In unserem Hands-on-Test ist erstmals ein Smartphone: Mit dem Motorola Thinkphone will Lenovo in die Unternehmen kommen. Das Smartphone bietet dafür eine statte Leistung und mit „Ready For“ eine pfiffige PC-Verbindung mit Desktop-Modus und App-Streaming.
Das Motorola Thinkphone bietet eine Reihe von Funktionen für das optimale Zusammenspiel mit Windows-Rechnern. Die müssen nicht dabei nicht von Lenovo stammen.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Lenovo verwendet den Markennamen Think inzwischen für eine ganze Reihe von Gerätekategorien neben den klassischen Thinkpad-Notebooks. Ein Thinkphone gibt es aber erst jetzt. Das knapp 1.000 Euro teure Business-Smartphone stammt von Motorola, einer weiteren ikonischen US-Marke, die Lenovo übernommen hat, und soll der Firma den Weg in die Unternehmen ebnen, wo bisher Apple und Samsung dominieren.
In der Optik lehnt sich das Thinkphone an die Thinkpad-Notebooks an. Denn die Rückseite des Smartphones besteht aus Aramid-Fasern mit einer sichtbaren Struktur ähnlich der beim Thinkpad X1 Carbon. In dem Aluminiumrahmen sitzt links eine rote Sondertaste, die an den roten Trackpoint der Thinkpads erinnern soll. Zudem prangt der Thinkphone-Schriftzug in gewohnter Typografie auf der Rückseite. Robust ist das Thinkphone laut dem Hersteller ebenfalls. Denn Aramid-Fasern, zu denen auch Kevlar zählt, sind sehr schlagfest. Das 6,6-Zoll-Display ist durch Gorilla Glass Victus geschützt und das Gerät ist wasserdicht gemäß IP68. Für ein Smartphone seiner Größe ist das Thinkphone mit 189 Gramm trotzdem leicht.
In der Rückseite des Motorola Thinkphone, sie besteht aus schlagfesten Aramid-Fasern, ist die Kamera mit zwei Linsen und Tiefensensor eingelassen. Die rote Sondertaste soll an den trakpoint der Thinkpads erinnern.
(Bild: Lenovo)
Hardware und Kamera
Für das Display nutzt Motorola ein sehr gutes und helles OLED-Panel mit einer Auflösung von 2.400 x 1.080, bis zu 144 Hz Refresh-Rate und HDR10+. Der schnell reagierende Fingerabdrucksensor ist im Display integriert, ebenso die Frontkamera mit 32-MP-Sensor. Als Prozessor kommt ein Snapdragon 8+ Gen 1 zum Einsatz, der auf 8 GB LPDDR5 zugreifen kann. Als Massenspeicher stehen 256 GB UFS 3.1 bereit. Eine Erweiterung mittels Micro-SD ist nicht möglich. Der Prozessor ist zwar nicht mehr das Spitzenmodell von Qualcomm – diese Position nimmt seit diesem Jahr der Snapdragon 8 Gen 2 ein – liefert mit seinen insgesamt acht Cores und der integrierten Adreno-730-GPU trotzdem noch eine sehr gute Leistung, wie die 16.157 Punkte im PCMark Work 3.0 und die 2.832 Zähler im 3DMark Wild Life Extreme belegen. 5G unterstützt das Gerät mit zwei Nano-SIM-Steckplätzen. Dazu kommen noch Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3. Der Akku mit einer Kapazität von 5.000 mAh sorgt für eine Laufzeit von 16,2 Stunden und ist durch das 68-Watt-Netzteil schnell geladen. Drahtloses Laden ist mit 15 Watt möglich.
Die rückseitige Kamera ist wohl aus dem Motorola Edge 30 Fusion entlehnt. Sie arbeitet mit zwei Linsen und einem Tiefensensor. Die Hauptkamera mit f/1,8-Blende nutzt einen 50-MP-Sensor mit 1 µm großen Pixel, Quad-Binning und optischer Bildstabilisierung sowie eine 13-MP-Ultra-Weitwinkel-Kamera, die gleichzeitig für Makro-Aufnahmen dient. Ein Tele-Objektiv gibt es nicht, daher kann nur digital gezoomt werden. Damit bietet das Thinkphone weniger als andere Smartphones dieser Preisklasse, macht aber trotzdem gute Bilder auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Für den Business-Einsatz sollte die Kamera problemlos ausreichen.
Business-Funktionen
Für ein Business-Smartphone wichtiger sind Eigenschaften wie Sicherheit und ein leistungsfähiges Gerätemanagement. Für ersteres soll Thinkshield for Mobile sorgen. Das Thinkphone verfügt mit Moto Keysafe über einen eigenen Chip, der PINs, Passwörter und kryptografische Schlüssel in einer eigenen Umgebung isoliert, um sie vor fremden Zugriff zu schützen. Moto Threat Defense soll laut Motorola mit KI-Hilfe und der Arbeit eines Incident-Response-Teams Angriffe von Malware oder Phishing-Attacken abwehren. Motorola arbeitet dafür mit dem Mobile-Security-Anbieter Zimperium zusammen.
Die Moto-Secure-App ermöglicht einen schnellen Zugriff auf alle sicherheitsrelevanten Funktionen und kann mit Hilfe von Moto OEMConfig des Moto Device Managers zentral verwaltet werden. Als Betriebssystem ist ein aktuelles und nur wenig modifiziertes Android 13 installiert. Mit Zero-Touch-Enrollment können Geräte vorkonfiguriert ausgerollt werden.
Das Thinkpad zum Thinkphone: X1 Carbon
Das Motorola Thinkphone lässt sich mit „Ready For“ im Gespann mit jedem Notebook betreiben, auf dem Windows 10 oder 11 läuft. Optisch passt aber das Lenovo Thinkpad X1 Carbon am besten zu dem Smartphone. Uns hat Lenovo noch die Gen-10-Version des leichten 14-Zoll-Business-Notebooks mit Alder-Lake-CPU und 4K-IPS-Display zur Verfügung gestellt. Die neuen Gen-11-Modelle verfügen nun über Raptor-Lake-Prozessoren, bis zu 64 statt 32 GB RAM sowie eine bis zu zwei TB große M.2-SSD mit PCIe-Gen4-Interface. Die Top-Display-Option ist bei der 11. Generation des X1 Carbon ein 2,8K-OLED-Pane im 16:10-Format. Die 5G-Option kann man sich im Zusammenspiel mit dem Thinkphone sparen. Denn via Ready For ist eine schnelle Nutzung des Smartphones als mobiler Hotspot möglich.
Optisch perfekter Thinkphone-Partner: das Lenovo Thinkpad X1 Carbon
(Bild: Lenovo)
Stand: 08.12.2025
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Praktische Software für die PC-Verbindung
Eine sinnvolle Funktion für ein Business-Smartphone ist „Ready For“. Mit dieser Software, die auch für andere Motorola-Smartphones zur Verfügung steht, können Daten via Drag-und-Drop oder über ein gemeinsames Clipboard einfacher mit Windows-Rechnern ausgetauscht werden. Zudem haben User die Möglichkeit, das Thinkphone vom Windows-Desktop aus fernzusteuern, den Android-Desktop zu spiegeln oder von Windows aus Android auf dem Smartphone in einem Desktop-Modus zu nutzen. Dieser Mobile Desktop funktioniert auch via Miracast und mit Bluetooth-Eingabegeräten auf TV-Geräten. Auf den Windows-Rechnern können zudem einzelne Apps mittels App-Streaming ausgeführt werden und es werden Benachrichtigungen vom Smartphone angezeigt, das mittels „Ready For“ auch einfacher als mobiler Hotspot arbeiten kann. Das Pairing mit beliebigen Windows-10- oder 11-Rechnern, auf denen die Ready-For-App installiert ist, erfolgt mittels WLAN oder USB. Für den ebenfalls mittels „Ready For“ möglichen Einsatz der Smartphone-Kamera als Webcam sollte man auf jeden Fall die USB-Verbindung wählen.
Mit einem Preis von 1.000 Euro ist das Motorola Thinkphone gemessen an seiner Ausstattung etwas kostspielig, gefällt aber durch seine robuste Bauart und das sehr gute Display. Zudem liefert das Gerät eine hohe Leistung, eine lange Akkulaufzeit und praktische Funktionen für Business-Kunden wie etwa „Ready For“.