Bechtle Remarketing Refurbishing in Eigenregie

Autor: Klaus Länger

Systemhäuser gehören zu den wichtigsten Quellen gebrauchter Rechner für Refurbishing-Firmen. Bechtle ist mit einer eigenen Tochterfirma in diesem Sektor aktiv und baut das Geschäft mit der Kreislaufwirtschaft weiter aus. Mehr Nachhaltigkeit ist dabei eines der Ziele.

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Bechtle Remarketing hat 2020 etwa 125.000 Geräte aufbereitet und wieder in den Handel gebracht. Neben Notebooks, Smartphones und Tablets auch PCs, Monitore, Server und Peripheriegeräte.
Bechtle Remarketing hat 2020 etwa 125.000 Geräte aufbereitet und wieder in den Handel gebracht. Neben Notebooks, Smartphones und Tablets auch PCs, Monitore, Server und Peripheriegeräte.
(Bild: daboost - stock.adobe.com)

Nachhaltigkeit gewinnt an Gewicht in der IT-Landschaft. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Kreislaufwirtschaft in Form einer Weiternutzung von IT-Hardware.Die sollte erst dann umweltverträglich recycelt werden, wenn sie entweder endgültig defekt oder so alt ist, dass sie nicht mehr sinnvoll verwendet werden kann. Von den Refurbishing-Firmen besonders gesucht sind gebrauchte Business-Notebooks und PCs, die hochwertiger und einfacher zu reparieren sind als typische Consumergeräte. Daher zählen Systemhäuser zu den wichtigsten Lieferanten für die Refurbisher, die zudem auch gleich die Logistik, die zertifizierte Datenlöschung und, falls nötig, die Entsorgung der Geräte übernehmen.

Höhere Akzeptanz für aufbereitete Geräte bei Firmenkunden

Zur Bechtle-Gruppe als dem größten Systemhausunternehmen in Deutschland, zählt mit Bechtle Remarketing sogar ein eigener Refurbishing-Zweig. Und das bereits seit neun Jahren. Seit April 2020 leitet Alexander Thiele die Firma mit ihren beiden Standorten in Wesel und Bocholt. Etwa 125.000 Assets, dazu zählen neben PCs und Notebooks auch Server, Monitore, Smartphones, Tablets und Peripheriegeräte, hat die Firma im vergangenen Jahr aufbereitet, berichtet Thiele. Einen ordentlichen Schub für das Geschäft brachte die große Nachfrage vieler Firmen und öffentlicher Auftraggeber nach Notebooks für das Homeoffice ihrer Beschäftigten. Denn einerseits waren neue Geräte im Channel zeitweise schlecht verfügbar, andererseits handelt es sich bei den aufbereiteten Notebooks um hochwertige Business-Geräte mit einem günstigen Preis. Zudem bietet Bechtle Remarketing Geräte auch zur Miete an, was beispielsweise von etlichen Impfzentren genutzt wird.

Alexander Thiele ist Geschäftsführer von Bechtle Remarketing.
Alexander Thiele ist Geschäftsführer von Bechtle Remarketing.
(Bild: Bechtle Remarketing)

Ein wichtiger Faktor für den Aufschwung bei Bechtle Remarketing ist für den Geschäftsführer zudem die gestiegene Akzeptanz für gebrauchte, professionell aufgearbeitete Geräte. „Während der Pandemie hatten viele Unternehmen und Verwaltungen kurzfristigen Bedarf an Hardware zur Ausstattung des Homeoffice und waren positiv überrascht von Lieferzeit und Qualität”, erklärt Thiele dazu. Zudem hätten mehr Menschen erkannt, dass die weitere Nutzung gebrauchter IT-Hardware durch das Refurbishing einen wichtigen Beitrag zur Schonung von Ressourcen und Umwelt leistet. Denn „93 Prozent der Ware geht wieder in den Kreislauf”. Der Nachschub an gebrauchten Geräten kommt primär aus den 75 Bechtle-Systemhäusern. Allerdings liefern dabei nicht alle an den eigenen Refurbishing-Zweig, sondern auch an externe Aufbereiter. Das ist möglich, da die einzelnen Systemhäuser weitgehend eigenständig agieren können. Hier will Thiele die Zusammenarbeit innerhalb der Bechtle-Gruppe intensivieren. Denn immer mehr Systemhauskunden haben erkannt, dass sie selbst nachhaltiger wirtschaften müssen. Und dazu gehört auch, alte Hardware nicht einfach zu verschrotten.

Die Logistik von Bechtle Remarketing ist in Bocholt angesiedelt.
Die Logistik von Bechtle Remarketing ist in Bocholt angesiedelt.
(Bild: Bechtle Remarketing)

Weiteres Wachstum durch Device-as-a-Service-Konzepte

Ein wichtiger Kooperationspartner innerhalb der Gruppe ist Bechtle Financial Service. So setzt Thiele für weiteres Wachstum auf ein Hardware-as-a-Service-Modell, in dem sich Bechtle Financial Service um die Finanzierung kümmert, der Servicedienstleister PSB IT-Service als strategischer Partner Fieldservices sowie die zentrale IT-Logistik übernimmt und Bechtle Remarketing für die Wiederaufbereitung der Geräte aus dem Rollback verantwortlich zeichnet.

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