QlikWorld 2021 Trockene Daten und menschliches Denken

Autor Dr. Stefan Riedl

Die Cloud bringt technologische Möglichkeiten in Sachen Realtime-BI mit sich. Die Business-Pläne der Partner gehen auf, und die dritte Generation von BI-Systemen steht an. Auf der Qlik-Hausmesse QlikWorld blickte man optimistisch nach vorne in die SaaS-Ära.

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BI-Software will dem menschlichen Nutzer den Umgang mit Daten möglichst intuitiv ermöglichen.
BI-Software will dem menschlichen Nutzer den Umgang mit Daten möglichst intuitiv ermöglichen.
(Bild: kirasolly – stock.adobe.com)

Vom klassischen Reporting-Tool bis hin zu aktuellen BI-Anwendungen (Business Intelligence) war es ein weiter Weg. Betrachtet man die zuerst genannten als erste ­Generation, bestand die zweite aus so genannten Self-Service-BIs, bei denen schon mehr darauf Rücksicht genommen wurde, wie menschliche Nutzer denken. Nicht nur „Zahlenmenschen“ mit buchhalterisch ­geprägtem Denken sollten damit klar­kommen. Qlik stieg bei dieser, der zweiten Generation mit QlikView ein und prägte den dahinter stehenden Selbstbedienungsansatz mit. So erklärt es Wolfgang Kobek, VP EMEA bei Qlik anlässlich der dreitägigen Hausmesse QlikWorld, die in diesem Jahr als Online-Event stattfand. Aus der Perspektive von Qlik steht nun die dritte Generation an, nämlich BI auf Basis von Active-Intelligence-Ansätzen. Wo genau sich das Wording zwischen Marketingbegriff und anerkanntem Technologieansatz verorten wird, muss sich noch zeigen. Bislang hört man von „Active Intelligence“ hauptsächlich aus dem Hause Qlik.

Freigabe-Routinen und Business-Prozesse

Wolfgang Kobek ist VP EMEA bei Qlik.
Wolfgang Kobek ist VP EMEA bei Qlik.
(Bild: Qlik)

„Hier steht das Bestreben dahinter, den ­Anwendern die Möglichkeit zu geben, nicht mehr geführt, sondern ohne tiefe ­eigene Kenntnisse in Collaboration mit ­anderen Nutzern Daten auszuwerten“, so der EMEA-Chef. Dabei gehe es nicht um einfache Kommentarboxen in den Reportings, sondern um einen Ansatz mit offenen Schnittstellen und einer Einbindung von Business-Prozessen, wie „Freigabe-Routinen oder die automatisierte Einbindung von Abteilungen et cetera“, so Kobek. Das neue Produkt heißt „Qlik Sense“. Und darum drehte sich auch produktseitig die QlikWorld in der Hauptsache: Wie trockene Daten und menschliches Denken über die beschriebenen Prozesse zusammen­gebracht werden können.

Datenpipelines in die Cloud

Technologisch hat Qlik eine Umbruch­phase vollendet und das End-to-End-SaaS-­Geschäft vervollständigt, bei dem es darum geht, alle relevanten Daten in der Cloud über Datenpipelines für Realtime-Analysen zusammenzubringen. Dieser Weg ­begann 2016 mit der Einführung des Subscription-Modells. Seit 2019 wird Software as a Service angeboten. Dann wanderten die Daten in die Cloud.

Qlik-Partner gehen selbstverständlich in die SaaS-Zeit mit, in der viele alte Zöpfe ­abgeschnitten werden. Das Einkaufsverhalten der Kunden und die Verwendung von Budgets ändern sich. Kunden kaufen nicht mehr 100 Lizenzen im SaaS-Zeitalter, sondern erst einmal 20 testweise, und dann nochmal 20 und stocken sukzessive auf. Ebenso ändern sich die Geschäftsmodelle im Channel und damit die Business-Pläne der Qlik-Partner. „Vor fünf Jahren lautete die Rechnung vielleicht noch ‚Ich verkaufe an Kunden X für 100 K Lizenzen‘, und heute heißt es ‚Ich setze mit Kunden X 3 K im Monat für 36 Monate um‘“, beschreibt der EMEA-Chef. Die Zeit bringe auch einen Trend hin zum MSP-Geschäft im BI-­Umfeld mit sich.

Postsales gewinnt an Bedeutung

Vor diesem Hintergrund gewinnt der Postsales tendenziell an Bedeutung, denn es gilt, Kunden im Sinne von Customer Success als solche zu erhalten. „Wir ermöglichen Partnern auch in der SaaS-Ära lukratives Geschäft, was sich allein schon an den Provisionen festmachen lässt“, so Kobek. „Auf die Umsätze gibt es ab 20 Prozent und, abhängig von Partnerstatus und Fragen wie etwa, ob es sich um einen Neukunden des Partners, einen Lead von uns oder einen Bestandskunden handelt, gibt es mitunter nochmal zehn bis zwölf Prozent oben drauf.“ Damit sei das SaaS-Zeitalter für Partner mehr Chance als Bedrohung.

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