Marktzahlen von Context Sparmaßnahmen bremsen den Gaming-Markt

Von Heidi Schuster

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Gaming-Hardware wurde 2021 verkauft wie geschnitten Brot – trotz Problemen in den Lieferketten, trotz, oder besser gesagt, gerade wegen der Pandemie. In diesem Jahr schwächelt der Markt, wie die Zahlen aus der Distribution von Context zeigen.

Im Verlauf der Pandemie erreichte der Umsatz mit Gaming-Produkten immer neue Rekordwerte.
Im Verlauf der Pandemie erreichte der Umsatz mit Gaming-Produkten immer neue Rekordwerte.
(Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com)

Die Pandemie hat dem Gaming-Markt einen deutlichen Aufschwung beschert. Damit scheint jetzt Schluss zu sein. 2022 ging nicht nur der Verkauf von Gaming-Notebooks, -PCs und -Monitoren stark zurück, auch bei Grafikkarten und Zubehör wie Headsets sowie speziellen Tastaturen und Computermäusen bleibt vor allem das zweiten Quartal 2022 deutlich hinter den Vergleichsquartalen der Vorjahre zurück, wie die von Context in der Distribution erhobenen Zahlen zeigen.

Durchschnittliche Verkaufspreise

Bei Desktop-PCs lag der ASP (Average Selling Price) für Casual-Gaming-Modelle im zweiten Quartal 2022 bei 659 Euro. QHD-fähige (972 Euro) und UHD-fähige (1.060 Euro) Modelle liegen nahe beieinander. VR-ready-Modelle bieten das schlechteste Preis-Leistungsverhältnis und kosten im Durchschnitt 1.176 Euro. Vor zwei Jahren lag deren Durchschnittspreis noch bei 719 Euro. Insgesamt haben sich die Preise deutlich über denen von 2020 etabliert. Nur bei den UHD-fähigen-Modellen müssen heute im Durchschnitt rund 100 Euro weniger bezahlt werden als im 2. Quartal 2020.

Zu den genannten Zahlen

Bei der Kategorisierung von Gaming-Notebooks und Gaming-PCs orientiert sich Context an der Einstufung von videocardbenchmark.net. Demnach gehören alle Rechner mit Benchmarking-Werten von 1.300 bis 5.999 zum Segment „Casual Gaming“. Eine Stufe höher folgt mit Werten von 6.000 bis 9.499 Punkten das Segment „VR Ready“. Darüber liegen QDD-fähige Modelle (9.500 bis 12.499 Punkte im Benchmark) und UHD-fähige Modelle (mehr als 12.500 Punkte).

Ganz anders sieht es bei Gaming-Notebooks aus. Hier liegen die Durchschnittspreise außer bei QHD-fähigen Modellen überall unter denen des zweiten Quartals 2020. Mit 962 Euro ist auch der durchschnittliche Verkaufspreis der QHD-fähigen Notebooks unter dem der Desktop-PCs der gleichen Leistungsklasse. Lediglich UHD-fähige Gaming-Notebooks sind mit einem ASP von 1.385 Euro deutlich teurer als ihre PC-Pendants. Hier haben die Preise zuletzt auch wieder stark angezogen. Im ersten Quartal 2022 erreichten sie mit 1.115 Euro einen Tiefpunkt, in den fünf Quartalen zuvor schwankten sie zwischen 1.199 und 1.286 Euro.

Entwicklung bei Gaming-PCs und Gaming-Notebooks

Insgesamt wird bei der rückläufigen Entwicklung im Gaming-Markt deutlich: Obwohl Notebooks für Casual Gaming ihren Anteil am Markt stetig erweitern konnten, gingen die verkauften Stückzahlen in den zurückliegenden drei Quartalen um 3 Prozent, dann 23 Prozent und zuletzt um 39 Prozent zurück. Die Zugewinne bei Desktop-PCs für Casual Gaming (18 und 9 % in Q4/2021 und Q1/2022) konnten das nicht ausgleichen, da der Umsatz mit Gaming-PCs insgesamt inzwischen pro Quartal meistens nicht einmal mehr ein Drittel des Umsatzes mit Gaming-Notebooks erreicht.

Die Zahlen von Context für den Markt für Gaming-PCs und -Notebooks zeigen anhand der von der Distribution ausgelieferten Stückzahlen das außergewöhnlich starke Jahr 2021 und den Einbruch im zweiten Quartal 2022 (links) sowie rechts die Verschiebung bei den Produktklassen.
Die Zahlen von Context für den Markt für Gaming-PCs und -Notebooks zeigen anhand der von der Distribution ausgelieferten Stückzahlen das außergewöhnlich starke Jahr 2021 und den Einbruch im zweiten Quartal 2022 (links) sowie rechts die Verschiebung bei den Produktklassen.
(Bild: Context)

„Der gegenwärtige, starke Rückgang hat mehrere Gründe“, erklärt Amanuel Dag, Country Director DACH-Region bei Context. „Einer davon ist die hohe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr, als das Gaming-Segment ein sehr starkes zweites Quartal verzeichnen konnte. Ein weiterer ist die bei Verbrauchern aufgrund der Inflation und der Diskussion um Energie- und Spritpreise gesunkene Kauflaune.“

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