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Studie der Bundesnetzagentur 2020 Online-Kommunikationsdienste haben sich etabliert

Autor: Ann-Marie Struck

Ob WhatsApp, Skype oder Instagram, sogenannte OTT-Kommunikationsdienste sind in Deutschland weit verbreitet, gleichzeitig ist klassische Telefonie nicht ausgestorben. Das ist das Ergebnis eine Studie der Bundesnetzagentur zur Verbreitung und Nutzung von Online-Kommunikationsdiensten.

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Heutzutage wird über Sprache, Bild und Text kommuniziert.
Heutzutage wird über Sprache, Bild und Text kommuniziert.
(Bild: sdecoret - stock.adobe.com)

Mit steigender Verbreitung von Internet und Smartphones haben sich in den letzten Jahren zunehmend neue Möglichkeiten und Wege der Kommunikation etabliert. Im Zentrum dieser Entwicklung stehen insbesondere Messaging- und Internettelefonie-Dienste, die im Gegensatz zu klassischen Telekommunikationsdiensten wie Telefonie oder SMS über das Internet, und damit „over-the-top“ (OTT) erbracht werden.

Die Bundesnetzagentur hat nun eine Studie zur Verbreitung und Nutzung von OTT-Kommunikationsdiensten in Deutschland veröffentlicht. Dafür wurden insgesamt 2.210 Personen befragt. Das Resultat: Online-Kommunikationsdienste haben sich rasant verbreitet, allerdings machen sie die klassischen Telefondienste nicht überflüssig.

Alter und Dienste

Laut der Umfrage nutzen in Deutschland rund 83 Prozent der Bevölkerung OTT-Dienste, überwiegend mit dem Smartphone (84 %). Dabei lässt sich eine unterschiedliche Nutzung in den Altersklassen erkennen. Bei den 16- bis 34-Jährigen liegt der Nutzeranteil bei 98 Prozent. Ab 35 Jahren sinkt der Nutzeranteil stetig. In der Altersgruppe über 75 Jahren beträgt er nur noch 43 Prozent.

Am häufigsten verwendet werden Whatsapp (96 %), gefolgt von dem Facebook Messenger (42 %), Instagram (30 %), Skype (18 %) und Snapchat (12 %). 65 Prozent der Anwender nutzen dabei mindestens zwei unterschiedliche Anbieter (Multihoming). Jedoch geben 85 Prozent der Nutzer Whatsapp als ihren Hauptdienst an. Ausschlaggebend für die Auswahl des Hauptdienstes ist für 93 Prozent der Netzwerkeffekt, also das Interesse möglichst viele Nutzer über einen Dienst zu erreichen. Eine einfache oder intuitive Bedienung des Dienstes ist für 86 Prozent von hoher Relevanz.

Privat versus Business

Insgesamt nutzen 95 Prozent der Befragten im privaten Bereich die genannten Plattformen, um regelmäßig Text- und Bildnachrichten zu versenden, davon 81 Prozent auf täglicher Basis. Internettelefonie setzen 48 Prozent ein, während 40 Prozent auf Videotelefonie setzen. Die Nutzung dieser beiden Funktionen erfolgt jedoch überwiegend auf wöchentlicher oder monatlicher Basis. Sprachnachrichten sind hingegen beliebter und werden von 65 Prozent, davon 45 Prozent täglich, gebraucht.

Im beruflichen Umfeld finden OTT-Kommunikationsdienste vergleichsweise nur zurückhaltend Verwendung. Der Umfrage zufolge nutzt die Hälfte der Befragten Messanger für die dienstliche Kommunikation etwa mit Arbeitskollegen. Nur 19 Prozent der Umfrageteilnehmer telefonieren geschäftlich über OTT-Dienste.

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Wandel in der Kommunikation

Grundsätzlich haben die neuen Möglichkeiten der elektronischen Kommunikation das Kommunikationsverhalten verändert. Über die Hälfte (61 %) der befragten OTT-Nutzer geben an, durch die Nutzung der Dienste mehr zu kommunizieren als vorher. Während die Nachfrage nach SMS und Festnetztelefonie seit Jahren rückläufig ist, nimmt das Gesprächsvolumen im Mobilfunk stetig und insbesondere der Datenverbrauch sogar exponentiell zu.

Der Studie zufolge ist das klassische Telefon weiterhin deutlich beliebter als die Internettelefonie. Gleichzeitig können OTT-Dienste auf Dauer klassische Telekommunikationsdienste wie beispielsweise die SMS ersetzen. Anderseits scheint ebenso eine komplementäre Nutzungsmotivation vorzuliegen. So bedingt beispielsweise das Teilen von Fotos oder anderer Inhalten zusätzliche Kommunikationsanlässe, die ihrerseits die Nachfrage nach klassischen Telekommunikationsdiensten stimulieren. Insbesondere hat die Mobilfunktelefonie bei allen Teilnehmern einen hohen Stellenwert. 74 Prozent der Befragten können sich nicht vorstellen, vollständig darauf zu verzichten.

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 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin