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Weclapp sucht Entwickler

SaaS-ERP zum Andocken

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Beim Weclapp-ERP können Add-Ons andocken.
Beim Weclapp-ERP können Add-Ons andocken. (Bild: 1STunningART - stock.adobe.com)

Derzeit sind rund 25 Add-Ons im Community-Store verfügbar und etwa 40 weitere in der Pipeline, doch das soll erst der Anfang gewesen sein. Weclapp setzt auf unabhängige ­Entwickler, die das SaaS-ERP als Basis für eigene Lösungen nutzen.

Die Weclapp-Geschichte hat 2008, also vor zwölf Jahren begonnen. Laut Ertan Özdil, dem CEO, indem eine Lücke geschlossen wurde, „die in der ERP-Welt klaffte: Eine cloudbasierte offene Plattform-Architektur, die von außen via REST-APIs zugänglich ist.“ In der nun anstehenden Konsolidierungs-Phase im ERP-Markt könnte dem Unternehmen eine Rolle als Vehikel ins SaaS-Zeitalter zukommen, denn von den rund 300 ERP-Anbietern, die sich auf dem deutschen Markt tummeln, haben viele nur relativ wenige Kunden, sagt Özdil. Es sei fraglich, inwieweit diese den Umstieg auf die Cloud mit eigenen Ressourcen stemmen. „Technisch wäre es aber kein Problem, deren Lösungen über die Weclapp-Plattform in die Cloud zu bringen.“ Das sei zwar noch Zukunftsmusik, aber bei ­Weclapp stelle man durchaus Überlegungen in diese Richtung an.

Partnerprogramm

Beim Partnergeschäft wird zwischen Tippgebern, Sales Partnern und Premium Partnern unterschieden. Tippgeber erhalten ­eine einmalige Vermittlungsprovision für ihre Leads. Sales Partner werden geschult, um für Weclapp-Umstiege beraten zu können. Premium Partner setzen Kundenprojekte um und betreuen die Kunden auch nach der Inbetriebnahme weiter. Ferner gibt es die Möglichkeit, sich innerhalb der Weclapp-Community als Partner zu spezialisieren. Die Spezialisierung auf Datenmigration ist auf den Umstieg von Altsystemen auf Weclapp ausgelegt. Außerdem schult das Unternehmen in Hinblick auf Customizing, Onboarding und Usability.

Technologiepartnerschaften für Entwickler

Unabhängige Software-Entwickler gelten als Technologiepartner und an dieser Stelle kommt die Offenheit der Plattform zum Tragen. Sie haben die Möglichkeit Add-Ons für Weclapp zu entwickeln und über den Community-Store zu vertreiben. Entwickler bekommen diese Umsätze komplett, ohne dass dabei für Weclapp als Plattform- und Store-Betreiber ein Anteil abgezweigt wird. „Der Kerngedanke dahinter ist, dass wir das Weclapp-Geschäft weltweit befeuern wollen, uns aber auf unsere Kernkompetenz, nämlich die Plattform selbst konzentrieren“, so Ozdil und verdeutlicht mit einem Beispiel, was damit ­gemeint ist: „So ist ein Standard-PoS-­System Teil unserer Plattform, beziehungsweise unseres ERPs; ein Beispiel für ein ­erfolgreiches Add-On ist eine branchenspezifische Erweiterung beispielsweise für eine gastronomische Kette.“

Beispiele für Add-Ons

Zu den Add-Ons von Technologiepartnern zählen ferner beispielsweise eine Kundenportal-Erweiterung, ein Outlook-Plug-In und die Integration wichtiger Telefonanlagen wie 3CX, Starface, Placetel und andere in das CRM-Modul. „Einer unserer Partner arbeitet daran, Industrie-PCs in der Produktion in die Weclapp-Auftragsbearbeitung einzubinden. Diese Richtung ist aus meiner Sicht sehr zukunftsträchtig, mit Blick auf IoT und die Einbindung von Industrie-Sensorik“, so der CEO. Hier geht es darum mittels Integration von Sensordaten aus Produktionsstraßen Betriebsabläufe zu optimieren, indem Aufgaben aus der ­Datenlage für Mitarbeiter abgeleitet und angestoßen werden.

Bei Weclapp gibt es keine Partnergebühr oder ähnlich gelagerte Kosten. Vielmehr bestehe das Geschäftsmodell darin, ­Weclapp-Lizenzen für die ERP-Plattform zu verkaufen, so Özdil. „Dabei bauen wir darauf, dass Partner mit cleveren Lösungen neue Anwendungsfelder erschließen, so dass wir sie fördern, statt mit Gebühren oder Zusatzkosten auszubremsen.“

Github als Fundgrube für Code

Ein wichtiges Vehikel zum Wissenstransfer an Technologiepartner ist die Open-­Source-Plattform Github, auf der Partner den Quellcode von Beispielprojekten samt ­umfangreicher Dokumentation finden. Die Beispiele dienen edukativen Zwecken und ermöglichen es schnell in Projekte einzusteigen. „Heute sind wir stark in der DACH-Region aufgestellt und werden in einem nächsten Schritt in das EU-Ausland expandieren“, sagt der Manager.

Gegenwärtig ­arbeiten etwa 70 Mitarbeiter für das Unternehmen, 15 weitere Mitarbeiter sind im Bereich Entwicklung und Qualitätssicherung in Mumbai in Indien beschäftigt.

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