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Angst vor geplanter Obsoleszenz beim Handy

Smartphone ist wichtiger als der Partner

| Autor: Sarah Gandorfer

Phonespiracy ist die Beschreibung einer angeblich bewusst programmierte Verlangsamung eines Smartphones, um zum Kauf eines neuen Gerätes zu bewegen.
Phonespiracy ist die Beschreibung einer angeblich bewusst programmierte Verlangsamung eines Smartphones, um zum Kauf eines neuen Gerätes zu bewegen. (Bild: dbunn - stock.adobe.com)

Ohne Smartphone geht nichts – so die Einstellung vieler Deutscher. Über das Jahr verteilt, schauen die Nutzer fast einen Monat lang auf ihr Handy. Dabei kümmern sie sich wenig um die Gefahren aus dem Internet. Als ärgerliche Verkaufsmasche wird hingegen der schnelle Verschleiß der Geräte empfunden.

Geplante Obsoleszenz ist eine Strategie, in der das Veralten eines Produktes vom Hersteller geplant und konzeptionell vorgesehen ist. Gemeint ist also nicht der normale Alterungsprozess eines Produkts durch Verschleiß. Bei Smartphones nennt sich dieser vorsätzliche Defekt „Phonespiracy“. Laut einer Studie von HMD Global (Nokia Phones), in der Bundesweit 2.000 Smartphone-Nutzer befragt wurden, sind 23 Prozent davon überzeugt, dass Hersteller Smartphones so konzipieren, dass diese nach einem Jahr nicht mehr einwandfrei funktionieren und immer langsamer werden.

94 Prozent der in Deutschland Lebenden Menschen zwischen 18 und 65 Jahren besitzen eine Smartphone. Durchschnittlich 107 Minuten am Tag wird auf dieses Gerät geguckt. Das macht aufs Jahr bezogen rund 39.055 Minuten oder 27 Tage. Kurz: Hierzulande wird fast einen Monat lang ununterbrochen auf das Smartphone gestarrt.

Smartphone wird dem Partner vorgezogen

Gänzlich zufrieden ist kaum einer mit seinem Handy. Mehr als die Hälfte (58 %) der Befragten vertrauen ihrer jeweiligen Smartphone-Marke nicht vollständig. Doch ohne das kleine Gerät geht nichts, wie 13 Prozent aussagen. 22 Prozent der Studienteilnehmer würden für das smarte Telefon sogar ihren Freund/Partner aufgeben, 13 Prozent ihren Job. Damit liegt Deutschland im Trend – in anderen Ländern wie Großbritannien und Frankreich sind die Werte sehr ähnlich.

Übereinstimmend sind die Befragten hierzulande der Meinung, dass ihr Telefon nach 20 Monaten nicht mehr effizient arbeitet. 86 Prozent wünschen sich explizit ein Smartphone, dass mindestens zwei Jahre und länger einwandfrei funktioniert. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass 81 Prozent Sorge haben, dass Smartphones zu schnell veraltet sind und schneller als andere UE-Geräte ausgetauscht werden müssen.

63 Prozent glauben, dass dieses Phänomen in Zukunft zu einem noch größeren Problem werden könnte, welches nicht nur die Nutzer, sondern auch die Industrie und die Umwelt betreffen wird. Zu den Gründen, warum Smartphones nicht mehr zufriedenstellend funktionieren, gehören geringere Akkuleistung (53 %), zu wenig Speicherplatz (35 %) und insgesamt schlechtere Performance (32 %).

Update-Muffel

Updates werden oftmals vernachlässigt. So gaben 43 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sie ihr Telefon nicht mit der neuesten Software aktualisieren wollen. 21 Prozent sind sogar davon überzeugt, dass Updates nichts bringen. Spitzenreiter bei Gründen für die Update-Verweigerung sind Befürchtungen, die Aktualisierungen würden zu viel Speicherplatz beanspruchen (29 %) oder nur übermäßig Bloatware installieren (20 %), die sich negativ auf die Leistung des Geräts auswirkt. Im gleichen Atemzug gab mehr als die Hälfte (59 %) zu, ihre Telefone mindestens einmal alle halbe Stunde zu überprüfen – 12 Prozent gaben zu, alle fünf Minuten das Telefon zu checken.

Obwohl Cyberkriminalität in Deutschland Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Euro jährlich verursacht, und über die Hälfte der befragten befürchten, ihr Telefon könnte gehackt werden, sind beinahe drei Viertel (72 %) nicht über die Bedeutung der Telefonsicherheit informiert. Jeder fünfte räumt ein, nicht zu wissen, welche Sicherheits- und Betriebssystem-Updates die Benutzer sicher halten.

Wieder weniger Smartphone-Verkäufe

Gartner-Marktzahlen

Wieder weniger Smartphone-Verkäufe

28.08.19 - Die weltweiten Smartphone-Verkäufe gingen im zweiten Quartal 2019 erneut zurück. Die stärksten Umsatzzuwächse können Samsung und Huawei verzeichnen. Sie erwirtschafteten zusammen mehr als ein Drittel des gesamten weltweiten Smartphone-Umsatzes. lesen

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