Immer mehr Unternehmen planen, Workloads auf Container zu migrieren. Um das eigene Containerschiff sicher aufs Meer zu bringen, ist aber viel Knowhow und ein passendes Consulting nötig. Der steigende Beratungsbedarf eröffnet lukrative Geschäftsmöglichkeiten.
Der wachsende Beratungsbedarf in Sachen Container bietet lukrative Geschäftsmöglichkeiten.
(Bild: Copilot/ Adobe KI-generiert)
Mit dem wachsenden Aufkommen von Cloud-native Plattformen hat sich die Bereitstellung und Entwicklung von Anwendungen in den letzten Jahren stark verändert. Auch die traditionelle VM-Struktur steht inzwischen bei immer mehr Unternehmen auf dem Prüfstand. Die neuen Lizenzbedingungen bei Herstellern wie VMware in jüngster Vergangenheit trugen sicherlich dazu bei. Laut der Pure-Storage-Studie „The Voice of Kubernetes Experts Report 2024: The Data Trends Driving the Future of the Enterprise“ plant bereits mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen (58 %), VM-Workloads zukünftig auf Container zu migrieren. Beinahe alle Befragten (98 %) nutzen Cloud-native Plattformen für datenintensive Workloads. Besonders wichtige Anwendungen wie Datenbanken (72 %), Analysen (67 %) und KI/ML-Workloads (54 %) werden dabei auf Kubernetes betrieben.
„Die Daten bestätigen, was wir branchenübergreifend beobachtet haben: Cloud-native-Strategien gewinnen an Bedeutung, wobei sich Unternehmen nun auf die Operationalisierung von Cloud-native-Umgebungen unter Berücksichtigung von Daten, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Kosten konzentrieren“, kommentiert Archana Venkatraman, Senior Research Director, Cloud Data Management bei IDC, die Zahlen. Venkatraman betont, dass die Fortschritte bei Cloud-nativen Stacks und Plattform-Engineering eine schnellere Entwicklung und eine ausgewogene Koexistenz von VMs und Containern ermöglichen. Die Migration von VM-basierten Anwendungen auf Kubernetes sei zwar nach wie vor eine Herausforderung, aber robuste Datendienste und Container-Plattformen machten dies möglich. Kubernetes, das einst von Google entwickelte Opensource-System, feiert in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag und erfreut sich großer Beliebtheit, wenn es um das Orchestrieren von Containern.
Steigender Beratungsbedarf
Die Gründe für die Popularität von Containern sind vielfältig. Im Gegensatz zur Hypervisor-Virtualisierung, bei der eine Abstraktionsschicht zwischen Hardware und Betriebssystem liegt, wird die Containervirtualisierung als ressourceneffizienter angesehen. Da bei Containern kein Hypervisor verwendet wird, verbrauchen sie weniger CPU, RAM und Speicher insgesamt. Unternehmen sind in der Bredouille, mit ihrem knappen Personal immer mehr Software betreiben zu müssen. Container und Kubernetes als Open-Source-Orchestrierungsplattform bieten hier einen etablierten Standard, um den das weitere Ökosystem herum möglichst effizient gebaut werden kann. Kubernetes-Cluster sind darüber hinaus sehr skalierbar und flexibel und damit prädestiniert für Zukunftstechnologien wie KI.
Dennoch hat Kubernetes auch den Ruf, kompliziert und komplex zu sein. IT-Führungskräfte sehen sich einer Flut von Informationen und oft schwer verständlichen technischen Dokumentationen der Open-Source-Community gegenüber. Ein Abfallen des Beratungsbedarfs in Sachen Kubernetes und Container ist in Zukunft jedenfalls nicht zu erwarten. Die Hamburger Kubernetes-Experten von Kubermatic wittern hier ihr Geschäft. Das Unternehmen stellte Ende Mai die sogenannten „Cloud Native Labs“ als Consulting-Services für Container-Umgebungen vor, um Kunden eine verbesserte Unterstützung und praxisnahe Lösungen zu bieten. Diese Services sollen Unternehmen helfen, die Flexibilität und Skalierbarkeit containerisierter Anwendungen zu nutzen und sich gleichzeitig aus den Fesseln restriktiver Anbieter-Verträge zu befreien. Sie umfassen eine Reihe von Beratungsdiensten für Container und Kubernetes, womit Unternehmen ihre Cloud-nativen Operationen optimieren können. Die Services bieten maßgeschneiderte Lösungen, die Unternehmen bei der Umsetzung von Kubernetes- und Multi-Cloud-Projekten unterstützen sollen. Kubermatic arbeitet dafür mit über 20 Partnerunternehmen zusammen. Zu den Leistungen gehören unter anderem Kubernetes on Hyperscalers, Multi-Cloud CI/CD und Cloud-to-Cloud Migration mit null Downtime. Sebastian Scheele, CEO und Mitgründer von Kubermatic, erläutert: „Unsere zentrale Zielgruppe besteht aus Unternehmen in der DACH-Region mit mehr als 200 Mitarbeitern, die Herausforderungen und Dringlichkeit bei der Einführung von Kubernetes haben.“ Die Haupt-Industrien seien Manufacturing, Natural Resources, Media, Communication und Services. „Ein starker Schwerpunkt liegt auf Automatisierung und DevOps-Praktiken. Cloud Native Labs unterstützt Unternehmen dabei, ihre Entwicklungs- und Betriebsprozesse zu automatisieren, um Effizienz und Zuverlässigkeit zu steigern“, erklärt Scheele.
Stand: 08.12.2025
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Sebatian Scheele, CEO Kubermatic
(Bild: Kubermatic)
Gleichwohl gibt es immer noch viele Bedenken bei der Umstellung auf Container und Kubernetes. Unternehmen sorgen sich um Abhängigkeit von Anbietern, die Komplexität der Umstellung und die Kostenoptimierung und Sicherheit. Kubermatic will diese Bedenken mit ihrer KKP (Kubermatic Kubernetes Platform) lösen. Diese Plattform soll dafür sorgen, dass Anwendungen leicht portiert werden können und die Umstellung von Container-Images und Workloads automatisiert wird. Außerdem bieten sie Werkzeuge zur Kostenoptimierung sowie Sicherheitsfunktionen, einschließlich Datenverschlüsselung und Compliance-Zertifizierungen, um Datensicherheit und die Einhaltung von Industriestandards zu gewährleisten.
Weiterbildung für Cloud-native Technologien
Bei den Hamburgern setzt man zudem auf die Weiterbildung der Kunden: „Cloud Native Labs bietet auch Schulungen und Workshops an, um die internen Teams ihrer Kunden zu befähigen und ihnen das notwendige Wissen zu vermitteln, um Cloud-native-Technologien effektiv zu nutzen“, berichtet Scheele. Die Experten von Kubermatic setzen verschiedene Beschleuniger ein, um interne Kompetenzen aufzubauen und den Cloud-native Stack effizient zu nutzen. Diese „Cloud-native Accelerators“ sind wie eine erfahrene Crew, die eine maßgeschneiderte Karte erstellt, um sicher durch die Kubernetes-Gewässer zu navigieren. Sie schulen Entwickler in Kubernetes DevOps, richten moderne Kubernetes-Prozesse ein und migrieren Anwendungen. Zusätzlich bieten sie Virtualisierung mit KubeVirt an und unterstützen Kubernetes-Sys-Ops und -Operatoren.
Kubermatic vertreibt seine Lösungen nicht nur direkt, sondern auch über Partner wie die SVA, die die Produkte in größere Lösungen integrieren und bei ihren Kunden implementieren: „Das Channel-Geschäft zeigt derzeit vielversprechende Fortschritte. Kubermatic bleibt engagiert und fokussiert darauf, seine Channel-Strategie weiter auszubauen und zu optimieren, um in der Zukunft noch bessere Ergebnisse zu erzielen“, erklärt Scheele den weiteren Kurs. Für Unternehmen, die einen Kurswechsel hin zu Cloud-native-Architekturen in Erwägung ziehen, können solche Beratungsdienste der nötige Antrieb sein, um ihre Transition zu vereinfachen und ihre Operationen zu optimieren. Plattform-Engineering bleibt in jedem Fall der zentrale Baustein für den Erfolg im Cloud-native-Sektor. Führungskräfte sind hier gut beraten, in Zukunft mehr in Schulungen, Berater und die Rekrutierung qualifizierter Ingenieure zu investieren. Wo es an Wissen in der IT-Branche fehlt, liegen auch für den Channel die Chancen, um seine Beratungsstärke auszuspielen. Kein Wunder, dass Dienstleister ihre Kompetenzen in Kubernetes ausbauen. Gerade im Hinblick auf die bereits angebrochene KI-Ära kann in Sachen Containerisierung die Devise eigentlich nur lauten: Alle Mann an Bord!