Gregor Bieler im Interview

Paypal-Chef spricht über Käuferschutz, Sicherheitsbehörden und die Payment-Branche

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ITB: Sie sprachen von 230.000 Transaktionen pro Tag in Deutschland. Wie stemmen sie die Überwachung der Transaktionen und wie sieht diese Überwachung aus?

Bieler: Bei Paypal arbeiten etwa 3.000 Menschen im Riskmanagement. Zum einen beschäftigen sie sich mit Eskalationsfällen, wie bei ihrem Beispiel mit dem verschickten Stein. Zum anderen schauen wir uns tatsächlich jede einzelne Transaktion an. Geht es um illegale Geschäfte, arbeiten wir eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen. Sie können sich vorstellen, dass wir es durchaus mit Drogen- oder Waffengeschäften, illegaler Pornografie oder Geldwäsche zu tun bekommen.

ITB: Sie lobten eingangs die Innovationsfreude von Paypal. Plaudern Sie doch bitte ein wenig aus dem Nähkästchen. Woran wird bei Paypal gerade gearbeitet?

Bieler: Im Bereich mobile Payment wird an innovativen neuen Wegen des Bezahlens gearbeitet. Außerdem überlegen wir gerade, ob wir nicht auch offline gehen.

ITB: Offline – wie ist denn das zu verstehen?

Bieler: Womöglich wird es in Zukunft eine Prepaid-Karte geben, die am Bankautomaten aufgeladen, und das Geld dann im Rahmen des Paypal-Kontos verwendet werden kann. Das ist aber bislang nur eine Idee, möchte ich betonen. Konkreter sind da schon die Innovationen, die sich im Bereich des Mobile Payments ergeben. Schon jetzt werden über die Ebay-App für iPhone und iPad in den USA pro Jahr eine Milliarde US-Dollar umgesetzt. Eine entsprechende Paypal-App gibt es noch nicht, aber spätestens bis Ende des Jahres soll diese kommen; nicht nur für die Apple-Welt, sondern auch für Android und später auch für das Betriebssystem Windows Mobile Phone 7, das erst in Kürze auf den Markt kommen wird.

ITB: Was können Sie mir über die Einbindung der Bump-Technologie in die kommende Paypal-App verraten?

Bieler: Bump ist eine kostenlose App, die den Datenaustausch zwischen Smartphones nach einer einfachen Berührung der beiden Geräte ermöglicht. Gegenwärtig werden so beispielsweise Fotos ausgetauscht. Wir haben ein bump-basiertes Payment-Verfahren gelauncht, bei dem Käufer und Verkäufer mit Paypal-Konto nur ihre Smartphones aneinander halten müssen, um eine Zahlung anzustoßen – natürlich mit entsprechenden Sicherungsmechanismen. Aus meiner Sicht wird mobile Payment einen sehr großen Teil der Zukunft des Bezahlens ausmachen.

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