Prognose von Gartner Rechenzentren treiben IT-Ausgaben auf Rekord

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Laut Gartner steigen die weltweiten IT-Ausgaben 2025 um 7,9 Prozent. Während viele CIOs neue Projekte aufschieben, boomen Investitionen in KI-Infrastruktur. Besonders Rechenzentren legen massiv zu – und überflügeln klassische Systeme.

Weltweite IT-Ausgaben steigen 2025 laut Gartner um 7,9 Prozent. Rechenzentren profitieren besonders vom KI-Boom – trotz Investitionspausen.(Bild:  KI-generiert)
Weltweite IT-Ausgaben steigen 2025 laut Gartner um 7,9 Prozent. Rechenzentren profitieren besonders vom KI-Boom – trotz Investitionspausen.
(Bild: KI-generiert)

Weltweit sollen Unternehmen 2025 rund 5,43 Billionen US-Dollar für IT ausgeben. Das entspräche einem Plus von 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Analystenhaus Gartner mitteilt. Doch die Zahl täuscht: Unter der Oberfläche verläuft ein Riss.

CIOs zögern, neue Projekte zu starten. Die Budgets seien zwar zugeteilt, doch viele Vorhaben blieben in der Warteschleife. Gartner nennt das Phänomen eine „Uncertainty Pause“. Ursache seien geopolitische Risiken und ein wirtschaftliches Umfeld, das zunehmend Unsicherheit produziere.

Der Druck auf Entscheider wächst. Laut einer Gartner-Umfrage unter 252 Führungskräften in Nordamerika und Westeuropa begannen 61 Prozent das Jahr 2025 in besserer Ausgangslage als im Vorjahr. Doch nur 24 Prozent rechneten damit, ihre Pläne für 2025 zu übertreffen. Organisationen agieren zurückhaltend – nicht aus Mangel an Mitteln, sondern aus strategischer Vorsicht.

KI-Euphorie stützt Rechenzentren

Trotz Investitionspause zieht ein Segment deutlich an: die Rechenzentrumsinfrastruktur. Sie soll laut Gartner um mehr als 42 Prozent wachsen – von 333 auf rund 475 Milliarden US-Dollar. Der Grund: Unternehmen investieren verstärkt in Systeme, die auf den Betrieb generativer KI ausgelegt sind. AI-optimierte Server, die 2021 kaum eine Rolle spielten, könnten laut Gartner bis 2027 dreimal so stark nachgefragt sein wie klassische Modelle.

Gleichzeitig zeigen sich Anzeichen von Ernüchterung: Die anfängliche Begeisterung für GenAI befinde sich laut Gartner-Analyst John-David Lovelock im „Trough of Disillusionment“ – dem Tiefpunkt der überzogenen Erwartungen. CIOs verlangten einfache Anwendungsfälle und funktionierende Werkzeuge, doch viele Anbieter lieferten vor allem Versprechen. Die Folge: Weniger neue Software-Einführungen, mehr Nachfrage nach funktionalen Modulen etablierter Anbieter.

Infrastruktur statt Innovation

Die größten Zuwächse verzeichnet Gartner in der Hardware-nahen Infrastruktur. Software (plus 10,5 Prozent) und IT-Services (plus 4,4 Prozent) wachsen langsamer als im Vorjahr. Kommunikationsdienste stagnieren nahezu.

Die Entwicklung folgt einem Muster: Während Unternehmen sich bei neuen Initiativen zurückhalten, halten sie bestehende Systeme stabil am Laufen. Cloud-Dienste und Managed Services zeigen sich resistenter gegen die Investitionspause. Preisanstiege und Lieferengpässe belasten hingegen die klassische IT-Hardware – nicht zuletzt durch den hohen Ressourcenbedarf der neuen KI-Systeme.

Unternehmen investieren dort, wo sie sich technologische Überlegenheit versprechen. Laut Gartner sehen 62 Prozent der befragten Führungskräfte in KI den entscheidenden Wettbewerbsfaktor der nächsten zehn Jahre. Der Ausbau entsprechender Infrastruktur dürfte daher weiter im Fokus stehen – selbst in einem Markt, der sich vorsichtig nach vorne tastet.

Prognose der weltweiten IT-Ausgaben (in Millionen US-Dollar)

Kategorie 2024 Ausgaben 2024 Wachstum (%) 2025 Ausgaben 2025 Wachstum (%)
Rechenzentrums-Systeme 333.372 40,3 474.883 42,4
Endgeräte 720.681 4,6 759.615 5,4
Software 1.114.604 11,9 1.232.145 10,5
IT-Dienstleistungen 1.614.756 4,8 1.686.321 4,4
Kommunikationsdienste 1.256.287 2,2 1.282.592 2,1
Gesamter IT-Markt 5.039.699 7,4 5.435.555 7,9
Quelle: Gartner (Juli 2025)

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