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Zurück zu den Wurzeln
Ende 1996 wurde Merisel an CHS verkauft – auch dort sollte Moullion, der mittlerweile im Europa-Management saß, eine ähnliche Rolle übernehmen. Er entschied sich dagegen und startete wieder in der deutschen DNS, die Anfang 1997 unter dem Dach der CHS Inc. erneut gegründet wurde- »Back to the Roots!« lautete das Motto. Das Sun-Geschäft wurde von Merisel in die neue DNS übertragen und Moullion machte sich sofort daran, auch das Netzwerkgeschäft wieder aufzubauen.
Im August 1999 schließlich übernahmen Manfred Moullion, Helmut Schmitt und Kurt Schöffer, der seit 1994 zum Management Team des Unternehmens gehört und andere Manager die DNS. Sie wollten nicht noch einmal die gleiche Erfahrung wie mit Merisel machen. Eine weise Entscheidung, wie sich im Nachhinein herausstellte, ging doch die CHS ein paar Monate später insolvent.
Kurz nach dem Management-Buy-out brachen die »Goldenen Zeiten« des Dot-com Hype an. Die Wachstumsraten schienen unablässig zu steigen. Doch bei DNS lautete die Prämisse: kühlen Kopf bewahren. Auch diese Entscheidung bewährte sich, denn 2002 platzte die Dot-com-Blase.
Expansion in Krisenzeiten
Wehmut kehrte in die Branche ein, die auch DNS ist nicht gänzlich unberührt ließ: Das Geschäft mit Sun ging merklich zurück. Die Fürstenfeldbrucker reagierten, indem sie regional expandierten ihr Produktportfolio erweiterten. »Im Tief erkennt das Unternehmen die große Chance, sich zu verändern und damit zu wachsen«, sagt Moullion rückblickend. »Ich denke, diese Strategie war auch genau die richtige. Die DNS entwickelte sich zu einem breit aufgestellten Value Added Distributor, der heute keinen Vergleich hinsichtlich regionaler Ausdehnung und Breite des Produkt- und Lösungsangebotes zu scheuen braucht.«
Gleichzeitig investiert das Unternehmen mit Citrix und VMware massiv in neue Technologien wie beispielsweise Virtualisierung. »Die Beständigkeit und Qualität der Mitarbeiter war und bleibt dabei in allen Bereichen die wichtigste Säule des DNS-Erfolgs. Überall finden sich Mitarbeiter, die bereits seit 15 Jahren an Bord sind«, betont Moullion. Die Firma wird dafür mehrfach ausgezeichnet.
Kapital-Schub durch Arrow
Im Frühjahr 2004 dann, verabschiedet sich Helmut Schmitt in den Ruhestand und leitet jedoch bis heute den DNS-Aufsichtsrat. Kurt Schöffer und Manfred Moullion machen zu zweit weiter. Im Herbst der Jahres 2004 reift langsam der Entschluss, einen neuen Investor oder strategischen Käufer zu suchen, um weiteres Wachstum in großen europäischen Märkte, wie zum Beispiel England oder Frankreich zu ermöglichen.
Nach über einjährigen Verhandlungen mit Arrow in den USA wird Ende 2005 der Verkauf der DNS an die Arrow Electronic besiegelt. Ein Jahr darauf ist DNS auch in Großbritannien vertreten und hat den Umsatz um fünfzig Prozent gesteigert.
Mittlerweile ist DNS in 20 europäischen Ländern aktiv und beliefert und berät Fachhandelspartner umfassend in allen Bereichen der Infrastruktur rund um Server, Storage, Security, Applikations-Bereitstellung und Virtualisierung. Das Thema Green IT steht ebenfalls ganz oben auf dem Programm. Rückblickend schließt sich hier der Kreis, wurde doch schon die Gründung der DNS im Grünen beschlossen.
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