Einwegkunststoffverbotsverordnung ab Juli Plastikfrei ist auch für den ITK-Handel interessant

Autor: Sarah Gandorfer

Nicht nur Klimaaktivistin Greta Thunberg kämpft für bessere Umweltbedingungen. Unternehmen wie Microsoft und Amazon sehen ebenfalls den Bedarf. Warum ITK-Händler sich abseits von der Gesetzgebung beim Versand Gedanken zu Alternativen von Styropor und Luftpolsterfolie machen sollten.

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Zum Schutz des Meeres und der Umwelt hat Deutschland ein Verbot für Wegwerfartikel aus Kunststoff verabschiedet.
Zum Schutz des Meeres und der Umwelt hat Deutschland ein Verbot für Wegwerfartikel aus Kunststoff verabschiedet.
(Bild: Richard Carey - stock.adobe.com)

Dass Einwegplastik nicht das Beste für die Umwelt ist, dürfte mittlerweile jedem hierzulande bekannt sein. 80  bis 85 Prozent des Meeresmülls an den Stränden Europas sind laut EU-Kommission Kunststoffe. Rund die Hälfte davon sind Einwegkunststoffartikel. Um dagegen vorzugehen, tritt ab dem 3. Juli 2021 die Einwegkunststoffverbotsverordnung in Kraft. Dann dürfen bestimmte Produkte, die aus Einwegkunststoff bestehen, nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Darunter fallen unter anderem Gegenstände aus Polypropylen, Polystyrol und expandiertem Polystyrol – besser bekannt als Styropor.

Gänzlich untersagt sind, sofern es sich um Einwegkunststoffprodukte handelt:

  • Wattestäbchen,
  • Besteck,
  • Teller,
  • Trinkhalme,
  • Rührstäbchen,
  • Luftballonstäbe, die zur Stabilisierung an Luftballons befestigt werden und
  • (To Go-) Lebensmittelbehälter und Getränkebecher/-behälter.

Nun stellt sich die Liste der verbotenen Produkte für ITK-Händler bis auf die Verwendung von Styropor vorerst eher als uninteressant dar, da das Verbot sich nicht auf weitere Verpackungsmaterialien aus Plastik wie beispielsweise CD-Hüllen oder Luftpolsterfolie auswirkt. Dennoch ist es auch hier aus verschiedenen Gründen sinnvoll, zu handeln. Zum einen kann es dafür demnächst ebenfalls eine gesetzliche Regelung geben, zum anderen haben Konsumenten die Umwelt immer mehr im Blick und drücken dies in der Wahl ihres Verkäufers aus. Zudem übt manch ein Geschäftspartner Druck aus.

Gesetz, Geschäftspartner und Kunde

Laut Verpackungsgesetz und Kreislaufwirtschaftsgesetz sind Verpackungen zu vermeiden und auf ein Mindestmaß zu begrenzen, so dass sowohl ein sicherer Transport als auch eine ausreichende Hygiene gewährleistet sind. Was künftige gesetzliche Vorgaben betrifft, so ist bereits jetzt schon geplant, dass Händler ab 2022 keine leichten Kunststofftragetaschen mehr an ihre Kundschaft ausgeben dürfen. Ab 2030 sollen sämtliche Plastikflaschen zu mindestens 30 Prozent aus recyceltem Material bestehen.

Es ist also keine schlechte Idee, sich bereits jetzt über die Verwendung nachhaltiger Materialien Gedanken zu machen. Das fängt bei einer besseren Energiebilanz an und hört bei Qualitätssiegeln wie dem Fair-Trade-Zeichen noch lange nicht auf. Wer nachhaltig arbeitet, dies zeigt und kommuniziert, genießt ein höheres Ansehen bei Kunden und Geschäftspartnern.

So haben sich Unternehmen wie Microsoft und Amazon Klimaneutralität auf die Fahne geschrieben. Dabei schaut Microsoft nach eigenen Angaben nicht nur auf sich selbst, sondern auf das gesamte Ökosystem aus Kunden, Partnern, Lieferanten und in Anspruch genommenen Diensten. Die Redmonder wollen die CO2-Neutralität bis 2030 schaffen. Amazon-Chef Jeff Bezos will dieses Ziel für sein Unternehmen bis 2040 erreichen. Außerdem versprach Bezos, dass die Hälfte der Amazon-Sendungen bereits 2030 klimaneutral werden.

Was hat Plastik mit dem Klima zu tun?

Die meisten Plastikprodukte bestehen derzeit aus fossilem Rohöl. Dieses Öl lagert seit Jahrtausenden in unserer Erde. Im Gegensatz zu erneuerbaren Energiequellen sind fossile Rohstoffe endlich. Hinzu kommt die Belastung des Klimas durch CO2-Emissionen. Sie entsteht bei der Produktion. Denn aus Rohöl Plastik zu machen, kostet Energie, ebenso wie der Transport. Das alles verursacht den Ausstoß des Treibhausgases CO2, das wiederum den Klimawandel anheizt. Allein der globale Jahresverbrauch aller Plastiktüten verursacht nach einer Schätzung der Deutschen Umwelthilfe 31 Millionen Tonnen CO2.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS