Aktueller Channel Fokus:

Storage&DataManagement

Alexa & Co. auf dem Prüfstand

Sprachassistenten vor dem Durchbruch?

| Autor: Sarah Böttcher

Hersteller von Sprachassistenten müssen vor allem in Sachen Gerätesicherheit noch einiges Nachholen, damit die Alltagshelfer den Durchbruch schaffen.
Hersteller von Sprachassistenten müssen vor allem in Sachen Gerätesicherheit noch einiges Nachholen, damit die Alltagshelfer den Durchbruch schaffen. (Bild: metamorworks - stock.adobe.com)

Sprachassistenten sind unaufhaltsam auf dem Vormarsch – und das trotz kritischer Stimmen. Zwar erleichtern Sprachassistenten den Alltag, sie stellen jedoch auch eine Gefahr für die Privatsphäre dar. Eine Umfrage im Auftrag von Reichelt Elektronik zeigt nun, dass die Alltagshelfer noch ausbaufähig sind.

Als 2015 bekannt wurde, dass Samsung-Fernseher ihre Besitzer im Wohnzimmer belauschen, sorgte das für heftige Diskussionen. Auch Sprachassistenten im Allgemeinen wurden davon nicht verschont. Sie bieten viele Vorteile, die das Leben bequemer und einfacher gestalten. Doch vor allem durch technologischen Nachholbedarf sind die kleinen Helfer manchmal nicht nur von Vorteil (siehe Video). Bis heute haben Nutzer allerdings Angst, dass die Helferlein mehr hören, als sie sollten.

Sicherheitsbedenken schrecken ab

Auch die Umfrage des Marktforschungsunternehmens Onepoll im Auftrag von Reichelt Elektronik zeigt, dass Sprachassistenten zwar genutzt werden, Sicherheitsbedenken jedoch das größte Hemmnis darstellen. 55 Prozent der Umfrageteilnehmer haben sich aufgrund der Unsicherheitsfaktoren gegen einen Kauf entschieden. 20 Prozent der Befragten äußerten starke Bedenken gegenüber der Sicherheit aus den folgenden Gründen:

  • 64 Prozent haben Angst, dass ihre Daten missbraucht werden und sind sich unsicher, wo die Daten gespeichert werden;
  • 53 Prozent haben Bedenken, dass die Kommunikation abgehört wird;
  • 48 Prozent fürchten das Risiko eines Hackerangriffs;
  • 29 Prozent denken, dass Werbetreibende Sprachassistenten zu Werbezwecken ausnutzen;
  • 27 Prozent befürchten, dass das Gerät die Sprachbefehle nicht oder fehlerhaft versteht;
  • 24 Prozent sehen eine ungewollte Aktivierung des Assistenten durch fehlerhaft verstandene Befehle als Problem an (auch durch Kinder möglich).

Interessant ist auch, dass nicht nur Nicht-Nutzer über Sicherheitsbedenken klagen, auch Nutzer (40 %) haben mit den Unsicherheiten zu kämpfen. 77 Prozent von ihnen sagen, dass der Missbrauch der Daten und das Nichtwissen, wo diese gespeichert werden, sie beunruhigt. Für 46 Prozent spielt sowohl das Risiko vor Hackerangriffen als auch die Gefahr, dass die Kommunikation abgehört wird, eine entscheidende Rolle bei ihren Bedenken.

Technologischer Nachholbedarf

Damit Sprachassistenten doch noch der Durchbruch gelingt, besteht 66 Prozent der Befragten zufolge, dringender Nachholbedarf in Puncto Datenschutz. Auch die Spracherkennung (75 %) müsste verbessert, die Ausführung fehlerhafter Befehle (72 %) sowie fehlerhafte Aktivierungen (61 %) vermieden und die Assistenten um weitere Funktionen erweitert (55 %) werden – insbesondere in Hinsicht auf die Kompatibilität mit anderen Geräten.

Nutzung über das Smartphone

Aktuell geben 65 Prozent an, dass sie Sprachassistenten über das Smartphone nutzen, während 22 Prozent die kleinen Helfer über Home-Automation-Lösungen wie Alexa & Co. bevorzugen. 14 Prozent nutzen beides. Amazons Alexa wird von 21 Prozent der 1.000 befragten Personen in Deutschland genutzt. 18 Prozent nutzen den Google Assistent und 16 Prozent Siri. Interessant ist, dass obwohl Siri den dritten Platz im Gesamtranking belegt, sie von den 18- bis 24-jährigen aber bevorzugt wird (32 %). Lediglich 17 Prozent von ihnen nutzen den Konkurrenten Alexa.

Gründe für die Nutzung

Sprachassistenten bieten zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Besonders beliebt ist die Internetrecherche (59 %). Laut Umfrage lassen sich 53 Prozent Musik vorspielen und 42 Prozent nutzen Sprachassistenten, um sich Nachrichten vorlesen oder vorsprechen zu lassen.

30 Prozent hilft der Sprachassistent im Alltag bei organisatorischen Dingen wie der Terminplanung. Ebenfalls ein knappes Drittel (27 %) setzt auf Sprachsteuerung, um Smart-Home-Installationen zu steuern. Eher selten ist der Online-Einkauf von Lebensmitteln oder Waren mithilfe von Sprachassistenten (je 17 %).

Herausforderung für Hersteller

Neben den technologischen Verbesserungen ist die größte Herausforderung für Hersteller, Verbraucher davon zu überzeugen, dass ein Sprachassistent sinnvoll ist. 60 Prozent der Befragten geben nämlich an, keinen zu benötigen. Darüber hinaus wünschen sich Kunden mehr Unterstützung bei der Kaufentscheidung (41 %). Interessant ist auch, dass sich die Umfrageteilnehmer wünschen, dass Sprachassistenten menschliche Emotionen erkennen und darauf reagieren können (26 %).

Sprachassistenten kommen häufiger zum Einsatz

Bitkom-Research

Sprachassistenten kommen häufiger zum Einsatz

31.08.18 - Eine aktuelle Studie von Bitkom Research und Deloitte hat ergeben, dass Sprachassistenten in den letzten zwei Jahren deutlich an Bekanntheitsgrad gewonnen haben. 8,7 Millionen Menschen nutzen bereits einen Smart Speaker zur Musiksteuerung und Informationsbeschaffung. lesen

Warum ist Voice das nächste große Interface?

Voice-Technologie

Warum ist Voice das nächste große Interface?

07.03.19 - 2018 – ein Jahr, in dem die Begriffe „Alexa“, „Hey Google“ und „Siri“ einen exklusiven Bekanntheitsgrad bekommen konnten. Das Thema ist längst in jeder Geschäftsführung angekommen und auf so gut wie jeder Digitalisierungsagenda zu finden gewesen. Doch ist es wirklich die nächste große Revolution in Zeiten des Internets? Oder doch nur ein kurzer Hype? lesen

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45796676 / Studien)