Alerting, Logging, Feedbackschleifen Observability: mehr als Monitoring

Von Dr. Stefan Riedl

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Observability kann man als holistischen Monitoring-Ansatz verstehen, der die Möglichkeit schaffen soll, Systeme dahingehend zu verstehen, was in all den miteinander verknüpften Teilsystemen vor sich geht. Feedbackschleifen sind dabei von zentraler Bedeutung.

Observability kann mit „Beobachtbarkeit“ übersetzt werden.
Observability kann mit „Beobachtbarkeit“ übersetzt werden.
(Bild: artbalitskiy_stock.adobe.com )

Consol Software aus München hat sich auf komplexe Systemlandschaften spezialisiert, von der Anforderungsanalyse, dem Aufsetzen der Software- und Systemarchitektur, dem Software Engineering, Site ­Reliability Engineering und dem Betrieb der Software bis hin zum deutschsprachigem Support rund um die Uhr, falls der Kunde dies wünscht (und bezahlt).

In Hinblick auf die Wartbarkeit und ­Betreibbarkeit von Systemlandschaften, hat man bei Consol über die Jahre Erfahrung gesammelt. Dr. Christoph Ehlers, Leiter der Abteilung Software Engineering bei Consol beschreibt den Observability-Ansatz als wichtigen Baustein in diesem Business und erläutert, warum das so ist.

Herr über die Datenflut

Dr. Christoph Ehlers, Leiter Software Engineering, Consol Software
Dr. Christoph Ehlers, Leiter Software Engineering, Consol Software
(Bild: Consol )

Observability, also „Beobachtbarkeit“ bezeichnet der Chef-Software-Ingenieur als „Fähigkeit, Systemlandschaften ganzheitlich zu überwachen und so dieser Datenflut Herr zu werden“.

Dafür müssen ­DevOps-Teams passende Werkzeuge an die Hand bekommen, um im Fehlerfall schnell und zielgerichtet agieren zu können.

Gute Feedbackschleifen aus dem produktiven Betrieb der Software seien in dem ­Zusammenhang von zentraler Bedeutung. Entwickler müssen laut Ehlers lernen, welche Konsequenzen die Entscheidungen haben, die sie im Rahmen der Entwicklung treffen. „Zudem müssen sie wissen, welche Herausforderungen im Betrieb auftreten und wie sie sie lösen können. Die Ergebnisse sind dann unter anderem ein zielgerichtetes Logging mit aufschlussreicheren Log-Nachrichten, ein besseres Monitoring, aussagekräftigere Health Checks und sinnvolle Smoke-Tests - und damit bessere ­Observability.“ Als Logging bezeichnet man in der Informatik die automatische Erstellung eines Protokolls (englisch Log) von Softwareprozessen. Ein Smoke Test ist ein Probelauf einer Software, der simple Probleme offenlegen soll. Ursprünglich kommt der Begriff aus der Klempner-Branche, wo Rauch durch neu gelegte Rohre gelassen wird, um Lecks zu finden.

Klassisches Monitoring überwacht einzelne Systeme. Moderne Systemlandschaften funktionieren aber über das Zusammenspiel vieler kleiner, spezialisierter Systeme, sogenannter Microservices. Hier kommt Observability ins Spiel.

Dr. Christoph Ehlers, Leiter Software Engineering, Consol Software

Observability = Monitoring + Logging + Tracing

Doch worin liegen die zentralen Unterschiede zum Monitoring, das nur noch einen Teilbereich von „Observability“ darstellt? Klassisches Monitoring überwacht laut ­Ehlers lediglich einzelne Systeme. Moderne Systemlandschaften würden aber über das Zusammenspiel vieler kleiner, spezialisierter Systeme, der Microservices funktionieren. „Hier kommt Observability ins Spiel“, so der Software-Experte. „Sie schafft die Möglichkeit, in der Gänze zu verstehen, was in all den miteinander verknüpften Systemen vor sich geht. Observability setzt sich dazu aus drei Bausteinen zusammen: Monitoring, Logging und Tracing.“ Die ­Ablaufverfolgung (englisch Tracing) hilft bei der Analyse von Programmen beziehungsweise der Fehlersuche.

Open Source statt Vendor Lock-in

Open Source spiele in der Observability-Praxis eine große Rolle, dank Tools, „wie zum Beispiel Prometheus für Monitoring und Alerting, Loki sowie den ELK- oder EFD-Stack für die Konsolidierung des ­Loggings, Jaeger für Tracing und Grafana für die Visualisierung“, listet Ehlers auf.

Prometheus sei der De-facto-Standard für Cloud-natives Monitoring und Alerting, denn die meisten Anwendungen auf dem Markt unterstützen den Export von Metriken nach Prometheus. Zudem gibt es auch für selbst geschriebene Applikationen in gängigen Programmiersprachen und Frameworks sehr gute Unterstützung für Prometheus. „Viele Unternehmen setzen – trotz sehr guter Open-Source-Tools – noch immer lieber auf kommerzielle Lösungen, wodurch die Gefahr des Vendor Lock-ins in ein geschlossenes System sehr real wird“, berichtet er aus der Praxis.

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