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Titelstory Wortmann, Interview

Terra-Cloud-Chef vergleicht Migration mit Schachspielen

| Autor: Michael Hase

Wie beim Schach sollten Dienstleister bei der Cloud-Migration mehrere Züge vorausplanen.
Wie beim Schach sollten Dienstleister bei der Cloud-Migration mehrere Züge vorausplanen. (Bild: Pixabay)

Partner müssen Zug um Zug planen, wenn sie Kunden in die Cloud bringen, weiß Terra-Cloud-Geschäftsführer Martin Klein. Das Wortmann-Portfolio an Colocation, Hosting und Cloud Services soll ihnen dafür die nötigen Optionen bieten.

ITB: Für die Terra Cloud hat Wortmann die Management-Ebene komplett selbst entwickelt. Kamen Tools von Drittanbietern dafür nicht in Frage?

Klein: Doch, wir haben fast anderthalb Jahre damit verbracht, uns Tools anzuschauen. Als wir 2012 mit der Planung begannen, gab es aber noch kein fertiges Produkt, das sich für unsere Zwecke geeignet hätte. So war etwa Open Stack damals nur ein Kern, sodass wir genauso viel hätten selbst programmieren müssen. Zudem begibt man sich bei einem Drittanbieter in Abhängigkeit, weil man dessen Roadmap nicht beeinflussen kann. Ändert er seine Strategie, können wir bestimmte Services womöglich nicht mehr anbieten. Unser Weg ist mit hohen Investitionen verbunden und mag anstrengender sein. Dafür gewinnen wir an Flexibilität, wenn wir die Provisioning- und Management-Tools selbst entwickeln, und können weitgehend unabhängig agieren.

Martin Klein, Director Datacenter & Cloud Solutions bei Wortmann, strebt beim Betrieb der Terra Cloud ein hohes Maß an Eigenständigkeit an.
Martin Klein, Director Datacenter & Cloud Solutions bei Wortmann, strebt beim Betrieb der Terra Cloud ein hohes Maß an Eigenständigkeit an. (Bild: Wortmann AG)

ITB: Bestimmte Services bietet Wortmann tatsächlich nicht mehr an, beispielsweise gehostete Exchange-Postfächer. Warum?

Klein: Damit haben wir auf die Marktentwicklung reagiert. Office 365 ist mittlerweile soweit ausgereift, dass wir das Angebot, gerade wenn es um E-Mail geht, für kleinere Unternehmen als perfekt ansehen. Wir haben kein Problem damit, wenn der Kunde nicht alles aus der Terra Cloud bezieht. Schließlich bieten wir Office 365 über unser Portal an. Auch im Cloud-Geschäft nimmt die Wortmann AG ihre typische Rolle als Eigenmarkenhersteller und Distributor ein. Wir werden nicht alles selbst bereitstellen, weil wir das gar nicht immer in der Qualität wie andere – in dem Fall Microsoft – könnten. Wer einen eigenen Exchange Server betreiben möchte, kann das in der Terra Cloud als PaaS-Lösung tun.

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person

ITB: Für Partner unterscheidet sich die Cloud von ihrem hergebrachten Geschäft. Wie kommt Wortmann insbesondere Neueinsteigern entgegen?

Klein: Wir verfolgen einen pragmatischen Ansatz, mit dem wir das Geschäft unserer Partner möglichst barrierefrei in die Cloud überführen wollen. Bei ihren Endkunden treffen sie meist auf gewachsene Strukturen. Nur selten sind die Investitionszyklen gleich: Einmal sind Server zu erneuern, ein andermal laufen Lizenzen aus. Darauf müssen die Partner flexibel reagieren können. Das Portfolio der Terra Cloud, zu dem Colocation, Hosting, IaaS und SaaS sowie ergänzende Services wie Backup, File Sync & Share oder Security-Lösungen gehören, eröffnet ihnen die Möglichkeit, genau die Leistungen anzubieten, mit denen sie gerade einen akuten Bedarf adressieren. So können sie ihre Kunden schrittweise entwickeln. Ich vergleiche die Cloud gern mit einem Schachspiel, bei dem der Partner die nächsten vier, fünf Züge vorausplant, um dahin zu kommen, wo er mit seinem Kunden langfristig hin will.

ITB: Kommt somit alles auf die richtige strategische Planung an?

Klein: Nicht nur. Grundsätzlich muss bei Partnern die Bereitschaft vorhanden sein, etwas Neues auszuprobieren und sich auf das Modell einzulassen. Cloud hat zu viele Facetten, als dass man das Thema theoretisch in den Griff bekommen könnte. Die Partner müssen es praktisch angehen und irgendwo anfangen, um in konkreten Projekten eigene Strategien für ihr Cloud-Geschäft zu entwickeln. Letztlich ist dabei gleichgültig, wo und mit welcher Lösung sie beginnen. Geht man das Thema dagegen rein planerisch an, dreht man sich nur im Kreis.

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