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Prozesse und Preisstruktur verbessert, an Logistik gefeilt Tech Data gewinnt an Bodenhaftung

Redakteur: Regina Böckle

Unter Regional-Managerin Els Demeester hat sich Broadliner Tech Data wieder stabilisiert. Doch noch nicht alles ist im grünen Bereich. Eine erste Bilanz rund ein Jahr nach dem Start des neuen Management-Teams.

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Els Demeester (li.), Tech Data Regional Managerin Benelux, Deutschland und Österreich, mit Simone Frömming, Geschäftsführerin Vertrieb bei Tech Data Deutschland
Els Demeester (li.), Tech Data Regional Managerin Benelux, Deutschland und Österreich, mit Simone Frömming, Geschäftsführerin Vertrieb bei Tech Data Deutschland
( Archiv: Vogel Business Media )

Zutrauen ist wieder zu spüren, wenn man Partner und Hersteller auf Tech Data anspricht. Eine leise, abwartende Note schwingt dennoch immer mit, angesichts der turbulenten Jahre, die hinter dem Broadliner liegen. Tiefes Vertrauen wird sich wohl erst wieder einstellen, wenn das momentan sehr stabile Management noch mindestens ein weiteres Jahr so durchhält wie in den vergangen zwölf Monaten.

Hausaufgaben gemacht

In dieser Zeit hat das Team einiges auf die Beine gestellt: So konnte man etwa für den lang vernachlässigten Komponentenbereich neue Herstellerpartner gewinnen. Die Business Unit unter Leitung von Alexander Spohr wurde personell aufgestockt und abteilungsübergreifend enger mit Marketing, spezialisiertem Vertrieb und Einkauf verzahnt. Geschäftsleitungsmitglied Marcus Haberschusz hat offensichtlich mit Nachdruck für die Verbesserung der Prozesse gesorgt, insbesondere mit Blick auf das Logistikzentrum in Bor, das auch ein Jahr nach der Inbetriebnahme Mitte 2006 bei Herstellern wie Resellern noch für Unmut gesorgt hatte. Die Frachtkosten werden seitdem wieder nach Gewicht bemessen, statt nach Umsatzvolumen.

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Frachtkosten-Frage angegangen

Wie allen Distributoren wird es Tech Data jedoch weiter Mühe kosten, die tatsächlichen Frachtgebühren auch bezahlt zu bekommen. Denn aktuell berappt das Unternehmen laut eigenen Angaben noch rund zwei Drittel dieser Kosten aus eigener Tasche. »Wir haben zahlreiche Kundengespräche geführt und dabei überwiegend Verständnis für unser Handlungsmodell gefunden«, berichtet Frömming. Die Tatsache, dass momentan alle Broadliner sich dieses Themas annehmen, sei hier bemerkbar. In den vergangenen Jahren hatte ausschließlich der Straubinger Distributor Also nahezu als Einzelkämpfer nachdrücklich versucht, eine konsequente Wende in dieser Frage herbeizuführen. »Selbstverständlich versuchen wir darüber hinaus, unsere Partner mittels verschiedener Anreize zu einem kosteneffizienten Bestellverhalten zu motivieren«, so Frömming. Wie das neue Frachtmodell konkret aussieht, will das Unternehmen in Kürze seinen Partnern mitteilen.

Weitgehend gelegt haben sich zudem die Klagen über fehlende Preisstrategien auch wenn sie noch nicht überall verstummt sind. Das dürfte vermutlich auf das Konto von Simone Frömming, Geschäftsführerin Vertrieb, und Günter Schiessl, Geschäftsführer Marketing, gehen.

»Wir sind in Europa schneller gewachsen als der Markt«, merkt Demeester außerdem mit Blick auf die jüngsten Quartalszahlen an. Hier stiegen die Umsätze um währungsbereinigte 7,4 Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar, der Gesamtmarkt habe dagegen nur um 5 Prozent zugelegt. Ob das allerdings hierzulande bei der Broadline-Sparte schon tatsächlich für ein schwarzes Ergebnis gesorgt haben könnte, steht auf einem anderen Blatt. Die Zahlen werden nicht auf Landesebene heruntergebrochen veröffentlicht.

Demeester und ihr Team jedenfalls zeigen sich zuversichtlich, was das Geschäft in der Zukunft anbelangt: »Wir haben jetzt die Strukturen geschaffen und die richtigen Menschen für die einzelnen Funktionen gewonnen, um erfolgreich zu sein«, so die Regional-Managerin.

Wie sich Tech Data für die Zukunft rüstet, lesen Sie auf der folgenden Seite.

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