Der Bildungssektor tickt anders

Schul-IT-Projekte überzeugend verkaufen

Seite: 6/7

Firmen zum Thema

5. Was muss beim Entwurf eines Lösungskonzepts über die reine Technologie hinaus beachtet werden?

Wer die Erwartungen der Schulleitung und Lehrer an ein IT-Projekt in der Schule kennt, kann sein Lösungskonzept darauf abstellen und hat die überzeugenden Vertriebsargumente zur Hand.

Ein Schul-IT-Projekt sollte folgende grundsätzlichen Anforderungen erfüllen:

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

• Technologie ist Mittel zum Zweck: Der didaktische Nutzen und pädagogische Anspruch einer Lösung steht im Mittelpunkt und sollte dementsprechend vom Fachhändler vermittelt werden können.

• Alles aus einer Hand: Die Lehrerschaft hat genügend mit ihrem pädagogischen Auftrag zu tun. Ein Lösungskonzept sollte daher einem Rundumsorglos-Paket entsprechen. Hardware, Software, Installation, Service, Wartung und auch Schulung – alles kommt aus einer Hand, für alles hat die Schule einen Ansprechpartner.

• Baukastenprinzip: Eine komplette Schule mit digitalen Klassenzimmern, Vernetzung, Internetzugang etc. ausstatten zu können, macht einen guten Eindruck und zeugt von Kompetenz. Doch oft ist das Budget der Schule nicht groß genug oder man will erst einmal die Lösung und die Zusammenarbeit „ausprobieren“. Deshalb sollte das Lösungskonzept problemlos in kleinere Module aufgeteilt werden können.

• Einfache Handhabung: An der Schule arbeiten keine IT-Spezialisten. Lehrer wurden überhaupt nicht oder nur rudimentär mit dem Umgang mit neuen Medien ausgebildet. Die Hard- und Software eines Projektes muss besonders leicht verständlich und bedienbar sein, um den Lehrern etwaige Hemmungen vor dem Einsatz im Unterricht zu nehmen.

Von diesen grundsätzlichen Überlegungen ausgehend, können detaillierte Forderungen an ein Lösungskonzept abgeleitet werden. Es folgt eine Auflistung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Schulungs-Fahrplan mit konkreten Terminen erstellen:

„Ein Fachhändler muss primär davon ausgehen, dass der Anwender nichts kann. Lehrer haben in diesem Bereich eben keine Ausbildung bekommen.“ So drastisch, aber zutreffend drückt es Jutta Gasteiger, Rektorin der Grund- und Mittelschule Großaitingen, aus. „Bei den Kollegen im Alter zwischen dreißig und vierzig Jahren bin ich entsetzt, wie wenig Computer-Ausbildung die bekommen haben.“ Das heißt, Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrer sind noch entscheidender als ein umfassendes Hard- und Software-Angebot. Laut Bildungsstudie der Initiative D21 wünschen sich 27,2% der Lehrer eine Unterstützung des Händlers bei technischen Fragen. Und was noch interessanter ist: Sogar bei inhaltlich-didaktischen Fragen wollen immerhin 17,4% der Lehrer, dass der Händler ihnen Hilfe anbieten kann.

Am besten erarbeitet man einen Schulungs-Fahrplan mit konkreten Terminen, der auch längerfristige Fortbildungsmaßnahmen beinhaltet. Selbstverständlich müssen dafür auch die zeitlichen und personellen Ressourcen beim Fachhändler geschaffen werden. Die Schulungen sollten alle Bereiche des Projektes umfassen: grundlegende Hard- und Softwarekenntnisse, Whiteboard- und Beamer-Nutzung sowie Lernsoftware. Darüber hinaus gilt es auszuloten, ob es Lehrer mit guten Kenntnissen gibt, die eventuell selbst schon ihre Kollegen schulen. Mit diesen zusammen kann dann der Schulungs-Fahrplan individuell angepasst werden.

Weiter mit: IT-Kompetenz der Lehrer

(ID:2051424)