T-Systems hat die Google Distributed Cloud Hosted (GDC Hosted) gestartet. Sie soll „Kunden mit höchsten Souveränitätsanforderungen in Deutschland“ zufriedenstellen können. Dr. Daniel Holz, VP EMEA North bei Google Cloud, und Dr. Andreas Greis, T-Systems‘ SVP Google Powerhouse, geben Antworten.
GDC Hosted ist nach dem Willen ihrer Macher die geeignete Wahl für besonders sensible Workloads.
(Bild: frei lizenziert, libellule789 / Pixabay)
Seit kurzem können sich Kunden bei T-Systems für eine Testphase der Google Distributed Cloud Hosted (GDC Hosted) anmelden. In diesem Rahmen erfolgt eine umfassende Beratung und Überprüfung seitens T-Systems, um die Eignung der neuen Plattform für die Geschäftsbedürfnisse der Kunden zu prüfen, berichtet Dr. Andreas Greis, T-Systems‘ SVP Google Powerhouse, gegenüber CloudComputing-Insider. Die offizielle Einführung der Plattform sei für das kommende Jahr geplant.
Dr. Daniel Holz, VP EMEA North bei Google Cloud
(Bild: Google Cloud)
GDC Hosted ist eine abgekoppelte Cloud-Lösung von Google Cloud. Die Plattform läuft auf Infrastruktur, die physisch vom internationalen Netz von Google Cloud und dem öffentlichen Internet getrennt sind, Greis spricht von „air-gapped“. So könnten Kunden aus Branchen mit höchsten Anforderungen an die Daten- und operationelle Souveränität von den umfangreichen Cloud-Services der Google Cloud sowie von einem hochgradig automatisierten Betrieb profitieren.
T-Systems übernimmt das Management des Dienstes für seine Kunden, die zwischen GDC-H-Servern bei sich vor Ort, oder dem Hosting von GDC-H in einem T-Systems-Rechenzentrum wählen können. „GDC Hosted bietet Kunden Hoheit über ihre Daten, die von T-Systems in Europa verschlüsselt werden“, so Greis weiter. Es gebe aber Organisationen, deren spezielle Workloads nochmals deutlich strengen Vorschriften unterlägen und vom Rest der Welt abgegrenzte Umgebungen benötigten. „Solche Umgebungen müssen von eigens bestelltem Personal, autonom und autark betrieben werden können. Dazu zählen beispielsweise Aufgaben in der Rüstungsindustrie sowie kritische Bereiche im Finanzsektor und der staatlichen Verwaltung.“
Google, Anbieter souveräner Infrastrukturen?
Dr. Andreas Greis, T-Systems‘ SVP Google Powerhouse
(Bild: T-Systems)
Für solche Kunden sei die GDC Hosted die optimale Lösung. Dr. Daniel Holz, VP EMEA North bei Google Cloud, beeilt sich aber hinzuzufügen, dass prinzipiell jede Google Cloud-Lösungen DSGVO-konform in Deutschland und Europa betrieben werden könne. „GDC Hosted ist dabei eher ein weiterer Baustein für besondere Einsatzzwecke“, so Holz. Google Cloud werde in dafür streng von externen Stellen auditiert, zertifiziert und erfülle u.a. auch den aktuellen Cloud Computing Compliance Controls Catalog („C5:2020“) des BSI. Insofern könnten auch Kunden aus regulierten Industrien wie der Finanzbereich oder das Gesundheitswesen die Public Cloud von Google nutzen.
Prinzipiell offeriere Google Cloud nicht nur Lösungen für Daten-, sondern auch für Betriebs- und Software-Souveränität. „Wir haben ein breit gefächertes Angebot für Europa bzw. im Speziellen für Deutschland mit Sovereign Controls, GDC Hosted und nächstes Jahr auch mit der Supervised Cloud exklusiv mit T-Systems. Zahlreiche deutsche Kunden wie GovMarket, aber auch Oviva und Haiilo nutzen bereits das Angebot von Google Cloud“, berichtet Holz.
Die fortgesetzten Bemühungen der EU und des Bundes um souveräne Lösungen à la Gaia-X sieht Greis nicht als Konkurrenz: Die Initiativen ziele nicht darauf ab, einen europäischen „HyperscalerÅ zu schaffen. Es handle sich vielmehr um sogenannte Datenräume („Dataspaces“) – also rechtliche und technische Rahmenwerke, die den standardisierten, automatisierten und transparenten Datenaustausch über verschiedene Organisationen und Cloud-Infrastrukturen ermöglichten. „Die Bezeichnung ‚Cloud‘ für Gaia-X und die damit verbundenen Initiativen wie Catena-X oder Manufacturing-X usw. ist daher vielleicht etwas irreführend“, so der Senior Vice President.
Sowohl T-Systems als auch Google Cloud seien aber Mitglieder der Gaia-X-Initiative und böten bereits Gaia-X-konforme Dienste an. „Die Initiative selbst möchte ja nun auch explizit Hyperscaler an Bord haben“, meint Greis. Auf jeden Fall sei die Sovereign Cloud powered by Google Cloud absolut „Gaia-X-konform“. Und Google Cloud unterstütze den standardisierten, automatisierten und transparenten Datenaustausch über verschiedene Cloud-Infrastrukturen hinweg, so Holz, z.B. als Teil der Catena-X-Initiative im Bereich der End-to-end Automotive Supply Chain und mit dem Eclipse Data Space Connector. Generell sei man sehr in Sachen Souveränität engagiert.
Eine Cloud für besonders sensible Workloads
Für wen GDC Hosted geeignet sei, hänge vom jeweiligen Workload ab: Für besonders sensible Aufgaben, die nicht in Clouds migriert werden können, die mit dem öffentlichen Internet verbunden sind, sei klar GDC Hosted die geeignete Wahl. Nicht ganz so sensible Daten könnten auch von der T-Systems Sovereign Cloud powered by Google Cloud geschultert werden. „T-Systems kann beide Plattformen gleichzeitig für den Kunden betreiben“, so Greis. Außerdem seien hybride Lösungen denkbar. Arbeitslasten könnten zwischen den beiden verteilt werden, falls sich die Sensibilitätsstufe der Daten ändern sollte.
Stand: 08.12.2025
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GDC Hosted kann beim Kunden vor Ort gehostet und von T-Systems betrieben werden. Alternativ hostet T-Systems die Server in den eigenen Rechenzentren in Frankfurt und Magdeburg/Biere. Die Plattform bietet laut Holz einen großen Teil der gewohnten Funktionen der Public Cloud von Google Cloud, der konstant erweitert werden soll: „GDC Hosted ist eine Cloud mit allen Vorzügen von Kubernetes und profitiert von Googles Open-Source-Ansatz. Zusätzlich ist sie aber eben auch in einem ‚air-gapped‘ Zustand lauffähig.“
Die Preise für GDC Hosted werden stark variieren, da die Server individuell für jeden Kunden in unterschiedlicher Größe von T-Systems aufgebaut werden. „Je früher Unternehmen beginnen, desto schneller wird wertvolles Know-how in die Belegschaft integriert, desto schneller können sie von innovativen Lösungen profitieren und desto besser vorbereitet sind sie auf die nächsten technologischen Fortschritte in der Cloud-Technologie“, konstatiert Greis abschließend.