Seit Beginn der Pandemie geht zwar ein Digitalisierungsruck durch Deutschland. Insbesondere KMU gehören in Sachen digitaler Fortschritt aber zum Schlusslicht. Geht es um die Sicherheitsanforderungen innerhalb der eigenen Organisation, setzen sie häufig auf unausgereifte Ad-hoc-Lösungen.
Unternehmen unterschätzen das Risiko, Opfer von Cyberangriffen zu werden.
Um die Geschäftskontinuität in Zeiten von remote Work zu wahren und einen geregelten Arbeitsalltag zu garantieren, ist es für Unternehmen oberste Priorität, ihre Daten zu schützen – sie sind der Firma höchstes Gut. Datenpools stehen in Verbindung mit Firmeninterna, Produkten, Kundenkorrespondenzen und Dienstleistungen. Durch Störungen, Ausfälle oder Bedienungsfehler können diese beschädigt werden oder verloren gehen, so dass der Arbeitsfluss behindert oder sogar ganze Abteilungen lahmgelegt werden.
Neben solcherlei unintendierten Pannen gibt es zudem immer mehr gezielte Manipulationen durch Hackerangriffe oder Ransomware. Diese sind vermehrt in den letzten Monaten aufgetreten. Das Bundeskriminalamt meldete Mitte 2020 über 600 Fälle von Cyber-Angriffen, wie etwa das Ausspähen und Abfangen von Daten oder gezielte Sabotage von Unternehmensabläufen, die in direktem Zusammenhang mit der Pandemie. Das Bundesministerium für Sicherheit und Informationstechnik registrierte in einer aktuellen Umfrage zwar, dass rund ein Viertel der deutschen Unternehmen Schäden dieser Art als existenzbedrohend einordnen. Doch trotz des fatalen Risikos investieren Unternehmen nicht ausreichend Kapazitäten in entsprechende Sicherheitskonzepte und rund die Hälfte (48 %) aller deutschen Unternehmen stufen weiterhin das Risiko, ihre Daten durch Cyberangriffe zu verlieren, als gering ein.
Zwar sorgt ein Großteil der Firmen für eine Notfallstrategie, doch geben 70 Prozent der befragten Unternehmen an, weder eine eigene Fachabteilung für Sicherheit einrichten, noch Sicherheitsexpert:innen einstellen zu wollen, die sie kompetent im Umgang mit Cyber-Angriffen unterstützen. Man kann also sagen, dass Sicherheit zwar auf dem Blatt Papier stattfindet, es jedoch an der praktischen Umsetzung mangelt.
Homeoffice steigert das Risiko für Cyber-Angriffe
Diebstähle von sensiblen, digitalen Daten, das Ausspähen digitaler Kommunikation oder das Abhören von Besprechungen oder Telefonaten gehören mitunter zu den häufigsten Arten von Datenklau und Industriespionage.
Im Zuge der Corona-Pandemie hat die digitale Kommunikation stark zugenommen. Unternehmen nutzen Teams, Slack, Zoom und Co. so selbstverständlich wie nie zuvor. Mitarbeiter:innen können außerdem für ihre tägliche Arbeit über einen durch Fernwartungsdienste eingerichteten VPN-Zugang auf Firmeninterna und Datenpools zugreifen. So stieg die VPN-Nutzung alleine in Deutschland seit März 2020 um wöchentlich 40 Prozent an.
Das machen sich Ransomware-Angreifer zunutze, denn die entsprechenden Zugänge befinden sich häufig auf den privaten Laptops der Mitarbeiter:innen. Diese wiederum sind erheblich anfälliger für Schadsoftware. Ist der Homeoffice-Rechner erst verseucht, nutzt auch der IP-Tunnel des VPN nichts mehr. Dieser schützt nur vor äußeren Angriffen auf das VPN selbst – nicht aber vor Angriffen von innen, die dann (unbewusst) durch den eigenen Laptop erfolgen. Solche Attacken zielen damit genau auf die Stelle, an der Unternehmen am verwundbarsten sind.
Gefährdungen minimieren: Backups diversifizieren
Um Datenverluste zu vermeiden, sind Backups unerlässlich. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der IT-Strategie eines jeden Unternehmens. Um das Risiko von Datenverlusten durch Cyberangriffe zu minimieren, eignet sich ein diversifizierter Strategieansatz für Backups.
IT-Entscheider können sich hier an der 3-2-1-Regel orientieren. Dabei sollten sie mindestens drei verschiedene Sicherungskopien der gleichen Daten aufbewahren. Zwei davon auf unterschiedlichen Medienformaten und eine außerhalb des eigenen Unternehmens. Die Aufbewahrung eines Backups außerhalb der eigenen Organisation ist von entscheidender Bedeutung, da sie es Unternehmen ermöglicht, Backups voneinander zu trennen und so einen größeren Datenschutz und eine höhere Sicherheit durch physische Distanz zu erreichen.
Auch eine hybride Cloud-Strategie kann bei der Bekämpfung von Cyber-Bedrohungen von großem Nutzen sein. Hierbei wird ein lokales Speichersystem für vor-Ort-Backups mit einem Cloud-Backup-Service kombiniert. Fällt der lokale Speicher aus, können regelmäßig synchronisierte und aktualisierte Cloud-Backups die verlorenen Daten wiederherstellen und so die Geschäftskontinuität wahren. Eine unveränderliche Datenspeicheroption verhindert zusätzlich, dass Personen (egal ob aus der eigenen Organisation oder auf Dienstleisterseite) die gespeicherten Daten verändern oder löschen. Sobald die Unternehmensdaten in einen unveränderlichen Speicherbereich übertragen wurden, können diese vor Ablauf einer vorher definierten Frist nicht mehr verändert werden.
Stand: 08.12.2025
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Greifen Unternehmen auf eine Servicedienstleistung eines externen Anbieters zurück, können sie darüber hinaus in Betracht ziehen, gleich mehrere verschiedene Anbieter an verschiedenen Orten mit in ihre Strategie einzubeziehen. Damit vermeiden sie, dass Hacks oder Softwarefehler in einem System nicht auch zu einem globalen Datenverlust führen.
Allem voran steht das Kredo: Organisationen sollten ihre Sicherheitsstandards regelmäßig prüfen, aktualisieren und nach der bestmöglichen Alternative suchen, um Angriffe so gut wie möglich zu verhindern.
Fazit
Rund die Hälfte aller deutschen Unternehmen unterschätzt die Gefahr, einer Cyber-Attacke zum Opfer zu fallen. Das kann fatale Folgen haben, denn Unternehmensinterna sind das Herzstück einer jeden Organisation. Cyber-Attacken stiegen während der Corona-Pandemie signifikant an und häufig richten sie sich auf die privaten Computer von Mitarbeiter:innen im Homeoffice. Diese sind ein leichtes Ziel, weil sie einfach zu infizieren sind. Um einen Datenverlust durch einen Angriff zu vermeiden, sollten Firmen ihre Backups diversifizieren. Durch die Erstellung verschiedener Kopien an unterschiedlichen Orten werden Angriffe erschwert. Auch eine hybride-Cloud-Strategie mit unveränderlichen Speicheroptionen kann helfen, um den Ernstfall zu verhindern. Unternehmen sollten allgemein darauf achten, ihre Sicherheitsstandards zu heben und vermehrt darauf achten, Remote Working Strukturen mit professionellen Sicherheitslösungen zu kombinieren.