Der Bildungssektor tickt anders

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1. Was ändert sich gerade im Bildungswesen?

Wer erfolgreich verkaufen will, muss seine Klientel kennen und mitreden können. Im Bereich der öffentlichen Hand, speziell der Schulen bedeutet dies, auch ein wenig „politisch“ zu werden. Welche Trends herrschen gerade in der Bildungspolitik vor? Welche Themen werden von Lehrern, Schulleitern und Kommunen zurzeit heiß diskutiert?

Trends in der Bildungspolitik

Das schwache Abschneiden der deutschen Schüler in den Pisa-Studien hat hierzulande alle aufgeschreckt. Seitdem ist Bewegung in das bis dato relativ starre Schulsystem gekommen. Scheinbar bewährte Schulformen und Unterrichtsmethoden stehen nun auf dem Prüfstand und werden kritisch hinterfragt.

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• Schulformen wachsen zusammen: Das jahrzehntelang fest gefügte Schulsystem befindet sich im Umbruch. Haupt- und Realschulen werden in immer mehr Bundesländern zu Gemeinschaftsschulen zusammengefasst. Schüler sollen länger gemeinsam lernen. Auch sollen Schüler mit Behinderungen in normale Schulen integriert werden. In einem auf der diesjährigen CeBIT gehaltenen Vortrag meint Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer dazu: „All das führt zu mehr Heterogenität in der Schülerschaft, was im Unterricht berücksichtigt werden muss. Und zwar nicht, indem man das Niveau der Klasse senkt oder wahlweise die Schwächeren auf der Strecke bleiben, sondern durch individuelle Förderung des Einzelnen.“

• Altersgemischte Lerngruppen: Am weitesten verbreitet ist die Einführung altersgemischter Lerngruppen in den Grundschulen in den Klassen eins bis drei. Jahrgangsübergreifendes Lernen muss den Schülern ermöglichen, in ihrem eigenen Tempo zu lernen und gleichzeitig Erlerntes weiter vermitteln zu können. Hierzu eignet sich hervorragend der Einsatz neuer Medien im Unterricht.

• Sprachdefizite abbauen: Ein Drittel aller Schüler in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Viele dieser Schüler haben Probleme mit der deutschen Sprache. Professor Scheer in seinem Vortrag: „Die PISA-Studien haben ergeben, dass die Hälfte aller Leistungsunterschiede zwischen Schülern auf Sprachprobleme zurückzuführen ist. Gerade der Sprachunterricht erfordert eine individuelle Förderung der einzelnen Schüler. Hier kann Lern-Software sehr sinnvoll eingesetzt werden.“

• Demografische Entwicklung: Die Schülerzahlen gehen zurück. Diese auf den ersten Blick negative Entwicklung bietet auch eine Chance. „Durch die Verkleinerung der Geburtenjahrgänge entsteht in der Bildungsfinanzierung ein ‚Demografiegewinn‘, der im Bildungssystem neue Perspektiven ermöglicht“, so der Aktionsrat Bildung in seinem fünften Jahresgutachten (Bildungsreform 2000 – 2010 – 2020, Jahresgutachten 2011, herausgegeben von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.). In Zeiten knapper öffentlicher Haushalte werden durch die geringeren Schülerzahlen Finanzmittel frei – beispielsweise für die Ausstattung der Schulen und die Lehrerfortbildung – ohne das Gesamtbudget erhöhen zu müssen.

Individuelle Förderung

Ein moderner Unterricht kommt an digitalen Medien nicht vorbei. Bitkom-Präsident Scheer resümiert: „Im Kern geht es beim Einsatz der neuen Medien im Unterricht darum, benachteiligte Schüler gezielt zu unterstützen und gleichzeitig die begabten Schüler intensiv zu fördern. Dies ist nicht nur eine Sache der (Bildungs-) Gerechtigkeit, sondern ist im allgemeinen Interesse. Angesichts der demografischen Entwicklung kann sich unsere Gesellschaft keine mittelmäßige Bildung mehr leisten.“

Zudem stellen die neuen Medien an sich einen wichtigen Bildungswert dar. Scheer: „Die Beherrschung digitaler Medien ist eine Schlüsselkompetenz, die nach der Schule in Studium und Beruf gefordert wird.“

Weiter mit: 2. Wie sieht der Unterricht mit neuen Medien aus?

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