IT- und Service-Management Open Source für das Krankenhaus

Autor Dr. Stefan Riedl

Wenn das CRM-System eines Friseurs für ein paar Stunden ausfällt, mag das ärgerlich sein. In einem Krankenhaus muss die Organisation aber funktionieren, denn letzten Endes können Menschenleben davon abhängen. Cape-IT adressiert diesen Markt mit KIX über Partner.

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Krankenhäuser rüsten in Sachen Digitalisierung auf.
Krankenhäuser rüsten in Sachen Digitalisierung auf.
(Bild: upixa - stock.adobe.com)

Das Krankenhausumfeld ist, was Software angeht, des hohen Spezialisierungsgrades wegen, voller Insellösungen und abgekapselter Systeme. Nicht ohne Grund gibt es beispielsweise spezielle Betriebssystem­varianten für medizinische Gerätschaften, die standardmäßig keine automatischen Backups fahren, denn so initiierte Zwangspausen kann man sich beispielsweise bei einem Magnetresonanztomographen nicht leisten. Doch braucht es, wie in jedem Betrieb, eine organisatorische Klammer, die die IT zu managen imstande ist. Cape-IT will hier mit dem IT- und Service-Management-System KIX speziell auch bei Krankenhäusern punkten und deckt dieses Geschäft über Partner aus dem Systemhaus- und IT-Dienstleistungs-Sektor ab.

Als Cape IT im Jahr 2008 mit der Software „CiCS“ auf den Markt kam, gab es erst einmal markenrechtliche Probleme mit IBM. Die konnten aber partnerschaftlich gelöst werden, so Rico Barth, Geschäftsführer der Open-Source-Firma. Seit 2015 heißt die Software KIX und es gibt sie – wie so oft im Open-Source-Umfeld – in einer kostenfreien Community-Ausführung und einer kostenpflichtigen Version.

Eine Brücke zwischen Inseln

In der Pro-Version deckt das System 15 Prozesse ITIL-konform ab, darunter Krankenhaus-relevante wie Incident Management, Service Asset and Configuration Management, Service Reporting oder das IT Service Continuity Management. „Für die Mitarbeiter im Krankenhaus bietet das System verschiedene Vorteile. Das beginnt bei der Inventarverwaltung oder Störungsmeldungen und kann bis zur Integration der Medizintechnik führen. Sämtliche Störungen, Wartungen, Änderungen und Updates werden erfasst und dokumentiert. Das ist spätestens bei den regelmäßigen Zertifizierungen eine enorme Hilfe. Krankenhäuser haben zwingende Dokumentationspflichten“, so Barth. Der Markt für Krankenhäuser-Lösungen ist zwar kein einfacher, aber wegen der Projektgrößen ein interessanter. Barth beschreibt ihn als „zersplittert und teilweise unübersichtlich“. Es gebe viele Lösungen, die Teilaspekte abdecken, wie etwa nur die IT-Dokumentation des Inventars, der Hardware und Software. Andere wiederum legen den Schwerpunkt auf die Überwachung des IT-Equipments oder das rein technische Sicherheitsmanagement.

Wird das Themenspektrum Service- und Sicherheitsmanagement übergreifend angegangen und können Arbeitsabläufe integriert werden, haben IT-Dienstleister jedoch gute Verkaufsargumente an der Hand, wenn gleichzeitig noch die Anforderungen an die Offenheit der Software in Bezug auf Schnittstellen und Auditierbarkeit des Quellcodes erfüllt werden. „Nicht nur Krankenhäuser der Kritischen Infrastruktur, sondern auch kleine Kliniken sind mit dem aktuellen §75c SGB V verpflichtet, ein übergreifendes Sicherheitsmanagement aufzusetzen. Da helfen solche Open Source-IT-Management-Systeme wie KIX“, ist der Geschäftsführer überzeugt.

Ein Markt mit Eigenheiten

Ansprechpartner sind naturgemäß die IT-Verantwortlichen der Krankenhäuser. Von Ihnen gehe in den meisten Fällen auch die Initiative aus, wenn es darum geht, übergreifende IT-Management-Systeme aufzusetzen, berichtet Barth. Gemeinsam mit Datenschutz- und Sicherheitsverantwortlichen werden Einzelfragen geklärt. Beispielsweise das Thema „Cloud Computing“, denn wenn es um Gesundheitsdaten geht, herrschen besonders strenge Vorschriften und Datenschutzrichtlinien. Hier passen Anforderungen und europäische Realität noch nicht so recht zusammen, sagt Barth. Aber seiner Meinung nach arbeiten die entscheidenden Akteure in die richtige Richtung: „Mit einer verlässlichen europäischen Cloud-Initiative, die die Datenschutz- und Sicherheitsvorschriften erfüllt und keine Wünsche in Bezug auf die digitale Souveränität offen lässt, kann diese Lücke hoffentlich geschlossen werden.“

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