identitätsmanagements erreichen wir durch Unterstützung der Sicherung und Wiederherstellung von Azure Active Directory, inklusive Schutz für hybride Active Directory-Bereitstellungen.“
Stand: 08.12.2025
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Klingt eigentlich alles nach dem Microsoft Intelligent Security Association (MISA), einem Ökosystem unabhängiger Softwareanbieter und Managed Security Service Provider, die ihre Lösungen gegenseitig integrieren. Gerade werden dafür Veritas Alta und NetBackup validiert. Auch Veritas ist Mitglied von MISA. Böker: „Die Veritas 360 Defence Architektur ist vergleichbar, aber eben kein MSFT-Ökosystem. Hier steht Veritas im Mittelpunkt.“