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Tec Networks: IT as a Service wird an Bedeutung gewinnen

| Autor: Michael Hase

Tec-Networks-Geschäftsführer Daniel Juhnke hat in den vergangenen Wochen viele Vorbehalte gegenüber Homeoffice schwinden gesehen.
Tec-Networks-Geschäftsführer Daniel Juhnke hat in den vergangenen Wochen viele Vorbehalte gegenüber Homeoffice schwinden gesehen. (Bild: Tec Networks)

Nach Überzeugung von Daniel Juhnke, Geschäftsführer bei Tec Networks, zeigen sich die Vorzüge eines MSP gerade in der Krise. Dass Kunden des Emdener Cloud-Spezialisten jetzt remote weiterarbeiten können, dafür hat der Dienstleister zuvor schon die Voraussetzungen geschaffen.

Viele Systemhäuser werden in der aktuellen Situation von ihren Kunden damit beauftragt, Remote-Arbeitsplätze in der Cloud einzurichten. Welche Beobachtungen machen Sie gerade in Ihrer Klientel?

Juhnke: Remote-Arbeitsplätze und Homeoffice sind keine neuen Erfindungen, und dank E-Mail und Mobiltelefon sind wir sowieso alle schon seit Ewigkeiten erreichbar. Der Eindruck, dass man eine solche Situation, wie Sie nun herrscht, nur Dank der Cloud überstehen kann, täuscht. Unsere Kunden haben uns jetzt nicht panisch überrannt, weil alle eine neue Infrastruktur für Homeoffice wollten. Vielmehr waren die Voraussetzungen schon da und wurden auch genutzt. Hier und da musste etwas angepasst werden, um der steigenden Auslastung der Systeme gerecht zu werden. Und da zeigen sich dann wieder die Stärken der Cloud.

Collaboration-Plattformen, die es Teams erlauben, unabhängig vom Ort zusammenzuarbeiten, gibt es seit mindestens zehn Jahren. Warum haben viele Unternehmen diese Möglichkeiten noch nicht oder nur wenig genutzt, sodass sie jetzt Nachholbedarf haben?

Juhnke: Das ist eine gute Frage. Chat, Mail und Telefon sind, wie gesagt, nichts Neues. Damit die Zusammenarbeit remote funktioniert, kommt es auf die Menschen und die Firmenkultur an. Zum einen müssen alle Informationen, die die Mitarbeiter benötigen, digital vorhanden sein. Sind sie das nicht, bringt auch ein Collaboration-Tool erst mal wenig. Und Unternehmen haben eine Vielzahl von Prozessen, die es dabei zu betrachten gilt. Zum anderen müssen die Mitarbeiter geschult werden, ein neues Werkzeug sinnvoll einzusetzen. Es ist und bleibt ein Werkzeug und wird erst in den Händen des Benutzers und bei korrekter Anwendung zu dem, was es sein soll.

Rechnen Sie damit, dass Ihre Kunden nach Beendigung der Coronakrise wieder zum alten Arbeitsstil zurückkehren werden oder werden sie die neuen Möglichkeiten nicht mehr missen wollen? Was sollte Ihrer Meinung nach unbedingt beibehalten werden?

Juhnke: Nein, ich glaube nicht, dass wir nach der Krise einfach zum alten Muster zurückkehren werden, geschweige denn können. Viele Barrieren sind in den vergangenen Wochen gefallen: etwa beim Vorgesetzten oder Chef, der Homeoffice noch als Verlust an Kontrolle über seine Mitarbeiter gesehen hat und der nun gar keine andere Möglichkeit mehr hatte, um den Betrieb irgendwie am Laufen zu halten. Auch gesetzliche Regularien und Vorgaben werden nachher auf den Prüfstand gestellt werden. Denn vieles davon entspricht nicht mehr unserer Zeit. Zum anderen passiert auch etwas mit den Mitarbeitern. Homeoffice wird nicht mehr nur für junge Leute ein relevantes Thema sein, und das ist auch gut so. Allerdings muss man keine Sorge haben, dass keiner mehr ins Büro zurückkehrt. Homeoffice über Wochen in einer Wohnung zusammen mit zwei kleinen Kindern ist eine Herausforderung. Und auch Kollegen, die ab und an Homeoffice gemacht haben, merken nun nach zwei Wochen nur mit Telefonaten, Videokonferenzen und Chat, dass es doch ganz schön ist, sich im echten Leben gegenüberzustehen.

Wird die aktuelle Situation nach Ihrer Erwartung dazu führen, dass die Akzeptanz von Cloud-Angeboten in Deutschland generell einen zusätzlichen Schub bekommt?

Juhnke: Ja, davon gehe ich aus. Aber das wird etwas zeitverzögert geschehen. Je nachdem, wie lange die Krise noch andauert, werden die Unternehmen anschließend erst einmal damit beschäftigt sein, die Schäden zu beziffern und den Weg zurück ins normale Geschäft zu finden. Danach ist der passende Zeitpunkt gekommen, Dinge anzupassen und sich für die Zukunft anders und besser aufzustellen. Das ist ein normaler Prozess. Aber ich rechne nicht damit, dass bei Unternehmern die Cloud gleich als Priorität Nummer eins oben auf dem Schreibtisch liegen wird. Dafür ist die Krise für viele zu existenziell. Zuerst zählt das Kerngeschäft.

Welche Vorteile, die für eine Nutzung von IT as a Service sprechen, werden gerade jetzt besonders deutlich?

Juhnke: IT as Service wird für viele Unternehmen mit Bestimmtheit an Bedeutung gewinnen. Wer jetzt aufgrund von Erkrankung oder Quarantäne erst mal keinen Zugriff auf seinen eigenen Admin hatte, der wird die vielen Vorteile eines IT-Serviceanbieters zu schätzen wissen: ein ganzes Team, das sich um seine Belange kümmert, intelligente Systeme und Automatisierung zur Optimierung des Basisbetriebs und natürlich das enorme Expertenwissen und die Erfahrung des Dienstleisters, der dem Kunden hilft, neue Konzepte zu denken und – möglichst mit Cloud-Technologien – umzusetzen.

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